Bauwerk

StudentInnenwohnheim Molkereistraße
Baumschlager Eberle - Wien (A) - 2005
StudentInnenwohnheim Molkereistraße, Foto: Eduard Hueber
StudentInnenwohnheim Molkereistraße, Foto: Eduard Hueber
StudentInnenwohnheim Molkereistraße, Foto: Eduard Hueber
StudentInnenwohnheim Molkereistraße, Foto: Eduard Hueber

StudentInnenwohnheim Molkereistraße

25. Januar 2006 - Az W

Zwischen den baulichen Restbeständen der ehemaligen Wiener Molkereien (“Wimo“) - um 1900 von Josef und Anton Drexler im Neorenaissancestil errichtet und aufgrund zahlreicher Um- und Ausbauten großteils zerstört - wurden in den letzten Jahren (das Areal wurde 1998 von der ARWAG angekauft) einige Maßnahmen zur Belebung gesetzt, die das Stuwerviertel im Nahbereich der Wiener Messe und des Volkspraters nobilitieren. Nach dem Bau einer Fachhochschule des BFI und der Errichtung eines vom Atelier 4 geplanten Wohnparks setzt das StudentInnenwohnheim von Baumschlager Eberle nun einen städtebaulichen Akzent am Blockrand und beweist, dass die Eingliederung in ein gründerzeitliches Gefüge innovativ und taktvoll gelöst werden kann.

Mit seiner markanten Fassadenstruktur aus gelben und grünen Putzflächen, messingfarbenen Schiebeläden und Verglasungen akzentuiert das Gebäude den Abschluss des Blocks mit einer urbanen, auf die Bewohnerdichte verweisenden Geste. Das „Gästehaus der Wiener Universitäten“ wurde als Passivhaus errichtet und stellt 278 Studierenden Wohnraum in unterschiedlichen Einzelzimmer-Konstellationen (vom Single-Appartment bis zur Vierzimmerwohngemeinschaft) zur Verfügung. Der Standardtyp besteht aus zwei Zimmereinheiten, die sich jeweils einen Koch- und Waschbereich teilen. Der zentrale Erschließungsgang ist durch beidseitig flankierende Lichtschächte von oben natürlich belichtet und wird im alternierenden Rhythmus der Tageslichtbahnen in „Schwingungen“ versetzt. Die daraus resultierende räumliche Großzügigkeit setzt sich trotz der dichten Belegung der Geschosse in den Wohneinheiten fort, die ebenfalls komplett von den Architekten durchgeplant wurden. Dank des ausgereiften haustechnischen Konzeptes des Team GMI, das für einen konstanten temperierten Luftaustausch sorgt, gelingt es, den Heizbedarf maßgeblich zu senken. Das Thema der Energieeffizienz ist zentraler Bestandteil des Projekts, drängt sich aber atmosphärisch nicht auf. Das „Heim“ bietet eine Qualität des temporären Wohnens, die man sich auch dauerhaft vorstellen kann. (Text: Gabriele Kaiser)

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Für den Beitrag verantwortlich: Architekturzentrum Wien

AnsprechpartnerIn für diese Seite: Martina Frühwirthfruehwirth[at]azw.at