Bauwerk

k 6_Hochhaus Kundratstraße
ARTEC Architekten, Neumann & Partner - Wien (A) - 2007
k 6_Hochhaus Kundratstraße, Foto: ARTEC Architekten
k 6_Hochhaus Kundratstraße, Foto: ARTEC Architekten

k 6_Hochhaus Kundratstraße

02. Dezember 2007 - Az W

Das Hochhaus Kundratstraße bildet mit den Bebauungsspitzen um den Matzleinsdorferplatz und den Hochhäusern am Wienerberg einen lockeren Cluster: Die Orientierungspunkte „Matzleinsdorfer Hochhaus“ (Gürtelknick zum Wiental) und „Twin-Towers“ (Wienerbergstraße zum Wiental) als Abbiegeverbindung von der Triester Straße Richtung Wiental erhalten mit diesem gegliederten Turm eine Vervollständigung.

Der ellipsenförmige Hochhaus-Baukörper mit 70 Metern in der Längsachse und 26 Metern in der Querachse, vorgegeben durch die Flächenwidmung, aufgebaut auf einem quadratischem Sockel, wird durch eine geschossweise versetzte Anordnung von verglasten Loggienkörpern als „Wohn-Hochhaus“ neu interpretiert und bautechnisch einfach gelöst (Verwendung von ausschließlich orthogonalen Bauteilen - es werden keine gekrümmten Fassadenelemente benötigt, gleichmäßige Verteilung der Loggienkörper über die Aussenhaut).

Für die Wohnungen wird die Besonderheit des Wohn-Hochhauses - „die Aussicht“ - zum Thema gemacht: Große, verglaste Panorama-Loggien sind Teil jeder Wohnung und bilden in der Außenerscheinung das plastische Bild des Turmes.
Die Abmessungen des Turms ließen nur eine innenliegende Erschließung zu. Der Grundriss der Wohnungen wird durch zwei verschiedene Positionen der Loggienkörper bestimmt. Jeweils eine Längsseite des Gebäudes weist verglaste Loggienkörper in Wohnraumbreite als Erweiterung des Wohnraums auf, auf der gegenüberliegenden Seite ist die großzügige Loggia Vorbereich der Zimmer, mit seitlichem Zutritt des Loggienraumes vom Wohnbereich. Durch Drehen dieses Regelgrundrisses um jeweils 180 Grad nach jedem Geschoss werden die Loggienkörper freigespielt. Wie ein Gliederketten-Armband legt sich das Loggiengewebe um den Hochhaus-Arm.

Das Vortreten der Loggienkörper als separate Erker lässt Aussicht auch zur Seite zu. Das solitär positionierte und am Abhang des Wienerbergs über der Geländekante zur ÖBB bereits leicht erhöht gelegene Hochhaus bietet allen Wohnungen eine großzügige Aussicht über die Stadt. Die Loggienkörper in ihrer versetzten Anordnung erlauben aber auch eine raumhohe Ausbildung aller Verglasungselemente, die notwendigen geschlossenen Bauteile zur Vermeidung eines Brandüberschlages werden durch Vor- und Rücksprung der Loggienplatten erreicht. Die großen Loggienräume, deren Fußboden bündig mit dem Wohnraum ist, erlauben windgeschützten Aufenthalt im Freien auch in den höhergelegenen Geschossen, Vorhänge in den Loggienräumen schützen vor Sonneneinstrahlung und bilden eine zweite, innere, farbige Schichte mit unterschiedlichen Stellungen über die Gebäudehülle.

Der rechteckigen Bauform folgend wurde der Sockel in drei gut belichtete zweigeschossige Trakte mit Höfen dazwischen - als flexibel unterteilbare Büros nutzbar - zerlegt. Das Ellipsoid des Turms und die Orthogonalstruktur des Sockels verzahnen sich hier. Unter diesen zweigeschossigen Bürosockel schiebt sich eine ebenerdige Geschäftsebene, als Großmarkt oder für Einzelgeschäfte genutzt. Eine allgemein benützbare, begrünte Dachterrasse befindet sich über dem 3- geschossigen Sockelbauwerk, mit bereits hier gutem Überblick über die nahegelegenen inneren Stadtbereiche, über den Wienerwald bis zu den Gebieten jenseits der Donau. Diese Ebene ist der Aufenthaltsbereich im Freien für die Bewohner, mit Kinderspielplatz und Sauna, abgehoben von Verkehr und mit gutem Sichtkontakt zu den Wohnungen. (Gekürzter Text der Architekten)



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Für den Beitrag verantwortlich: Architekturzentrum Wien

AnsprechpartnerIn für diese Seite: Martina Frühwirthfruehwirth[at]azw.at

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