Minoritenkirche Stein - Umbau Göbl
Friedrich Göbl - Krems a.d. Donau (A)
Minoritenkirche Stein - Umbau Göbl
Minoritenkirche Stein - Umbau Göbl
Minoritenkirche Stein - Umbau Göbl

Minoritenkirche Stein - Umbau Göbl

Mitten in der dichten Altstadt von Stein, an einem Platz gelegen, hat sich die ehemalige Minoritenkirche St. Ulrich in letzter Zeit als Veranstaltungsraum vor allem für zeitgenössische Konzerte, Tanz und Performance etabliert. Es fehlte jedoch eine Wintertauglichkeit, um die besondere Atmosphäre des Kirchenraumes ganzjährig nutzen zu können. Aus einem Wettbewerb ging der Kremser Architekt Fritz Göbl als Sieger hervor. Er setzte gemeinsam mit dem Wiener Architekten Reinhardt Gallister, der für Akustik und Veranstaltungstechnik beigezogen wurde, gezielte Rauminterventionen.

Der frühgotische Kirchenbau wurde in seiner 800jährigen Geschichte immer wieder ungewöhnlich genutzt. Zum Beispiel diente er in der Reformzeit als Salzdepot oder, nachdem die Inneneinrichtung nach der Säkularisierung 1796 entfernt worden war, als Tabaklager, später als Rüsthaus der Feuerwehr. In den 1950er Jahren wurde der Kirchenraum wiederhergestellt und fand seine Bestimmung als Ausstellungsraum.

Seit November 2002 sind die Umbauarbeiten im Gange. Neben technischen Erneuerungen wie einem flexibel angeordneten Lichtsystem und einer Fußbodenheizung unter dem hellen Magnesio-Terrazzo-Boden wurde auch eine bessere Aufteilung der Funktionsbereiche vorgenommen. Die Maßnahmen zur akustischen Modellierung des Kirchenraumes sind besonders erwähnenswert, weil unkonventionell einfach. Einrollbare und abnehmbare Fahnen aus schwerem Textil sind reversibel im Langschiff angeordnet. Ein elegantes Zeichen wird Architekt Göbl nach außen setzen. Ein Glaspavillon wird am südlichen Seitenschiff als Haupteingangsfoyer errichtet. Gemeinsam mit der Renovierung der Außenhülle und der Gartenanlage wird dieser im Frühjahr 2004 fertiggestellt.

Die erforderlichen Eingriffe zeigen sich im Umfang minimiert. Das, was sichtbar ist, reduziert sich auf konstruktive Notwendigkeit. Die Minoritenkirche bleibt als sakraler Raum erkennbar, was jedes dort stattfindende Ereignis entscheidend mitprägt und neue spannende Kulturveranstaltungen ermöglicht.

(Gordana Brandner)

Für den Beitrag verantwortlich: ORTE architekturnetzwerk niederösterreich, 28.07.2003

AnsprechpartnerIn für diese Seite: Bettina Rodinger

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Architektur
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