Orgel Basilika Mariazell
Basilika und Geistliches Haus von Mariazell sind geprägt durch Bauschichten vieler Jahrhunderte. Als bedeutendste Wallfahrtsstätte Österreichs und der alten k.u.k. Monarchie mit Traditionen gesättigt bzw. belastet, waren hier Interventionen anspruchsvoller Modernität zuletzt eher unerwartet, um nicht zu sagen: sensationell. Die Planung konnte in einem auf 15 Jahre angelegten Zeitraum entwickelt und umgesetzt werden, als sorgfältiger Dialog zwischen den Gestaltern und dem Benediktiner Superior (von Mariazell) als Bauherrn.
Feyferlik / Fritzer propagieren generell ein langsames Umsetzen, sie sehen im finalen Reagieren noch auf der Baustelle - Kompetenz des Architekten und die regional vorhandene Qualität von Professionisten vorausgesetzt - ein entscheidendes Moment. Es ermöglicht einerseits, über Prefab-Instant-Lösungen hinauszugelangen, zu individualisieren und abzustimmen, und andererseits kann so auch die Bauherrschaft im Bauprozess mitwachsen. “Kill speed” wäre die Devise, um Planer wie Bauherrn das jedesmal fundamentale Abenteuer des Bauvorgangs zuzubilligen, als Brücke zwischen Konzept, Materialisierung und Nutzungsalltag. In der Basilika überzeugen der neue Volksaltar und die membranhafte Fassung der neuen Orgel, im Südturm die neue Reliquienkammer mit schwebendem Stahltragrost, im Geistlichen Haus die implantierte Superioratskanzlei mit Galerie und Archiv. (Text: Otto Kapfinger, 28.10.2002)
Für den Beitrag verantwortlich: Architekturzentrum Wien, 14.09.2003
AnsprechpartnerIn für diese Seite: Martina Frühwirth, Gabriele Kaiser
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