Bauwerk

Wohn- und Geschäftshaus K6
Wolfgang Ritsch Architekten - Dornbirn (A) - 2014
Wohn- und Geschäftshaus K6, Foto: Maria Ritsch
Wohn- und Geschäftshaus K6, Foto: Maria Ritsch
Wohn- und Geschäftshaus K6, Foto: Maria Ritsch

Wohn- und Geschäftshaus K6

01. Februar 2017 - vai

Mitten in Dornbirn schließt das viergeschoßige Wohn- und Geschäftshaus mit urbaner Geste eine Baulücke zwischen Stadtbad und Kino. Der rechteckige Baukörper nützt das Grundstück entlang der nördlichen Grenze straßenbegleitend auf ganzer Länge aus und markiert durch diese Positionierung den Kreuzungsbereich. In Richtung Süden bleibt ein Freiraum, der die notwendige Distanz zum danebenliegenden Kino schafft.

Im Erdgeschoß befinden sich Geschäftsflächen. Das erste Obergeschoß teilen sich zwei Ordinationen. Im zweiten und dritten Obergeschoß befinden sich insgesamt fünf Wohnungen, von denen zwei Wohnungen jeweils über zwei Geschoße reichen. Das dritte Obergeschoß besitzt auf ganzer Länge nach Süden orientierte Terrassen. Die gesamte Dachfläche bietet eine Dachterrasse mit 360°-Ausblick.

Nachhaltigkeit wird durch Flexibilität der Grundrisse und Niedrigenergiestandard gewährleistet. Das Gebäude ist in Stahlbeton-Skelettbauweise mit massiven Plattformen errichtet. Sämtliche Trennwände sind als Leichtbaukonstruktion ausgeführt, wodurch auch für Nachnutzungen eine sehr hohe Flexibilität gewährleistet wird. So könnten beispielsweise die Ordinationen später einmal zu Wohnungen umgebaut werden. Die Anpassungsfähigkeit von Grundriss und Fassade war wesentlicher Grundgedanke der Planung, um offen für Veränderung zu bleiben.

Die Erschließung erfolgt über zwei getrennte, innen liegende Stiegenhäuser. Keiner Fassadenseite ist ein Laubengang vorgelagert, wodurch eine Nord-Süd-Orientierung aller (Wohn-) Einheiten möglich ist und mehr nutzbare Räume entstehen.

Die gelochte Trapezblechfassade bildet eine vorhangähnliche Struktur mit textilem Charakter. Farblich nimmt sie Bezug auf das angrenzende Kinodach und die Fassade des gegenüberliegenden Stadtbads. Somit schafft die kupferbraune Fassade eine subtile Verbindung zur bestehenden Architektur.

Das Elternhaus des Bauherrn auf dem benachbarten Grundstück wurde im Zuge der Bauarbeiten teilsaniert und Anbauten aus den 1950er-Jahren wurden entfernt. Der Altbestand ist nun über eine Brücke, die Terrassenflächen bietet, mit dem Neubau verbunden. (Text: Julia Ess)

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Für den Beitrag verantwortlich: Vorarlberger Architektur Institut

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