Veranstaltung

Tropical Modernity: Mexiko & Brasilien
Kino
Tropical Modernity: Mexiko & Brasilien © Filmcasino
Sonntag, 12. Februar 2017, 13:00 Uhr
Filmcasino
Margaretenstraße 78
A-1050 Wien


VeranstalterIn: Filmcasino

Unter den lateinamerikanischen Ländern waren Mexiko und Brasilien die wichtigsten Staaten, die sich kritisch und kreativ mit den Positionen des „Internationalen Stils“ auseinander gesetzt haben und ihre Version einer „tropischen Moderne“ schufen. Anhand zweier Architektur-Weltstars stellen zwei Filme diese Bewegungen vor: Lina Bo Bardi (1914-92) war eine einflussreiche Architektin und bekannte Persönlichkeit im multi-ethnischen Kulturleben von Brasilien. Der bedeutendste mexikanische Vertreter einer Weltarchitektur war Pritzker-Preisträger Luis Barragán (1902-88).

Anschließend Gespräch mit Belinda Rukschcio (Berlin) und Judith Augustinovic (Rio de Janiero/Graz). Moderation: Helmut Weihsmann (Kurator).


Mit den Filmen:

CASA LUIS BARRAGÁN - Mythos der Moderne
R: Ralph Ströhle [© SWR] | D | 2005 | 15 min | Farbe | DF | ÖE

Luis Barragán (1902-88) gilt als der bedeutendste mexikanische Vertreter einer Weltarchitektur auf hohem Niveau und lokalspezifischen Charakter. Als der 1980 mit dem Pritzker-Preis ausgezeichnet wurde, war er immerhin schon 78 Jahre alt. Sein Werk ist ein Beispiel für den kulturellen Reichtum Mexikos, welches ebenso von der Folklore seines Landes als auch vom „Internationalen Stil“ in seiner künstlerischen Auseinandersetzung mit moderner und zeitgenössischer Kunst geprägt ist. Durch die Poesie, Schönheit und Einzigartigkeit seiner Bauwerke, die sich alle in Mexiko befinden, übte Barragán einen starken Einfluss auf mehrere Architekturgenerationen im In- und Ausland aus. Luis Barragán wird deshalb zur Recht als der Urvater der lateinamerikanischen Spielart jener spirituellen und indigenen „tropischen Moderne“ bezeichnet, der einen alternativen Weg zur Re-Interpretation des „Internationalen Stils“ eingeschlagen hatte.


PRECISE POETRY - Lina Bo Bardi's Architecture
R: Belinda Rukschcio | BRA / AT / D | 2013 | 53 Min| Farbe | OmU.

Die ursprünglich aus Italien stammende Achillina („Lina“) Bo Bardi (1914-92) war eine ebenso bekannte Persönlichkeit im multi-ethnischen Kulturleben von Brasilien sowohl als einflussreiche Lehrerin als auch als einer der wenigen Architektinnen Südamerikas, die unter anderem für die Realisierung des ersten Glashauses (1950) im Stadtteil Morumb, einem Vorort von São Paulo, des „schwebenden“ Kunstmuseums (1957) und des Kulturzentrums SESC Fábrica da Pompéia weltberühmt wurde. Dieses wunderbare Filmporträt der Österreicherin Belinda Rukschcioverfolgt die Arbeits- und Lebensspuren der Frau von Italien nach São Paulo, Rio de Jañiero und Salvador da Bahia und wirft zuletzt die Sinnfrage aus: Was bleibt von einer Person im gebauten Werk, welches sie in ihrem Gastland Brasilien hinterließ? Rukschcios gelungener Debütfilm zeigt nicht bloß die Lebensgeschichte der Frau, sondern nähert sich dem Thema anhand fragmentarischer Erinnerungen ihrer ehemaligen Schüler und Kollegen an, um die sensible und behutsame Arbeitsweise der ungewöhnlichen Frau zu dokumentieren.

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