Bauwerk

Orangerie-Museum - Umbau
Brochet/Lajus/Pueyo - Paris (F) - 2004

Tageslicht für Seerosen

Umbau des Pariser Orangerie-Museums

03. Februar 2003

Das Musée national de l'Orangerie im Pariser Tuilerien-Park ist bekannt als der Hort der riesigen «Nymphéas», die Claude Monet 1922 dem französischen Staat geschenkt hat. Über eine halbe Million Besucher strömten zuletzt jedes Jahr in das 1852 erbaute längliche Gebäude, dem 1960 ein Stockwerk aufgesetzt worden war, um die 144 Meisterwerke der Collection Jean Walter et Paul Guillaume zu empfangen - darunter Arbeiten von Cézanne, Matisse, Modigliani, Picasso, Renoir, Rousseau und Soutine. Um diesem Andrang gerecht zu werden, wird das seit drei Jahren geschlossene Museum jetzt für rund 25 Millionen Euro umgebaut. Doch über den rein praktischen Aspekt hinaus zielt das Vorhaben - so der Direktor der Institution, Pierre Georgel, jüngst bei einer Pressekonferenz - vor allem dahin, die von Monet gewollte Raumkonfiguration wiederherzustellen und die Exponate angemessener zu präsentieren.

Bisher waren die «Seerosen» nur über zwei 1960 hinzugefügte Treppen zu erreichen; ab Ende 2004 erfolgt der Zugang ebenerdig durch das wieder erbaute, noch von Monet entworfene Vestibül. Die 60 Zentimeter hohe Betondecke - und somit die ganze Raumfolge - über den beiden «Nymphéas»-Sälen wird beseitigt, so dass diese wieder Tageslicht erhalten. Die heute im zweiten Stock untergebrachte Walter-Guillaume-Sammlung kommt in einen unterirdischen Neubau, dem ein ebenerdiges Glasdach Tageslicht spendet und zu dem eine Holzbrücke führt, die der in Monets Garten in Giverny nachempfunden ist. Tageslicht für die Seerosen, Neubau für die Walter-Guillaume-Sammlung, Restauration des historischen Gebäudes sowie Schaffung zeitgemässer Räumlichkeiten für Besucher und Personal bei gleichzeitiger Wahrung der Einheit der Tuilerien und namentlich der Symmetrie mit der gegenüberliegenden Galerie nationale du Jeu de Paume: Quadratur des Kreises - sie scheint dem Architekturbüro Brochet/Lajus/Pueyo gelungen zu sein, zumindest auf dem Papier. Nun gälte es noch, die Walter-Guillaume-Sammlung im Kontext einer Epoche - der Zeit zwischen 1910 und 1930 - und der dezidierten Vorlieben des Kunsthändlers und Sammlers Paul Guillaume zu präsentieren.

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Für den Beitrag verantwortlich: Neue Zürcher Zeitung

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