Bauwerk

Wohnen am Ratschen
Pichler & Traupmann - Deutsch Schützen (A) - 2011
Wohnen am Ratschen, Foto: Lisa Rastl
Wohnen am Ratschen, Foto: Lisa Rastl

Wohnen am Ratschen

Pichler & Traupmann Architekten haben in den Weingärten rund um das südburgenländische Haubenrestaurant Wachter-Wiesler´s Ratschen ein Projekt entwickelt, an dem sich eine Gemeinschaft ausgezeichneter Winzer des renommierten Weinbauortes Deutsch Schützen beteiligt hat, um den Gästen einen angenehmen Ausklang nach der Verkostung in den Weinkellern zu bieten.

Die Arbeiten von Pichler & Traupmann Architekten sind bekannt für ihren Dialog mit der Landschaft und den sensiblen Umgang mit dem projektspezifischen Kontext, aber auch für den hohen Innovationsgrad und die zeitgemäße Interpretation ungewöhnlicher Bauaufgaben. Besonders in diesem Fall waren es wesentliche Faktoren der Projektentwicklung, galt es doch, die Ursprünglichkeit, Einfachheit und meditative Qualität des Ortes mit anspruchsvollem Ambiente zu verbinden.

Es ist touristisch gesehen ein ungewöhnlicher Schritt, die Zimmer eines Nächtigungsbetriebes in die Weingärten auszulagern. Ausgehend vom Restaurant, in dem auch der Empfang und das Frühstück des Betriebes abgewickelt werden, zieht man sich nach einem genussvollen Abend in die freistehenden Schlafeinheiten inmitten der Rebkulturen zurück. Zehn Einheiten mit jeweils zwei Betten und einer Zusatzcouch stehen den Gästen zur Verfügung.

Die frei stehenden Wohnelemente orientieren sich an der signifikanten Kultur der Rebreihen und leiten sich von diesem Landschaftselement ab. Die längslaufenden Wände der Objekte nehmen die Rebreihen vom Abstand zueinander auf und verfestigen diese als gebaute Elemente, zwischen denen die verschiedenen Funktionen angeordnet sind. So schläft man quasi zwischen den Rebreihen, die sich in den großformatigen Fenstern spiegeln und in die Räume hineinzulaufen scheinen.

Auch die Materialsprache bringt die Stärke der Entwurfsidee zum Ausdruck. Im Innen- und im Außenbereich wurde Holz als durchgehender, natürlich nachwachsender Baustoff in verschiedenen Oberflächen und Charakteren verwendet. Das Energiekonzept des Projekts bezieht erneuerbare Energie mit ein.

Das Projekt konnte dank der guten Zusammenarbeit aller am Projekt beteiligten in einer „Rekordbauzeit“ von circa 100 Tagen umgesetzt werden. (Text: Architekt)

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Für den Beitrag verantwortlich: ARCHITEKTUR RAUMBURGENLAND

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