Bauwerk

´Das Haus in der Wüste´
Erich Gutmorgeth - Ranggen (A) - 2002
´Das Haus in der Wüste´, Foto: Stefan Schmid
´Das Haus in der Wüste´, Foto: Stefan Schmid
14. September 2003 - Az W
Die Geschichte geht so: Es war einmal ein Lattenzaun / mit Zwischenraum, hindurchzuschaun. / Ein Architekt, der dieses sah, / stand eines Abends plötzlich da - / und nahm den Zwischenraum heraus und baute draus ein grosses Haus... Aber halt: die Morgenstern´sche Darstellung des Sachverhalts stimmt nur im ersten Vers, denn der Architekt nahm den Zwischenraum nicht heraus, sondern setzte ihn hinein und ließ ihn und das Haus dahinter somit erst richtig zur Geltung kommen. Er ließ zwischen Lattenzaun und Haus rundum reichlich Umgebung und Zwischenraum. Um hindurchzuschauen? Um zu sehen, ohne gesehen zu werden? Um Aussenräume zu fassen, Sonnen/Schattenplätzchen zu schaffen, Ausblicke zu steuern?

Die Nachbarn, die solcherart im Blickfeld liegen, tragen würdige Namen wie Patscherkofel, Ranggerköpfel, Rosskogel, Hohe Munde und Solstein.

Das Licht, das zwischen den Stäben des Lattenzauns ins Haus gelangt und umgekehrt, nachts, in den Zwischenräumen hinaus in die Umgebung dringt, ist Bestandteil des semi-offenen Wohnkonzepts, wo man im Obergeschoss wohnt und unten schläft und zudem eine Einliegerwohnung untergebracht hat. Wegen des Terraingefälles ist der Innenraum halbgeschossig versetzt, die Holz-Stahl-Konstruktion des durchlässigen Hauses inmitten der „landläufigen“ Bebauung wird von einem sympathisch simplen Blechdach überdeckt. Weshalb der Architekt das Projekt mit dem Titel „Das Haus in der Wüste“ bedachte, darüber wollen wir hier nicht mutmassen. (Text: Gabriele Kaiser, 04.09.2002)

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Für den Beitrag verantwortlich: Architekturzentrum Wien

Ansprechpartner:in für diese Seite: Maria Welzigwelzig[at]azw.at

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