Neues Museum - Wiederaufbau
David Chipperfield - Berlin (D) - 2009
Neues Museum - Wiederaufbau, Foto: Ute Zscharnt
Neues Museum - Wiederaufbau, Foto: Reinhard Görner / ARTUR IMAGES

Neues Museum - Wiederaufbau

Beitrag von newroom

Das Neue Museum auf der Berliner Museumsinsel wurde von August Stüler entworfen und in den Jahren von 1841 bis 1859 erbaut. Von der spätklassizistischen Pracht blieben nach dem flächendeckenden Bombardement während des zweiten Weltkriegs nur Ruinen, ganzen Abschnitten fehlten, andere waren schwer verwüstet. Spärliche Versuche zur Reparatur zumindest der gröbsten Schäden konnten das Gebäude vor dem weiteren Verfall nicht bewahren.

1997 gewannen David Chipperfield Architects mit Julian Harrap den internationalen Wettbewerb für die Wiederherstellung des neuen Museums. Ziel ihres Entwurfes war es, die ursprünglichen Bauvolumen zu vervollständigen, verbliebene Gebäudeteile instand zu setzen und zu restaurieren. Die neuen ergänzenden Bauabschnitte stellen die originale Raumfolge wieder her und schaffen eine Kontinuität zum Bestand.

Die archäologische Restaurierung nach den Richtlinien der Charta von Venedig respektiert den historischen Bau in seinen unterschiedlichen Erhaltungsstadien. Fehlstellen wurden gefüllt, ohne mit dem Bestehenden in Konkurrenz zu treten. Chipperfield hebt die historische Struktur in ihrem räumlichen Kontext und in ihrer originalen Materialität hervor. Das Neue reflektiert so das Verlorene, ohne es nachzuahmen.

Die neuen Ausstellungsräume wurden mit großformatigen vorgefertigten Betonelementen hergestellt, weißer Zement gemischt mit Splittern sächsischen Marmors gibt ihnen die elegante Farbigkeit. Aus denselben Betonelementen gefertigt ist die neue Hauptstiege, welche die Originalkonstruktion wiederholt ohne sie zu kopieren. Majestätisch thronte sie in einer großartigen Halle inmitten kahler Backsteinwände, bar aller ursprünglichen Ornamentik.

In den weiteren neuen Baukörpern, dem Nordwest Flügel mit dem Ägyptischen Hof und dem Apollo-Risalitn, der Apsis im Griechischen Hof und der südlichen Kuppel, wurden die erhaltenen Teile mit ebensolchen gebrauchten handgeformten Ziegeln ergänzt. Mit der Vervollständigung großen Kollonade ist auch zum Osten hin der Vorkriegszustand wiederhergestellt. Die stadträumliche Situation von vor 1938 endgültig evozieren wird schließlich das noch ausstehende Gebäude der James Simon Gallery zwischen dem Neuem Museum und der Spree.

Im Oktober 2009 nach mehr als 60 Jahren Ruinendasein, wird das Neue Museum als drittes restauriertes Museum auf der Museumsinsel wiedereröffnet, ausgestellt werden die Sammlungen des Ägyptischen Museums und des Museums für Ur- und Frühgeschichte. Die Ausstellungsmöblierung entwirft Michele de Lucchi. (Text: Helga Kusolitsch, nach einem Text der Architekten)

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Für den Beitrag verantwortlich: newroom, 07.03.2009

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