Bauwerk

Zu- und Umbau Parlamentsdirektion
Veronika Vogelauer - Wien - 2012
Zu- und Umbau Parlamentsdirektion, Foto: Pez Hejduk
Zu- und Umbau Parlamentsdirektion, Foto: Pez Hejduk
25. Januar 2013 - Az W
Die Parlamentsdirektion steht vor der Herausforderung, dass der Bedarf an den zur Verfügung stehenden Räumlichkeiten sich laufend ändert, insbesondere nach Wahlen, wenn sich die Zusammensetzung im Parlament ändert und umgesiedelt werden muss. Das neu angemietete Objekt verfügte ursprünglich über 3 Ebenen – Kellergeschoss, Erdgeschoss und erster Stock. Das erste Obergeschoss wurde saniert und für Büros adaptiert. Im Zuge des Umbaus konnte eine zusätzliche Ebene gewonnen werden, indem im Erdgeschoss eine Zwischendeckenkonstruktion eingezogen wurde. Bei der Gestaltung wurde zwischen historischer Substanz und neuen Eingriffen mit entsprechender Konstruktions- und Materialwahl unterschieden. Die Adaptierung der Grundrisse und Sanierung aller Räume erfolgte gemeinsam mit der Anpassung der haustechnischen Anlagen an den heutigen Stand der Technik.

Aufwendig gestaltete sich der Umbau im Kellergeschoss. Wo zuvor Kellerabteile und eine Werkhalle waren, befindet sich heute ein Schulungs- und Besprechungsraum. In einer Nische befindet sich eine temporäre Trennwand, die den Raum zweiteilt, die Lichtschächte wurden geschlossen und werden als Lagerflächen für EDV etc. genutzt. Die Trennwand bietet den einzigen Gestaltungsspielraum im Kellergeschoss, dessen Planung auf Grund der Erdbebennorm und der erforderlichen einbetonierten Stahlrahmen ansonsten unflexibel ist. Der Lüftung kommt im Keller eine wichtige Rolle zu. Die Zuluft steigt durch den perforierten Kellerboden langsam auf und wird hinter der Wandverkleidung abgesaugt. Die Entlüftung aller Büroräume, insbesondere der Kellerräume, erfolgt über das Hofgebäude. Dieses erschließt nicht nur die vier angemieteten Geschosse, sondern verbindet die neuen Büroräume auch mit jenen Räumen der Parlamentsdirektion, die sich im Nachbargebäude befinden. Der Zubau befindet sich außerhalb der Baufluchtlinie, daher ist das Erschließungsbauwerk nur als temporäres Bauwerk (99 Jahre) gewidmet. Der Lüftungsaufbau auf der Terrasse dient auch als Sitzbank und Ablage beim Aufenthalt im Freien.

Wichtig war im Zuge des Umbaus eine Abkoppelung der Erschließungswege von den übrigen Wohn- und Büroeinheiten, die sich in den oberen Etagen des Gebäudes befinden. Die räumliche Trennung ist vor allem der Sicherheit geschuldet. Der außenliegende Lift, der die vier Geschosse barrierefrei erschließt, ist nur über das Hofgebäude zugänglich. Kaum dass die Büroräumlichkeiten fertiggestellt waren, waren sie schon belegt, und zwar von einem überraschend gegründeten Parlamentsklub. (Text: Martina Frühwirth)

teilen auf

Für den Beitrag verantwortlich: Architekturzentrum Wien

Ansprechpartner:in für diese Seite: Maria Welzigwelzig[at]azw.at

Akteure

Architektur

Bauherrschaft
Parlamentsdirektion

Tragwerksplanung

Fotografie