Bauwerk

Benediktiner Abtei
Volker Giencke, Giencke & Company - Seckau (A) - 1997
Benediktiner Abtei, Foto: Ralph Richter
Benediktiner Abtei, Foto: Ralph Richter
Benediktiner Abtei, Foto: Ralph Richter

Benediktiner Abtei

14. September 2003 - Az W

Der Wettbewerb zur Benediktiner Abtei datiert bereits aus dem Jahre 1988. Die dabei gestellte Aufgabe war die Adaptierung des Klosterkomplexes, inklusive der Adaptierung des Gymnasiums sowie der Bau eines Turnsaals.
Ursprünglich weitaus reichhaltiger von Giencke geplant, durchqueren in der Ausführung nun Rampen und Wege das Innere der Anlage und ermöglichen eine weitere Erschließung des Hofes abgesehen vom gewohnten Arkadengang. Ein breiter unregelmäßiger Treppenabgang führt vom Arkadengang direkt zur Basilika, Rampen und Wege führen zur Klausur.
Die Schule liegt im Nord-Westen der Anlage, wobei der Schultrakt direkt vom Hof erschlossen werden kann. Giencke hat vor allem lichttechnische Verbesserungen vorgenommen, den Dachraum ausgebaut und Fenster für die Zeichensäle eingezogen. Von den Zeichensälen aus kann man nun durch eine Glaswand einen Stock tiefer in die naturwissenschaftlichen Räume blicken, die ihrerseits wiederum nur durch eine Glaswand vom Gang getrennt sind. Ein weiteres Glaselement ist der an den Nordtrakt unter dem Dach angedockte gläserne Stiefgenaufgang - ein insofern wichtiger Bauteil, da er die Verbindung zur Basilika wieder herstellt.
Den Neubau des Turnsaals hat Giencke aus dem Kloster „auskragen lassen“. Er liegt außerhalb der Klosteranlage mit Eingangsbereich jedoch in der Anlage. Teilweise in den Boden versenkt, blickt man durch eine dreiseitige Verglasung in das Turngeschehen. Die Ecken der Verglasung sind gerundet, die Trägerstruktur wurde in Form von senkrecht gespannten Stahlseilen zwischen die Glaselemente eingelassen.
Giencke ist bei dieser Generalsanierung sehr sensibel und gleichzeitig den heutigen Standards angepasst vorgegangen. Das rigide Klostersystem hat er durch geschickte Eingriffe im Hof aufgelockert, die Arbeitsbedingungen für Schüler wurden eindeutig verbessert, die gesamte Anlage wurde zu einem homogenen Ganzen. Die Verlegung des Turnsaals nach außen hat vielleicht auch eine inhaltliche Bedeutung, da sich die Abtei in ihrer Gesamtheit nun wesentlich mehr nach außen öffnet, und vielleicht eben nicht nur physisch.

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Für den Beitrag verantwortlich: Architekturzentrum Wien

AnsprechpartnerIn für diese Seite: Martina Frühwirthfruehwirth[at]azw.at