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Schutzschild gegen die Spuren der Zeit

Fast 5000 Quadratmeter unbehandelter Stahl umhüllen das Sammlungszentrum des Schweizer Landesmuseums wie eine Rüstung. Das archaisch anmutende Material beginnt, die Spuren der Zeit zu tragen – so wie die gelagerten Exponate ihre Spuren in der Zeit hinterlassen haben. Das Gebäude versinnbildlicht das Verhältnis der Schutzhülle zum Inhalt, die Grenze zwischen Vergänglichkeit und Beständigkeit.

Evelyn C. Frisch, Elisabeth Schabus, Steeldoc, 01.09.2008

Endlich mal schlendern!

»The High Line« in New York

Die Todeslinie, wie sie einst die New Yorker nannten, weil täglich Arbeiter auf der ehemaligen Bahnlinie ums Leben kamen, wird in wenigen Monaten als schwebender Garten eröffnet: Mitten in einem durch Hafen und Gewerbe geprägten Teil Manhattans entsteht auf den Überresten der aufgegebenen Hochbahn derzeit der erste Abschnitt eines Parks, der sich in acht Metern Höhe auf mehreren Kilometern zwischen Gebäuden hindurchschlängelt. Die glückliche Verwandlung ist ein Sieg für beherzte Bürger: Um eine Haar wäre die High Line zugunsten einer renditeträchtigen Bebauung abgerissen worden. Nun wird sie wohl dennoch zum Magnet für Immobilienmakler.

Fred Bernstein, deutsche bauzeitung, 01.09.2008

Und mittendrin ein Park

Der in Zürichs Nachbarstadt Opfikon gelegene »Glattpark« ist mit 670 000 Quadratmetern das größte Entwicklungsgebiet der Schweiz. Hier wird noch bis 2015 ein ganzer Stadtteil neu erbaut. Sein Zentrum bildet bereits heute der Opfikerpark mit einem rechteckigen, über fünfhundert Meter langen See. Mit dieser Dimension und einem klaren, äußerst großzügigen und minimalistischen Entwurf entwickelt die Anlage ein starkes Bild einer Landschaft, das der heterogenen Struktur der Umgebung wohltuend entgegenwirkt.

Sabine Wolf, deutsche bauzeitung, 01.09.2008

Badenixen und Zauneidechsen

Vier Uferneugestaltungen in Zürich

Während langsam auch in deutschen Städten ein Trend zur Neugestaltung und »Öffnung« von Flussufern zu verzeichnen ist – etwa in Frankfurt, Ingolstadt oder unlängst in Wuppertal –, verdeutlichen mehrere bereits in den vergangenen vier Jahren realisierte Projekte in Zürich den vorbildlichen Umgang der Stadt mit ihren Flussufern. Diese bietet ihren Bewohnern kurzfristige Naherholung direkt am Wohn- oder Arbeitsort – und das auf bemerkenswert einfache und dennoch großzügige Art und Weise.

Claudia Moll, deutsche bauzeitung, 01.09.2008