Bauwerk

Reform Fensterfabrik
HERTL.ARCHITEKTEN - Steyr (A) - 2007
Reform Fensterfabrik, Foto: Paul Ott
Reform Fensterfabrik, Foto: Paul Ott
28. Oktober 2007 - Az W
Vier unterschiedlich große Gebäudeblöcke sind auf einem rechteckigen Feld organisiert. Ihre Oberflächen sind weiß – jede mit etwas anderer Struktur. Die Bereiche zwischen ihnen sind teilweise überdacht und werden zur funktionalen Gliederung und Überschneidung von Kunden-, Arbeiter- und Angestelltenzonen genutzt. Die Blöcke werden ihrem „Inhalt“ entsprechend als Produktionshalle, Anliefergebäude, Bürohaus und Vortragssaal bezeichnet.

Der Baukörper des Vortragssaales, eine Holzkonstruktion, verleiht der Anlage ihre Identität. Er ist mit einer Fassade aus aneinandergestellten Kunststofffenstern eingehüllt. Sie sind das Erkennungsmerkmal für den Fensterhersteller, so positioniert, dass sie für den Vorbeifahrenden an der Bundesstraße ebenso wie von der Erschließungsseite her sichtbar werden. Der Saal ist vom Boden abgehoben, er liegt gleichsam auf der gläsernen Masse, die sich zwischen den weißen Blöcken ausbreitet, auf. Er markiert über seine Auskragung den Haupteingang, unter ihm befindet sich der Empfangssaal, der mit Ausstellungsobjekten bestückt wird.

Dahinter liegt ein glasüberdachter Verbindungsgang, ein Spalt im Gefüge der Anlage. Mitarbeiter können ihn direkt von außen erreichen. Er verknüpft die Produktion mit der Verwaltung, den Umkleiden im Untergeschoss und der Cafeteria, die im größeren Spalt zwischen Produktionshalle und Bürohaus eingefügt ist und sich zu einem kleinen begrünten Hof orientiert. Das Bürohaus ist ein von weißen Blechstreifen überzogenes verglastes Stahlbetongebäude.

Die Produktionshalle, ein Stahlbau, ist mit weißen Blechsandwichpaneelen verkleidet. Diese werden von Streifen aus Glas durchzogen und kehren damit die Struktur des Bürohauses um. Der größte Baukörper steht dadurch ruhig und massiv in der Gesamtanlage. Von einem weiteren glasgedeckten Spalt getrennt liegt das Anliefergebäude. Es beinhaltet ein Magazin und eine Zone für die Lagerung der Kunststoffprofile. Dazwischen ist die große Öffnung der Verladerampen ausgeschnitten.

Die vom rohen Kunststoffprofil abgeleitete rein weiße Erscheinung des von Zwischenräumen gegliederten Komplexes verleiht ihm Wiedererkennung und trägt zur Festigung des peripheren Stadtraumes bei. (Text: Architekt)

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Für den Beitrag verantwortlich: Architekturzentrum Wien

Ansprechpartner:in für diese Seite: Maria Welzigwelzig[at]azw.at

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