Bauwerk

Schulsporthalle Rieden Vorkloster
Nägele Waibel, Wolfgang Ritsch Architekten - Bregenz (A) - 2004
Schulsporthalle Rieden Vorkloster, Foto: Bruno Klomfar
Schulsporthalle Rieden Vorkloster, Foto: Bruno Klomfar
Schulsporthalle Rieden Vorkloster, Foto: Bruno Klomfar
Schulsporthalle Rieden Vorkloster, Foto: Bruno Klomfar

Schulsporthalle Rieden Vorkloster

09. Dezember 2004 - Az W

Die ausgewogenen Proportionen der bestehenden Schule – vier langgestreckte, zweigeschossige und mit Satteldächern gedeckte Gebäudeflügel, die einen geräumigen Innenhof umschließen – sollten durch den Neubau einer Schulsporthalle nichts von ihrer homogenen Prägnanz verlieren: Der schlanke Erschließungs-Neubau (Brettschichtholzstützen, Füllelemente aus Glas, Betongesimsplatte, Brettstapeldecke) bildet nun anstelle des abgetragenen Flügels den lichtdurchlässigen westlichen Abschluss des Hofs. Analog zur signifikanten Eckausbildung des Bestands ragt auch die neue Kubatur über die Fassadenflucht hinaus und gibt so dem südlichen Vorplatz eine räumliche Fassung. An den Schmalseiten des neuen Traktes liegen der Haupt- und der Sportlereingang, über Buffet und Foyer werden die einzelnen Funktionsbereiche der Sporthalle erschlossen, die dem zweigeteilten Schulhof eingeschrieben ist. Während die eine Hofhälfte auf Untergeschossniveau abgesenkt und mit einer Tragstruktur überdacht wurde, blieb die zweite als Außenraum mit Baumdach erhalten.

Im Obergeschoss des neuen Gebäudeflügels befinden sich die Räume für die Kraftsportler, die Kegelbahn liegt unter der Hoffläche und wird über Lichtschächte natürlich belichtet und belüftet. Die Sporthalle bietet Sitzplätze für 1.200 Besucher, wobei die Sitzbänke bei Schulbetrieb in Nischen an den Längswänden Platz finden. Das Projekt bietet lehrreiche Variationen zum Thema Holz: Geschosshohe Kastenträger überspannen die Sporthalle in Längsrichtung, Ober- und Untergurt sind dem Kräfteverlauf entsprechend dimensioniert und beidseitig mit Holzwerkstoffplatten beplankt. Die hofseitigen Stützenscheiben (Leimholz bzw. Stahlbeton) sind im Untergeschoss eingespannt. “Im Gebäudeinneren stoßen”, so die Architekten, “die längsgerichteten Kastenträger auf einen quergelagerten Kastenträger in gleicher Bauhöhe, dieser wird von Pendelstützen getragen.” Brettschichtholzbinder sorgen für die nötige Queraussteifung und dienen als Auflager für die Stahlprofile mit den Glasplatten. Mit mobilen Wandelementen in voller Raumhöhe ist die Sporthalle in Längs- und Querrichtung unterteilbar. Diese doppelschaligen, über Laufschienen geführten Elemente werden in der Gebäudefuge zwischen Bestand und Neubau geparkt. (Text: Gabriele Kaiser)

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Für den Beitrag verantwortlich: Architekturzentrum Wien

AnsprechpartnerIn für diese Seite: Martina Frühwirthfruehwirth[at]azw.at