Bauwerk

Bestattungszentrum Voitsberg
dreiplus Architekten - Voitsberg (A) - 2007
Bestattungszentrum Voitsberg, Foto: Walter Luttenberger
Bestattungszentrum Voitsberg, Foto: Walter Luttenberger
25. Juni 2008 - HDA
Das neue Bestattungszentrum ersetzt eine alte Zeremonien- und Aufbahrungshalle, die den Anforderungen einer zeitgemäßen Verabschiedung nicht mehr gerecht worden war. Auch waren die Bereiche der Verwaltung und Wirtschaftsräume bis dahin an verschiedenen Standorten untergebracht.

Da der Betrieb der Bestattung nicht unterbrochen werden konnte, musste die bestehende Anlage bis zur Inbetriebnahme des neuen Zentrums erhalten bleiben. Das Absetzten des neuen Gebäudes vom zentralen Platz, der achsial zum Friedhofshaupteingang liegt, wurde daher zum städtebaulichen Kompromiss.
Das neue Bestattungsgebäude liegt nördlich der Friedhofsanlage an einem zentralen Platz, der achsial zum bestehenden Haupteingang angeordnet ist.

Das Gebäude verfolgt das Pinzip einer Hofanlage und wird von zwei unterschiedlich genutzten Höfen bestimmt: einem abgeschlossenen Wirtschaftshof mit seinen anliegenden Arbeitsräumen und dem Ruhehof mit der angrenzenden Zeremonienhalle und Aufbahrung, der auch den öffentlichen Teil des Esembles definiert.

Der abschließbare Wirtschaftshof ist Zugang und Verteiler für die Mitarbeiter. An ihn sind alle Nebenräume, Garagen, Arbeitsräume der Prosektur und der Aufenthaltsbereich der Mitarbeiter angeordnet. Die Zugänge führen direkt in die Arbeitsgänge, von denen auch die Bereiche der Aufbahrung, Zeremonienhalle und Verwaltung erschlossen werden. Der gesamte Wirtschafts- und Mitarbeiterbereich ist für die Öffentlichkeit nicht einsehbar und ermöglicht daher ein „ungestörtes“ Arbeiten. Ihre Belichtungsflächen orientieren sich zur Gänze in den Wirtschaftshof.
Der durch ein Vordach vom Friedhofsplatz getrennte Ruhehof definiert mit der angrenzenden Zeremonienhalle, Aufbahrung und Vorverabschiedung den öffentlichen Teil des Bestattungsgebäudes. An seiner Rückseite wird er durch einen Übergang (Aufbahrung-Zeremonienhalle) begrenzt, der zum kurzeitigen Verweilen einlädt.

Die äußere Hülle des Gebäudes wird durch die sandfarbige, raue Struktur des sandgestrahlten Betons bestimmt. Mit seiner „erdigen“ Oberfläche scheint die eingeschossige Anlage aus dem Boden gewachsen zu sein und verleiht dem Gebäude eine gewisse „Erdverbundenheit“. Genau definierte und gesetzte Fenster- und Türelemente durchbrechen die geschlossene Umgebungswand der Anlage. Sie lassen das Tageslicht mit unterschiedlicher Intensität eindringen und regeln den Ein- und Ausblick in die dahinter liegenden Räume.

Der Inneraum der Verabschiedungsräume ist mit grossflächigen Birkensperrholzplatten ausgekleidet. Mit ihrem Einsatz an Wänden und Decken wird eine optische Wärme erzielt, die der Nutzung der Räume gerecht wird.
Durch großflächige, transluzente Glasflächen entsteht im Innenraum eine private, ruhige Atmosphäre, die vor Einblicken schützen und die Räume trotzdem lichtdurchflutet erscheinen läßt. Ein geschliffener, schwarz eingefärbter Estrich mit Terrazzoeffekt findet in den öffentlichen Räumen Anwendung. (Text: Architekten)

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Für den Beitrag verantwortlich: HDA

Ansprechpartner:in für diese Seite: Karin Wallmüllerbaudatenbank[at]hda-graz.at

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