Bauwerk

Haus M.
Stefan Tenhalter - Riegersburg (A) - 2005
Haus M., Foto: Paul Ott
Haus M., Foto: Paul Ott
13. Juni 2010 - HDA
Vor Jahren schon wurde ein im Westen an das alte Haupthaus angebautes Nebengebäude abgerissen und mit wenig Sensibilität ein größerer, zweigeschossiger Rohbau mit Satteldach errichtet. Der Bau wurde nach Eindecken des Dachstuhls eingestellt und blieb für die nächsten 20 Jahre eine unfertige Baustelle.
Auch wenn sich Grundfläche und Firstausrichtung des Gebäudes am Vorgängerbau orientierten, wurde das insgesamt sehr reizvolle Ensemble aufgrund der ungelenken Anschlüsse des Neubaus an den Altbestand und der fehlenden Maßstäblichkeit beeinträchtigt.

Das gewünschte Raumprogramm für den neuerlichen Umbau umfasste eine Gästewohnung mit Bad im Erdgeschoß, ein großes Arbeitszimmer im Obergeschoß sowie ein weiteres Bad, das auch vom alten Wohnhaus aus nutzbar sein sollte.
Vom gepflasterten Innenhof betritt man über einen Vorraum die Gästewohnung, die sich mit drei hohen Fenstertüren zum Garten und zur Terrasse öffnet. Ein vor langer Zeit abgebrochener Stiegenaufgang vom Hof zu einem überdeckten Vorbereich im höher gelegenen Altbau wurde aus alten Fotografien rekonstruiert und in Sichtbeton neu errichtet. Von diesem kann sowohl das Erdgeschoss des Altbaus, als auch das Obergeschoß des Neubaus betreten werden. Dieses besteht im Wesentlichen aus einem bis unter den First reichenden großen Raum, in den eine hölzerne Galerie, abgerückt von den Außenwänden, frei hineingestellt wurde. Von dieser Galerie gelangt man in ein raumhoch verglastes Bad, bzw. auf ein hölzernes Terrassendeck, das vom Innenhof kaum einsehbar zwischen Alt- und Neubau eingebettet ist.

Die dem Garten zugewandte Giebelfassade wurde vollständig neu formuliert. Ein vertikaler Glasschlitz streckt die Ansicht optisch in die Länge, quer liegende Hebefenster im Obergeschoss ermöglichen einen Panoramablick in die Landschaft. Die beim Schließen der außen liegenden Holzläden der Fenstertüren im Erdgeschoß entstehende Kreuzform in der Fassade gibt dem Gebäude eine markante, unverwechselbare Physiognomie. Die Bretterverschalung aus Lärchenholz bleibt unbehandelt, die langsam verwitternde Oberfläche und die Rauheit des unverputzten Mauerwerks aus Abbruchziegeln binden das Gebäude in den ländlichen Kontext der Umgebung ein. (Text: Architekt)

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Für den Beitrag verantwortlich: HDA

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