Bauwerk

Volksschule und Kindergarten Raaba
Team A Graz - Raaba (A) - 1992
Volksschule und Kindergarten Raaba, Foto: Peter Eder
Volksschule und Kindergarten Raaba, Foto: Angelo Kaunat
31. Januar 2006 - HDA
Es war das Planungsziel, in Raaba für die sich rasch entwickelnde Umlandgemeinde von Graz einen Ort zu schaffen, der einen neuen kommunalen Schwerpunkt im Anschluss an die bestehende Besiedlung bildet.

Das bauliche Ensemble öffnet sich nach Süden, ist zur Sonne hin orientiert. Um das Fußwegsystem innerhalb der Gesamtanlage nicht zu stören, wurden die Parkplätze an der Ostgrenze des Grundstückes situiert; die Bus- und Zubringerspur für Schule und Kindergarten liegt an dem in diesem Bereich entsprechend verbreiterten Zufahrtsweg im Süden des Bauplatzes. Ein langer Wassergraben grenzt den Vorplatz zum Bauwerk hin deutlich ab. Durch die beiden Brücken über diesen Graben entstehen klar artikulierte Eingangssituationen. Der Zugang zum dreiseitigen, von Gebäuden umschlossenen und nach Süden hin offenen Pausenhof ist nur von den Gebäuden aus möglich. Das Wasser für den Wassergraben „entspringt“ einem Wasserkunstwerk, quert in einem flachen, exakt nord-süd-ausgerichteten Gerinne den Schulhof und fließt schließlich über einen Überlaufstein in den Wassergraben.

Die formal zurückhaltend definierten eingeschossigen Baukörper der Klassen und Gruppenräume mit flach geneigten Pultdächern werden von den vom Eingang her ansteigenden Erschließungszonen – „Keilen“ – überragt, die so das Rückgrat der jeweiligen Funktionsbereiche Volksschule und Kindergarten bilden.

Diese „Keile“ und die Kippung der Baukörper des Turnsaales und der Bibliothek geben den Sonderelementen des Ensembles – mit auch außerschulischen Funktionen – ihren besonderen baulichen Ausdruck und stellen ein unverwechselbares formales Charakteristikum der Gesamtanlage dar.

Die durch das Kippen erreichte Neigung der Dächer und Wände der „Keile“, des Turnsaales und der zylindrischen Bibliothek folgt der Neigung des sanft ansteigenden Südhanges. Bei der Schule sind Räume für Unterricht, Verwaltung und Werken in jeweils eigenen Baukörpern entlang der zentralen Erschließungszone angeordnet. Der Medienraum wird durch Öffnen einer Faltwand zum vielfältig nutzbaren Vortragssaal.

Die Klassenräume sind durch Nischen für Kleingruppen gegliedert. Jeder Klasse ist ein Grünbereich vorgelagert, der durch Öffnen der großen Schiebetüren zum Unterricht im Freien genutzt werden kann.

Beim Kindergarten sind den Gruppenräumen im Westen überdachte Sandspielkisten und Freispielflächen vorgelagert, die über die Garderobenräume erreicht werden können. Den Gruppenräumen gegenüber, auf der anderen Seite der mit dem Glasoberlicht akzentuierten Erschließungszone, liegen der Bewegungsraum, die Küche, das Büro und der Therapieraum. Während der gesamten Planungs- und Bauzeit nahm die Auftraggeberin, die Marktgemeinde Raaba, vertreten durch ihren Bürgermeister, intensiv Anteil am Geschehen.
(Text: TEAM A GRAZ)

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Für den Beitrag verantwortlich: HDA

Ansprechpartner:in für diese Seite: Karin Wallmüllerbaudatenbank[at]hda-graz.at

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