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Leona Lynen – Gemeinwohlorientierte Stadtplanung

Über viele Jahre stand das Haus der Statistik mitten in Berlin leer. Auf Hinwirken einer Gruppe engagierter Künstler:innen, Architekt:innen, Kulturschaffender und Politiker:innen wurden 2015 die bisherigen Pläne für den Verkauf an Investoren und der geplante Abriss verhindert. Leona Lynen ist gemeinwohlorientierte Projektentwicklerin und seit 2018 aktiv an der Gestaltung des Transformationsprozesses des Modellprojekts Haus der Statistik beteiligt. Sie ist im Vorstand der Genossenschaft ZUsammenKUNFT Berlin (ZKB eG), die gemeinsam mit vier Kooperationspartnern der öffentlichen Hand das Haus der Statistik in Berlin zu einem gemeinwohlorientierten Stadtteil umbaut. Im Gespräch erzählt sie aus Sicht der Initiative, warum sie sich beim Haus der Statistik engagieren und was sie dort konkret vorhaben.

Anne Isopp, nextroom fragt:, 07.05.2024

Regula Lüscher – Stadt ist ein Gemeinschaftsprodukt

Regula Lüscher nennt sich Stadtmacherin. Die Schweizer Architektin und Stadtplanerin war von 2007 bis 2021 Senatsbaudirektorin und Staatssekretärin für Stadtentwicklung in Berlin. Zu Beginn ihrer Amtszeit wollte man das Haus der Statistik, direkt am Alexanderplatz in Berlin gelegen, noch abreißen. Inzwischen wird der für die Ostmoderne charakteristische Bau saniert, um Neubauten für Wohnen und Verwaltung erweitert und avancierte zu einem Vorbild für eine gemeinwohlorientierte Stadtplanung. Regula Lüscher übernahm in ihrer Funktion als Senatsbaudirektorin die wichtige Aufgabe der Kommunikation zwischen den beteiligten Gruppen. Sie erzählt im Gespräch, wie es zu dem Sinneswandel im Umgang mit dem Haus der Statistik kam und was sie unter einer nachhaltigen Stadtplanung versteht. Das Gespräch ist in voller Länge im Podcast Morgenbau anzuhören.

Anne Isopp, nextroom fragt:, 09.04.2024

Stefan Bendiks – Mehr Platz fürs Rad

Artgineering ist ein Planungsbüro an der Schnittstelle von Verkehrs-, Stadt- und Landschaftsplanung, das Stefan Bendiks und Aglaée Degros 2001 gründeten. Seitdem beschäftigen sie sich mit der Transformation des öffentlichen Raums weg vom Autoverkehr hin zur aktiven Mobilität. Sie gestalteten öffentliche Räume in den Niederlanden und Belgien und waren federführend am Masterplan für die Radoffensive 2030 der Stadt Graz beteiligt, der derzeit Schritt für Schritt umgesetzt wird. Im Gespräch erzählt Stefan Bendiks, warum Verkehrsraum immer auch öffentlicher Raum ist und warum seine Transformation eine völlig neue Denk- und Herangehensweise erfordert. Das Gespräch ist in voller Länge im Podcast Morgenbau anzuhören.

Anne Isopp, nextroom fragt:, 05.03.2024

Robert Härtl – Mit Stroh bauen

Das Münchner Architekturbüro Hirner & Riehl hat in Süddeutschland ein dreigeschossiges Gebäude aus Holz und Stroh gebaut. Das Haus St. Wunibald ergänzt die barocke Klosteranlage Plankstetten und beherbergt Gästezimmer, Büroräume und einen Kindergarten.
Das Holz stammt aus dem klostereigenen Forst, das Stroh von den eigenen Feldern. Während bei Einfamilienhäusern das Stroh meist händisch eingebracht wird, wurden hier die Wand- und Deckenelemente inklusive der Strohdämmung in einer Zimmerei vorgefertigt. Robert Härtl ist Partner im Büro Hirner & Riehl und erzählt, wie das Team überhaupt auf die Idee gekommen sind, mit Stroh zu bauen, welche Erfahrungen sie dabei gemacht haben und warum ihm die Idee, einen Baustoff vom eigenen Feld einzubauen, so gut gefällt. Das Gespräch ist in voller Länge im Podcast Morgenbau anzuhören.

Anne Isopp, nextroom fragt:, 23.01.2024

ufo ufo – Initiative gegen Abriss

Lena Löhnert, Jeanne Astrup-Chauvaux, Sebastian Díaz de León und Florine Schüschke gründeten gemeinsam das Raumforschungskollektiv „Urban Fragment Observatory“, kurz „ufo ufo“. Mit ihrer Arbeit setzen sie sich für eine nachhaltige und sozial gerechte Stadtentwicklung ein und versuchen den aktuellen stadtpolitischen Diskurs mittels unterschiedlicher Medien auch über die Fachwelt hinaus einem möglichst breiten Publikum zugänglich zu machen. Im Gespräch erzählt Lena Löhnert, warum wir aufhören müssen, Gebäude abzureißen, welches Potenzial in den Bestandsstrukturen der Nachkriegszeit steckt und was das Kollektiv unter einer klimagerechten Stadtentwicklung versteht.

Lucas Fischötter, nextroom fragt:, 02.01.2024

Elias Molitschnig – Baukultur am Land

Elias Molitschnig ist Mitarbeiter der Kärntner Landesregierung. Hier ist er zuständig für kommunale Bauvorhaben und Baukultur. Er sieht die Stärkung der Ortskerne als einen wichtigen Impuls für die Entwicklung des ländlichen Raumes und unterstützt die Gemeinden dabei, Leerstand zu aktivieren und Ortskerne zu stärken.
Auch die Kärntner Gemeinde Oberdrauburg hat er von der Idee bis zur Umsetzung beratend dabei begleitet, den neuen Veranstaltungssaal nicht auf der grünen Wiese, sondern auf einem bestehenden Supermarkt zu errichten. Das von der Klagenfurter Architektin Eva Rubin entworfene Gebäude wurde zuletzt mit dem Kärntner Holzbaupreis ausgezeichnet.
Im Gespräch erzählt Elias Molitschnig, welche Rolle er bei solchen Projekten übernimmt und warum er einen Lehrgang für Baukultur, Raumplanung und Ortsentwicklung in Kärnten ins Leben gerufen hat.

nextroom fragt:, 05.12.2023

Kim Le Roux – Das zirkuläre Büro

Das Berliner Architekturbüro LXSY hat in Berlin einen Coworking-Space mit überwiegend gebrauchten Materialien ausgebaut. Dieser Impact Hub liegt im CRCLR Haus, einer ehemaligen Fasslagerhalle auf dem Gelände der Berliner-Kindl-Brauerei, deren Umbau ganz im Zeichen der Kreislaufwirtschaft stand. Die Architektinnen von LXSY, Kim Le Roux und Margit Sichrovsky, haben beim Innenausbau auch auf eine einfache Rückbaubarkeit und Demontage geachtet, sodass die Materialien auch darüber hinaus noch weiterverwendet werden können.
Im Gespräch erklärt Kim Le Roux, wo sie die gebrauchten Materialien gefunden haben, wie sie eine neue Ästhetik entwickelt haben und inwiefern sich dabei ihr Aufgabenfeld verändert hat. Das Gespräch ist in voller Länge im Podcast Morgenbau anzuhören.

Anne Isopp, nextroom fragt:, 07.11.2023

Martin Strele – Boden ist kostbar

Der fortschreitende Verlust von wichtigen Grünflächen führte in Vorarlberg vor mehr als zehn Jahren zur Gründung des Vereins Bodenfreiheit. Die Idee war, mit den Mitgliedsbeiträgen Flächen zu kaufen, um sie vor einer Bebauung zu schützen und landwirtschaftliche Nutzflächen zu erhalten. Martin Strele ist Mitgründer und Obmann des Vereins und erklärt im Gespräch, warum die Vereinsmitglieder Grünflächen oder Dienstbarkeiten an Flächen erwerben und was sie dann damit tun. Neben der Freihaltung der Grundstücke geht es ihnen auch um Themen der Biodiversität und um die Bewusstseinsbildung in der Bevölkerung. Das Gespräch mit Martin Strele ist im Podcast Morgenbau in voller Länge anzuhören.

Anne Isopp, nextroom fragt:, 10.10.2023

gaupenraub+/- – Offen für alle

Seit 1999 führen Ulrike Schartner und Alexander Hagner das Wiener Architekturbüro gaupenraub+/- und engagieren sich seit vielen Jahren in der Obdachlosenhilfe. Gemeinsam mit dem Trägerverein Vinzenzgemeinschaft St. Stephan und Vinzenzgemeinschaft Eggenberg aus Graz entstanden dabei wegweisende Bauten. Im VinziRast mittendrin wohnen und arbeiten Studierende und ehemalige Obdachlose zusammen. Im VinziDorf in Wien wohnen alkoholkranke langzeitobdachlose Männer. Und die VinziRast am Land ist ein Landwirtschaftsbetrieb, in dem vormals obdachlose Menschen wohnen, arbeiten und dabei wieder „Boden unter den Füßen“ gewinnen können. gaupenraub+/- erschafft Orte der Begegnung – hybrid, integrativ und im Dienst des nötigen gesellschaftlichen und sozialen Wertewandels. Das Gespräch mit Ulrike Schartner und Alexander Hagner ist im Podcast Morgenbau in voller Länge anzuhören.

Anne Isopp, nextroom fragt:, 25.07.2023

Elisabeth Endres – Wie wenig ist genug?

Elisabeth Endres ist Professorin für Gebäudetechnologie an der TU Braunschweig und leitet dort das Institut für Bauklimatik und Energie der Architektur. Im Ingenieurbüro Hausladen ist sie Mitglied der Geschäftsführung.
Eines ihrer Lieblingsprojekte ist, wie sie selbst sagt, die Sanierung des Eiermannbaus in Apolda. Der Industriebau in Thüringen wurde vom Architekten Egon Eiermann in den 1930er-Jahren erweitert und nun nach langem Leerstand von der IBA Thüringen reaktiviert. Die IBA Thüringen hat hierfür gemeinsam mit Elisabeth Endres ein Haus-im-Haus-Konzept entwickelt, bei dem Standard-Gewächshäuser als Bürozimmer dienen. Diese kleinen Einheiten sind individuell zu beheizen, die Etage selbst hat eine Grundtemperatur von etwa 15 Grad. Das erlaubt es, mit geringen Mitteln und wenigen Eingriffen in die Substanz das Haus wieder nutzbar zu machen. Im Gespräch erklärt Elisabeth Endres, warum es so wichtig ist, Gebäude zu entwickeln, die aus sich heraus ohne viel Technik gut funktionieren. Das Gespräch ist in voller Länge im Podcast Morgenbau anzuhören.

Anne Isopp, nextroom fragt:, 27.06.2023

Roger Boltshauser – Mit Lehm bauen

Der Schweizer Architekt Roger Boltshauser ist bekannt für seine Bauten mit Lehm. In Zusammenarbeit mit Studierenden hat er für das Ziegelei-Museum in Cham im Kanton Zug einen 9 Meter hohen Turm aus Stampflehm errichtet, den sogenannten Ofenturm. Der Bau ist Ausstellungsraum, Aussichtplattform und Brennofen zugleich. Und er ist das erste Gebäude, das in vorgespannter Lehmbauweise ausgeführt wurde. Boltshauser sieht in dieser Bauweise eine Möglichkeit, mit Lehm höhere und größere Gebäude zu errichten. Im Gespräch erklärt er, warum er das Material Lehm aus seiner Nische holen will und weshalb auch ein Lehmbau demontabel sein kann und warum er die Zukunft in Hybridkonstruktionen sieht. Das Gespräch ist in voller Länge im Podcast Morgenbau anzuhören.

Anne Isopp, nextroom fragt:, 30.05.2023

SchloR – Als Gruppe gemeinwohlorientiert handeln

SchloR ist eine Gruppe von Menschen unterschiedlichsten Backgrounds, die in Wien-Simmering gemeinsam ein selbstverwaltetes Kultur-, Werkstätten- und Wohnprojekt auf die Beine stellen. Dafür kauften sie im Sommer 2019 ein ehemaliges Zirkustrainingsgelände, um als Teil von habiTaT, dem Mietshäuser Syndikat in Österreich, die Immobilie dem freien Markt zu entziehen und sie gemeinwohlorientiert weiterzuentwickeln und zu nutzen. Die bestehenden Gebäude wurden von der Architektin Gabu Heindl saniert, aufgestockt und um einen Wohntrakt erweitert. Dass hier so ökologisch wie möglich gebaut werden sollte, stand von Anfang an fest. Rainer Hackauf, Mitglied von SchloR, führte Anne Isopp über das Gelände. Mehr über das Projekt SchloR gibt es auch im Morgenbau-Podcast, Folge 9, zu hören.

Anne Isopp, nextroom fragt:, 16.05.2023

Almut Grüntuch-Ernst – Schwieriges Bauerbe

Die Berliner Architekten Grüntuch Ernst wandelten ein ehemaliges Frauengefängnis in Berlin-Charlottenburg in ein Hotel um. Während der NS-Zeit waren in diesem Gefängnis Widerstandskämpferinnen inhaftiert, viele von ihnen wurden hingerichtet. Aus einem beklemmenden, düsteren Ort schufen sie einen Ort des Ankommens und des Verweilens. Im Gespräch erzählt Almut Grüntuch-Ernst, die das Büro gemeinsam mit ihrem Mann Armand Grüntuch führt, warum wir uns auch mit schwierigen Bauten auseinandersetzen müssen und wie dies gelingen kann. Das Gespräch ist in voller Länge im Podcast Morgenbau anzuhören.

Anne Isopp, nextroom fragt:, 25.04.2023

Markus Schadenbauer – Innenstadt revitalisieren

Aus der verödeten Marktstraße in Hohenems ist eine lebendige Wohn- und Einkaufsstraße geworden. Diese Verwandlung geht vor allem auf das Engagement des privaten Projektentwicklers Markus Schadenbauer zurück. Ihm ist es gemeinsam mit der Stadt und der Bevölkerung gelungen, diese Kehrtwende einzuleiten, durch einen sorgsamen Umgang mit dem historischen Bestand und einem Verständnis für die Qualitäten moderner Architektur. Markus Schadenbauer erzählt, warum es für so eine Transformation immer eine Person vor Ort geben muss, die sich darum kümmert, und warum er viel Wert auf eigentümergeführte Ladenlokale legt. Das Gespräch ist in voller Länge im Podcast Morgenbau anzuhören.

Anne Isopp, nextroom fragt:, 21.03.2023

Anja Rosen – Ein Ressourcenpass für jedes Gebäude

Anja Rosen ist Honorarprofessorin für zirkuläres Bauen an der Bergischen Universität Wuppertal. Im Rahmen ihrer Promotion erarbeitete sie den Urban Mining Index, ein Tool zur Bewertbarkeit von kreislauffähigem Bauen. In der Stadt Korbach in Nordhessen begleitete sie als Expertin ein Modellprojekt: Beim Rathausneubau nutzte man den Bestand als „urbane Mine“ und versuchte so, den Kreislauf zu schließen. Warum wir in Zukunft zirkulär bauen müssen und warum der Staat hier regulierend eingreifen soll, erzählt sie Anne Isopp.

Anne Isopp, nextroom fragt:, 14.02.2023

Hermann Kaufmann – Know-how aufbauen

Der Vorarlberger Architekt Hermann Kaufmann ist ein Pionier des modernen Holzbaus. An der TU München war er bis zu seiner Emeritierung 2021 Professor für Holzbau und Entwerfen. Nach wie vor führt er in Schwarzach mit seinen Partnern das von ihm gegründete Büro HK Architekten. Bei jedem Gebäude versucht er, die Möglichkeiten des modernen Holzbaus aufs Neue auszuloten und Antworten im Bereich des nachhaltigen Bauens zu finden. In Bad Aibling hat er nun ein Parkhaus aus Holz gebaut. Im Gespräch erzählt er, wie es dazu kam und warum ihm der Boom im Holzbau auch Sorgen bereitet. Das Gespräch ist in voller Länge im Podcast Morgenbau anzuhören.

Anne Isopp, nextroom fragt:, 31.01.2023

Gabu Heindl – Ökologisch und sozial gedacht

Gabu Heindl ist Architektin und Stadtplanerin in Wien und seit Herbst 2022 Professorin an der Uni Kassel, wo sie derzeit einen neuen Lehrstuhl für Architektur, Stadt und Ökonomie aufbaut. Mit ihrem Büro GABU Heindl Architektur baut sie zurzeit in Wien an einem Industriestandort ein bestehendes Ensemble zu einem selbstverwalteten Kultur-, Werkstätten- und Wohnprojekt um. Die Gruppe, für die sie hier baut, nennt sich SchloR und ist Teil von habiTAT, einem Verein, der nach dem Modell des deutschen Mietshäuser Syndikats agiert. Gabu Heindl erzählt, warum SchloR echte Pionierarbeit leistet und warum wir intergenerational denken müssen. Das Gespräch ist in ganzer Länge im Podcast Morgenbau nachzuhören.

Anne Isopp, nextroom fragt:, 20.12.2022

Anne Niemann – Einfach umbauen

Anne Niemann forscht und lehrt im Bereich des Holzbaus und des energieeffizienten Planens und Bauens. Sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Entwerfen und Konstruieren an der TU München und hat seit Oktober eine Vertretungsprofessur an der Hochschule Augsburg inne. Sie ist Projektleiterin von wegweisenden Forschungsvorhaben wie „Einfach bauen“. Mit den von Florian Nagler errichteten Häusern in Bad Aibling wurden die Forschungsergebnisse in die Praxis übertragen. Anne Niemann erzählt, wie Theorie und Praxis sich zueinander verhalten und warum das Bauen anders bepreist werden muss. Das Statement holte Anne Isopp ein.

Anne Isopp, nextroom fragt:, 06.12.2022