Bauwerk

Geriatriezentrum Liesing Freiraum
3:0 Landschaftsarchitektur - Wien (A) - 2012
Geriatriezentrum Liesing Freiraum, Foto: 3:0 Landschaftsarchitektur
Geriatriezentrum Liesing Freiraum, Foto: 3:0 Landschaftsarchitektur
24. Mai 2013 - next.land

Im Jahr 1240 wurde das Wasserschloss Liesing erstmals urkundlich erwähnt. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts wird das alte Schloss als Pflegeheim genutzt. Im Zuge des Wiener Geriatriekonzepts werden die bestehenden Wohn- und Pflegehäuser umstrukturiert und unter neuen Bedingungen zusammengefügt. Während die Bestandsbauten zu Wohnhäusern umfunktioniert werden, übersiedeln die zum Teil kranken und pflegebedürftigen Senioren in einen Neubau nach Plänen von Johannes Kaufmann und Riepl Riepl Architekten.
Das gesamte Gebäude, das um die bestehenden Bäume herumgeplant wurde, ist in eine Hülle aus glänzenden Messing-Lamellen eingepackt. Dem metallischen Charakter des Hauses wird ein grün durchdrungenes Erdgeschoß gegenübergestellt. Der überdachte Loungebereich ist in sieben so genannte „Gartenzimmer“ gegliedert. Die öffentlich zugänglichen Sitzinseln bestehen aus dunklen Holzpodesten (Thermoesche) mit zahlreichen Sitzmöglichkeiten. Die rundum laufenden Hecken dienen nicht nur einer gewissen Privatsphäre, sondern auch dem Windschutz. Auf diese Weise soll auch Personen mit eingeschränkter Mobilität ein hochwertiger Grünraum zur Verfügung gestellt werden.
Die übrige Fläche ist mit hellem kunstharzgebundenem Kies ausgelegt. Die fugenlose und niveaugleiche Oberfläche ist rollstuhltauglich. Dazwischen befinden sich ein Pflanzenbeet mit Rosen und Stauden sowie ein Sandfeld für Boccia-Stunden mit Freunden und Verwandten. Ein paar Meter weiter beginnt bereits der historische Schlosspark mit seinem alten Baumbestand. Eine neu gepflanzte Lindenbaum-Reihe neben der Garageneinfahrt rundet das Bepflanzungskonzept ab.
Im Innern des Liesinger Pflegeheimes gibt es drei zugängliche Atrien. Jeder der drei Innenhöfe ist einem anderen Konzept untergeordnet. Das westliche Atrium ist der Physiotherapie gewidmet. Die unterschiedlichen Flächen aus Ortbeton mit Besenstrich liegen wie gebrochene Schollen im Gelände und werden mittels Rampen und Übungstreppen miteinander verbunden. Das mittlere Atrium ist die gezähmte Version eines wilden Gartens. In den rechteckigen Pflanzenbeeten wachsen Felsenbirnen, Winterschneebälle und Dirndlsträucher. Und im östlichen Atrium wird das Auge mit klassischen, so genannten Topiarien verwöhnt: Eiben, Buchs und Stechpalmen werden kugelförmig beschnitten. Ergänzt wird das Freiraumkonzept von einem Demenzgarten auf dem Dach.

teilen auf

Für den Beitrag verantwortlich: next.land

AnsprechpartnerIn für diese Seite: Sekretariat ÖGLAsekretariat[at]oegla.at