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ETHOUSE Award 2011

Der Preis für energieeffizientes Sanieren

2011 wurde zum vierten Mal den ETHOUSE Award vergeben. Damit würdigt Ethouse Gebäudesanierungen, die eine innovative Herangehensweise an das Thema Energieeffizienz unter Beweis stellen.

Im Namen ETHOUSE sind die zwei Begriffe ETICS (engl. External Thermal Insulation Compound System) und HOUSE verbunden. Dass daraus auch Ethos gelesen werden kann, ist kein Zufall: Die thermische Gebäudesanierung ist eine unverzichtbare Maßnahme zum Erreichen der Klimaziele. Immerhin ist der Gebäudebestand der 25 EU-Mitgliedsstaaten für mehr als 40 Prozent des gesamten Primärenergieverbrauchs in der EU verantwortlich.

Herausforderung Bestand
Experten gehen davon aus, dass der Verbrauch mit dem Einsatz besserer Technik um mindestens ein Fünftel gesenkt werden kann. Dazu zählt natürlich auch die thermische Sanierung von Wohnbauobjekten der 70er, 80er und 90er Jahre, die entweder gar keine oder eine viel zu geringe Dämmung aufweisen.

Die Besten unter den Guten
Hier setzt der ETHOUSE Award an. Er zeichnet die besten unter den guten Sanierungen aus: Projekte, die das Thema Wärmeschutz um neuen Ideen und innovatives Denken erweitern.

Architekturpreis des Landes Steiermark 2010

Alle zwei Jahre wird auf Beschluss der Steiermärkischen Landesregierung der Architekturpreis des Landes Steiermark für beispielgebende Leistungen auf dem Gebiet der Architektur verliehen.
Das Preisgeld in der Höhe von € 8.000 erhält ungeteilt ein Preisträger.

Über den Preisträger bzw. die Vergabe von undotierten Anerkennungen entscheidet ein auf Vorschlag des Hauses der Architektur vom Land Steiermark bestellter, nicht in Österreich ansässiger Kurator, der mit dem „Blick von außen“ seine Wahl aus der Vielzahl der eingereichten Projekte trifft.
Der Preis ist somit nicht nur Gradmesser für die baukulturelle Entwicklung der Region, sondern auch
wesentlicher Bestandteil einer inhaltlichen Reflexion.

Für den Architekturpreis 2010 wurde als Kurator Hubertus Adam eingeladen, in Zürich tätiger Kunst- und Architekturhistoriker sowie Architekturkritiker und künstlerischer Leiter des Schweizerischen Architekturmuseums Basel. Nach Durchsicht der über sechzig Einreichungen und Besichtigung von ca. 25 Bauten in der gesamten Steiermark wählte Hubertus Adam zehn „nominierte Projekte“, darunter einen Preisträger und drei Anerkennungen.

Verliehen wird der Architekturpreis des Landes Steiermark durch Kulturlandesrat Dr. Christian Buchmann im Rahmen einer festlichen Veranstaltung am 9. Juni 2011 im Space04. Hubertus Adam wird in einem kurzen Statement sowohl seinen prinzipiellen Zugang als Kurator als auch die Begründung für die Wahl des Preisträgers bzw. der drei Anerkennungen erläutern.

Hubertus Adam:
Begründung der Preisvergabe an weichlbauer/ortis für das Haus surplus value01 in Laufnitzdorf

Das Haus surplus value01 steht etwas versteckt, von der Ferne aus unsichtbar, auf einem Grundstück in Laufnitzdorf. Seine Bewohner sind in der Landwirtschaft tätig, und weil das bestehende Bauernhaus für das Paar und seine drei Kinder zu klein geworden war und sie sich ein geräumigeres Domizil wünschten, traten sie an die im benachbarten Frohnleiten mit ihrem Büro ansässigen Architekten Reinhold Weichlbauer und Albert Josef Ortis heran. Das Raumprogramm, welches die Familie zu realisieren gedachte, klang normal, fast konventionell: Küche, Speisezimmer und Wohnzimmer auf einer Ebene, Schlaf- und Kinderzimmer im Stockwerk darüber. Außerdem forderten die Auftraggeber einen Arbeitsraum im Untergeschoss, der heute für die Herstellung von Ziegenkäse dient.
Zunächst war das Gebäude als Ersatz für ein bestehendes Bauernhaus gedacht. Dann musste dieses aus Denkmalschutzgründen erhalten bleiben, und so wurde der Neubau ohne jegliche Veränderung einfach daneben gestellt. So spektakulär der Neubau auch aussehen mag: Seinen Bewohnern liegt nicht daran, sich innerhalb der Dorfgemeinschaft architektonisch zu inszenieren.

weichlbauer/ortis, die durch experimentelle Projekte wie das Projekt wohn DNA in Gratkorn bekannt geworden sind, interessieren sich dafür, den gängigen architektonischen Formfindungsprozess in Frage zu stellen, demzufolge das realisierte Gebäude die Umsetzung einer vorgefassten Idee darstellt; es geht ihnen um die Dezentrierung des allmächtigen Architekten. Um die Linearität von der Idee zur Konkretisierung zu vermeiden, arbeiten sie mit Zufallskomponenten, aleatorischem Zahlenmaterial, das sie zwecks Manipulation in den Entwurfsprozess einfüttern: So wurde das gewünschte Raumprogramm für das Haus in Laufnitzdorf mit Datensätzen früherer Projekte, gewissermaßen digitalem Abfall, der in Architekturbüros entsteht, angereichert. weichlbauer/ortis sehen Parallelen zu einem Häcksler, der in der Landwirtschaft Abfallmaterial in neuen Rohstoff verwandelt. Aus diesem Datenbrei wählten sie einen willkürlichen Ausschnitt, der eine große Anzahl von Fenstern und Treppenelementen enthielt. Dazu kamen völlig zufällige Zahlenwerte, unter anderem der österreichische Pro-Kopf-Bierkonsum, Waschmitteltestergebisse und Blutwerte der Architekten. Die Rohform, die daraus generiert war, wurde anschließend so manipuliert, dass ein realisierbares Projekt entstand, welches das Raumprogramm exakt erfüllt und doch vollständig anders aussieht, als man es sich hätte vorstellen können.
Bestimmend ist der Gedanke, eindeutig mit Nutzungen verbundene Elemente von ihrer Funktion zu befreien und auf ungewohnte Weise zu verwenden. Nicht zuletzt aus Kostengründen wurde die Anzahl der Details auf ein Minimum reduziert, und so dient ein Fenster eben nicht nur als Fenster, sondern quergelegt auch als Brüstung. Die präfabrizierten Betontreppen finden sich nicht nur im Stiegenhaus, sie dienen auch als Sichtschutz, Tragelement, Vordach oder Trittstufen für den Kaminkehrer, während für die Handläufe im Inneren Fensterprofile zum Einsatz gelangten. Und weil die Hülle des Hauses, das sich aus verschobenen und aufeinander gestapelten Kuben zusammensetzt, weich sein sollte, wurde das gesamte Äußere mit sechs Zentimeter hohem Kunstrasen umhüllt. Ein inmitten der Landschaft völlig künstliches Material, dessen Haptik man sich indes nicht entziehen kann.

weichlbauer/ortis stellten mit ihrem Wohnhaus in Laufnitzdorf gängige Konventionen in Frage. Der amerikanische Architekt Peter Eisenman hat darauf hingewiesen, in der Architektur sei der Bruch mit der Tradition niemals erfolgt, Architektur sei eigentlich nicht in der Moderne angekommen. Anders als die Zäsuren, welche James Joyce für die Literatur oder Arnold Schönbergs für die Musik bedeutet hätten, sei die Architektur weiterhin von einem herkömmlichen Verständnis von Tektonik bestimmt. Das führte ihn in seinen frühen Bauten dazu, nutzlose Elemente zu integrieren.
weichlbauer/ortis gelingt es, an derlei Ideen anzuknüpfen und dennoch mühelos nutzbare Häuser zu bauen. Der Reiz des Hauses in Laufnitzdorf besteht in dem Nebeneinander von Konvention und Experiment. Erfreulich ist der lockere und unideologische Gestus, mit dem das geschieht. Ein totalitärer Essentialismus, mit dem andere Bauten auftreten, ist den Projekten der Architekten fremd: surplus value01 ist ein Haus, das seinen Bewohnern kein bestimmtes Verhalten aufoktroyiert. Es ist ein ganz normales Haus, in dem ganz normales Leben gelebt werden kann. Und doch ist es mehr als das, nämlich eine ebenso intelligente wie spielerische, vielleicht auch ironische Etüde zu der Frage, was Architektur ist, sein kann und sein darf. Diese Architektur spielt mit Ironie, vermeidet jegliche Naivität und stellt die Fragen, die Architektur stellen muss, damit das Denken angeregt wird. Daher verdient das Haus surplus value01 den Architekturpreis des Landes Steiermark 2010.

Hubertus Adam
Kurator Architekturpreis des Landes Steiermark 2010

Staatspreis für Architektur 2010

Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner überreichte am Donnerstagabend in der voestalpine Stahlwelt in Linz den Staatspreis Architektur, der 2010 für Industrie- und Gewerbebauten ausgelobt war. In der Kategorie Mittel- bzw. Großbetriebe ging der Staatspreis an die Swarovski Optik KG in Absam und die tatanka ideenvertriebsgmbh für die Transformation der Swarovski-Optik-Werke. In der Kategorie Klein- bzw. Kleinstbetriebe gewann die Sohm Holzbautechnik GmbH, die gemeinsam mit dem Architekturbüro Hermann Kaufmann eine neue Lagerhalle mit Bürogebäude geplant hatte.

„Die Gewinner zeichnen sich durch eine sehr hohe Baukultur aus, sie setzen auf den schonenden Verbrauch von Ressourcen, mehr Energieeffizienz und den Einsatz innovativer Technologien", betont Mitterlehner. "Der Staatspreis verstärkt die Bewusstseinsbildung für nachhaltige Architektur und soll als positiver Ansporn für andere Unternehmen wirken", so Mitterlehner. Durch das rasante Wachstum von Industrie- und Gewerbegebieten sei deren nachhaltige architektonische Gestaltung wichtiger denn je.
Jurybegründungen für die Staatspreisträger

Kategorie Klein- bzw. Kleinstbetriebe: Der Zubau der Firma Sohm überzeugte die Jury durch die Summe seiner Qualitäten: "starke Präsenz, ökologisch durchdacht, entspannt in der Atmosphäre. Sohm Holzbautechnik produziert ein High-Tech-Produkt: Decken- und Wandelemente aus Massivholz, die ohne Leim- oder Stahlverbindungen auskommen. Diese Idee klingt einfach, erfordert aber eine präzise Verarbeitung und ein profundes Wissen. Die Betriebserweiterung war eine Möglichkeit, das Image der Firma nach außen zu tragen. Die Halle lebt nicht von der skulpturalen Geste, sondern fast vom Gegenteil, nämlich der Auflösung des Baukörpers in seine konstruktiven Bestandteile."

Kategorie Mittel- bzw. Großbetriebe: Die Transformation der Firma Swarowski Optik überzeugte die Jury durch ihren gelassenen Umgang mit dem Bestand sowie die präzise und unprätentiös realisierten Ergänzungen: "Eine Architektur des Alltags auf höchstem Niveau. Gerade der gestalterische Umgang mit Betriebsanlagen, die über Jahrzehnte gewachsen sind, erfordert besonderes Fingerspitzengefühl. Die Transformation der Swarovski-Optik-Werke ist ein herausragendes Beispiel für die hohe Qualität, die man durch inkrementelle Veränderung am Bestand erreichen kann. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter waren sehr stark in den Prozess eingebunden und konnten ihre Anliegen einbringen – was spätere Umplanungen reduziert und zur Identifikation beiträgt."
Fünf weitere Projekte mit Nominierung ausgezeichnet

Neben den zwei Staatspreis-Siegern wurden fünf Architektur-Projekte mit Nominierungen gewürdigt. Es sind dies:

* Die Verkaufs- und Finanzzentrale der voestalpine Stahl GmbH in Linz, geplant von Dietmar Feichtinger Architectes, Bauherr: voestalpine Stahl GmbH
* Der Masterplan und das Architekturleitbild werkSTADT voestalpine, geplant von lassy | architektur+raumplanung, Arch. DI Helga Lassy, Bauherr: voestalpine Stahl GmbH
* Die Lagerhalle Gradischegg in Innsbruck, geplant vom Architekturbüro Sapinski salon, Bauherr: Franz Gradischegg Nachf. GmbH & Co KG
* Die Messehalle A in Graz, geplant von Riegler-Riewe Architekten, Bauherr: Messe Congress Graz Betriebsgesellschaft m.b.H
* Die Schmiede Steidl in Innervillgraten, geplant durch die Architekten Peter Jungmann und Markus Tschapeller, Bauherr: Alfons Steidl

Über den Staatspreis Architektur

Das Wirtschaftsministerium verleiht alle zwei Jahre unter Beteiligung der Wirtschaftskammer Österreich, der Bundeskammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten und der Architekturstiftung Österreich den Staatspreis Architektur. Alternierend wird er in den Bereichen “Tourismus und Freizeit”, “Industrie und Gewerbe” sowie “Neue Arbeitswelten in Verwaltung und Handel” verliehen. Der nächste Staatspreis Architektur wird im Jahr 2012 im Bereich "Verwaltung und Handel" vergeben.

Architekturpreis Land Salzburg 2010

Mit 43 Objekten, welche der Jury zur Beurteilung vorlagen, gab es heuer gegenüber dem Jahr 2008 einen leichten Rückgang an Einreichungen zu verbuchen. Diese Zahlen machen die Auswirkungen der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise im Bausektor deutlich. Umso erfreulicher ist es daher, dass die Qualität der Arbeiten in dieser Situation nicht gelitten hat. Ganz im Gegenteil: noch nie kamen so viele Bauten in die engere Wahl und wurden von der Jury vor Ort besichtigt und noch nie gab es derart viele Einreichungen aus dem Land Salzburg (34 von 43). Daraus lässt sich folgern: die Baukultur im Land Salzburg wird dichter und sie verbreitert ihr Fundament.

Die Preisträger

Die diesjährigen Preisträger-Bauten stehen für zwei ganz unterschiedliche Bauaufgaben: eine Schule und ein Büro-und Wohngebäude. Dennoch sind die beiden Bauten – und das bemerkenswert – über die Thematik des Zu- und Umbaus miteinander verbunden.

Bei der Tourismusschule in Bad Hofgastein von den Architekten Hemma Fasch und Jakob Fuchs wurde die bestehende Schule aus den 1970er Jahren unter anderem durch den Anbau mit Turnhalle, Gymnastikräumen sowie dem Mädcheninternat erweitert. Das bestehende Gebäude wurde in zurückhaltender und pointierter Art und Weise adaptiert und transformiert.

Christine und Horst Lechner standen mit ihrem Wohn- und Atelierhaus in der Priesterhausgasse 18 ursprünglich nicht auf der Liste der Einreichungen für den Landesarchitekturpreis. Die Jury hat die gemäß dem Statut vorgesehene Möglichkeit aufgegriffen, auch Gebäude die nicht eingereicht wurden, zu nominieren. Aus diesem Umstande ergibt sich auch die Tatsache, dass 42 Objekte eingereicht waren, aber 43 zur Wahl standen. Mit ihrem Bekenntnis zum Wohnen und Arbeiten in der Salzburger Altstadt und der zukunftsweisenden Interpretation dieser Aufgabe, haben die Lechners, die Planer und Bauherren gleichzeitig sind, die Jury für sich gewonnen. Neben der architektonischen Qualität ist es nicht zuletzt das ökologische, auf Autarkie abzielende Energie- und Versorgungskonzept, das das Haus so interessant macht. Für die Salzburger Altstadt ist dieses Haus ein echter Lichtblick und ein Fingerzeig in die Zukunft.

Die Anerkennungen

Neben den beiden Hauptpreisen hat die Jury noch drei Anerkennungen ausgesprochen.
Die Erweiterung der Fachhochschule Salzburg – am Campus Kuchl der Vorarlberger Parade-Holzbau-Architekten Dietrich | Untertrifaller überzeugte vor allem durch die hohe handwerkliche Qualität der Ausführung. Überdies ist das Gebäude der erste Hochschulbau im Passivhaus-Standard in Österreich.

Für die hohe Stabilität und Qualität der Arbeit des Architekturbüros HALLE 1 zeugt, dass dieses Büro auch heuer wieder einen Anerkennungspreis erringen konnte.

Das Büro hat seit dem Jahr 2000 bei jeder Vergabe eine Anerkennung und 2004 den Architekturpreis erhalten. Die neue Eisenbahnbrücke über die Salzbach, ein mächtiges Bauwerk, dass drei Wege – Bahn, Fußgänger und S-Bahn bündelt, wurde in einer zarten Horizontale in das bewegte Stadtpanorama eingebunden.
Der Kunstpädagoge Anton Thiel bildet mit seinem „Haus in Bewegung“ den Kontrapunkt des diesjährigen Architekturpreises. Seine temporären und mobilen Architekturen, die er mit Schülern umsetzt, sind pädagogische Werkzeuge einer Sensibilisierung für architektonische und städtebauliche Fragen. Die Jury zeichnet damit sein Engagement aus, weist aber auch auf die Notwendigkeit einer Architekturdiskussion jenseits eingeschränkter Zirkel hin. Thiel versteht seine Architekturen „als subversives Handeln inmitten einer von Eitelkeit und Ignoranz geprägten Welt.“

Das mit EUR 7.500,- dotierte Stipendium wird gleichzeitig mit dem Preis an eine Person vergeben, die sich beispielgebend mit Architektur befasst, das 40. Lebensjahr noch nicht vollendet hat und in Salzburg geboren ist oder hier seit mindestens 5 Jahren seinen Hauptwohnsitz hat.

Diese Anforderungen erfüllte dieses Jahr der gerade erst 32-jährige Alexander Kollmann. Seine Projekt „Herzlinie“, ein Fassadenband beim Zubau zum Privatgymnasium Liefering, ausgeführt mit Schülern der 6. Schulstufe, das von ihm mitbegründete Forschungslabor „FLAUM“, eine Plattform für unkonventionellen Urbanismus / Städtebau oder seine Diplomarbeit „Fluktuation Wohnen“, um nur einige Themen seiner Arbeit herauszugreifen, hat die Jury überzeugt.

ZV-Bauherrenpreis 2010

Die Zentralvereinigung der ArchitektInnen Österreichs (ZV) verleiht seit 1967 jährlich den Bauherrenpreis. Der undotierte Preis würdigt Auftraggeber und Auftraggeberinnen, die sich in besonderer Weise um das Zustandekommen qualitätsvoller Architektur verdient gemacht habenund zählt bis heute zu den renommiertesten und begehrtesten Architekturpreisen in Österreich.

Während Image, Anspruch und Form des Bauherrenpreises seit seiner Entstehung im Wesentlichen unverändert geblieben sind, haben sich das Berufsbild der ArchitektInnen, die Rolle der Bauherrenschaft und das Verhältnis der PartnerInnen im Bauprozess stark verändert. Zusätzlich ist in den vergangenen Jahren die Zahl der niveauvollen Einreichungen stark gestiegen. Daher hat sich die Zentralvereinigung der ArchitektInnen Österreichs unter Präsidentin Marta Schreieck zu einer Reform des traditionsreichen Preises entschlossen, um eine intensive Auseinandersetzung mit den einzelnen Bauten und ihrer Entstehungsgeschichte zu gewährleisten und die Leistungen der Bauherren deutlich herauszufiltern.

Erstmalig wurden daher beim Bauherrnpreis 2010 die Einreichungen in einem zweistufigen Verfahren beurteilt. Pro Bundesland wurden maximal fünf vorbildliche Bauten für den Bauherrenpreis nominiert, was in Summe österreichweit 32 Nominierungen ergab.

Die Hauptjury, bestehend aus
• Maria Auböck, Landschaftsarchitektin, Wien,
• Otto Kapfinger, Architekturkritiker, Wien,
• Andreas Meck, Architekt, München,
• Gerhard Mitterberger, Architekt, Graz,

prämierte nach Besichtigung aller Nominierungen 6 PreisträgerInnen des Bauherrenpreises der Zentralvereinigung der ArchitektInnen Österreichs.

Auszeichnung des Landes Tirol für Neues Bauen 2010

Seit 1996 zeichnet die Kulturabteilung im Amt der Tiroler Landesregierung gemeinsam mit der Kammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten für Tirol und Vorarlberg - Sektion Architekten, der ZV - Zentralvereinigung der Architekten Österreichs - Landesverband Tirol und aut. architektur und tirol alle zwei Jahre vorbildliche Bauten in Tirol aus.

Aus den 89 Projekten, die 2010 zum Wettbewerb eingereicht wurden, hat die Jury - Wolfgang Bachmann (Architekturjournalist, München), Wolfgang Tschapeller (Architekt, Wien), Katrien Vandermarliere (Direktorin des Flämischen Architekturzentrums, Antwerpen) - 25 Projekte in die engere Wahl aufgenommen und besichtigt. Insgesamt neun Auszeichnungen wurden für Bauten vergeben, die dem Kriterium einer besonders vorbildlichen Auseinandersetzung mit den architektonischen Herausforderungen unserer Zeit sowohl in ästhetischer wie auch in innovatorischer Hinsicht entsprechen.

Dabei hat die Jury Projekte aus unterschiedlichsten Lebensbereichen ausgewählt, die ihrer Meinung nach als Beiträge zu einem produktiven Diskurs angesehen werden sollten. "Mit Hilfe dieser Projekte beobachten wir, dass die kritische und überlegte Konstruktion von Raum und die ebenso kritisch reflektierte Wahl von Material ihren Weg in fast alle Lebensbereiche zu finden versucht, eine Linie durch das Leben ziehen möchte, einsickert, um das Leben der Kinder, der Schüler, der Studierenden, der Behinderten, der Alten in Architektur abzudrücken, abzubilden, das Leben in Architektur zu kartographieren." (Wolfgang Tschapeller, Auszug aus dem Vorwort der Jury)

Outstanding Artist Award

Experimentelle Tendenzen in der Architektur 2010

In engagierten Diskussionen rang die Jury um die Nominierungen, um am Ende einstimmig einen Förderpreis und drei Auszeichnungen für außergewöhnliche und besonders zukunftsweisende Projekte zu vergeben. Der Hauptförderpreis ergeht an ein vibrierendes, urbanes Raummodul an der Schnittstelle von Wissenschaft, Kunst und Ökologie: Orko - A hydroponic pavilion von Peter Jellitsch, Titusz Tarnai und Christian Tonko, drei jungen Architekten aus Wien. Ihre auf dem Wasser schwimmende „floating structure“ birgt einen grossen Veranstaltungsraum, der seine Besucher auf zwei unterschiedlichen Ebenen empfängt: einer Kulturzone, einem Raum für Theater-, Performance- oder Projektionskunst und einer Naturzone, die - von einem experimentellen „Wasser-reaktor“ dominiert - auf überraschende Weise unser gefährdetes Lebenselixier zum Thema macht. Der Pavillon erhielt im Mai dieses Jahres den ersten Preis beim Ideenwettbewerb für die Kulturhauptstadt Turku 2011.

Die drei Auszeichnungen verteilen sich auf folgende Vorschläge: Einen auf mehreren Ebenen arrangierten Dachgarten für das Integrationshaus in Wien, der als sozial ambitioniertes Projekt den Hausbewohnern reale und ideelle Perspektiven eröffnen möchte (Gregor Holzinger), eine Architekturgalerie, die als grosse flexible Raumplastik ihre Form im Kräftespiel der Strömungsverhältnisse eines Flusses findet (Andreas Hörl) und eine beängstigend schöne Studie zum elektromagnetischen Raum, hervorgerufen durch den Elektrosmog des Mobilfunknetzes über der Stadt Wien (Peter Jellitsch).

Nicht nur die Vergabe des Preises, sondern auch die Präsentation der Projekte in einer Ausstellung soll der Architektur neue Perspektiven eröffnen. Als attraktive öffentliche Plattform lenkt sie die Aufmerksamkeit des Publikums auf die mit viel Vitalität und Verve formulierten experimentellen Vorschläge aus der jungen Architekturszene Österreichs. Zugleich illustriert sie mit zahlreichen innovativen Ideen das breite Spektrum des Möglichen und animiert zu Kreativität, Experimentierfreude und Wagemut.
 

Aluminium-Architektur-Preis 2010

An das Wiener Architekturbüro SUE Architekten – Christian Ambos, Michael Anhammer, Harald Höller – ging der Aluminium-Architektur-Preis 2010. Ausgezeichnet wurden sie für den Neubau des Gemeindeamtes der oberösterreichischen Marktgemeinde Ottensheim.

Die Jury entschied sich für diese Einreichung, da sie sowohl städtebaulich als auch architektonisch und insbesondere im Bereich der sozialen Nachhaltigkeit überzeugte. Einem öffentlichen Gebäude, einem Haus für die Bürger des Ortes, wird die gebührende Aufmerksamkeit entgegen gebracht. Der Bau besticht durch die mustergültige Detailverarbeitung in der Aluminiumanwendung. Es wurden wenige Materialien, die jedoch sehr sorgfältig und überlegt, eingesetzt. Mit seiner architektonischen Haltung fügt sich das Gemeindeamt selbstbewusst in den Bestand ein und schafft zudem die Möglichkeit, dass auch in Zukunft im Einklang mit bereits Vorhandenem weiter gebaut werden kann. Das Amtsgebäude ist ein ausgezeichnetes Beispiel für den sensiblen Umgang mit Altem und Neuem.

Lobende Erwähnungen für Delugan Meissl und Dietmar Feichtinger
In die Schlussrunde kamen zwei weitere Einreichungen, die von der Jury mit einer „Lobenden Erwähnung“ hervorgehoben wurden: Diese gingen an Delugan Meissl Associated Architects für den FH Campus Wien und an Dietmar Feichtinger Architectes für die Finanz- und Verkaufszentrale der voestalpine in Linz.
Mit dem FH Campus Wien bewältigten die Architekten eindrucksvoll eine große Baumasse. Die Jury hob die Wertschätzung für einen Bildungsbau, den sorgfältigen Umgang mit Ein-, Aus- und Durchblicken sowie den Rhythmus der Fassadengliederung besonders anerkennend hervor. In der Finanz- und Verkaufszentrale der voestalpine sah die Jury eine auszeichnungswerte Metallskulptur, die trotz der Größe Individualität – beispielsweise durch einzeln zu öffnende Elemente – ermöglicht.

Jury wählte aus 43 Einreichungen aus
Insgesamt wurden der Jury – Herbert Ablinger, Bundeskammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten, Renate Hammer, Donau-Universität Krems, Department für Bauen, Franziska Leeb, Architekturstiftung Österreich, Peter Raab, für die ARGE Elsa Prochazka Architekturbüro und Baumschlager Eberle P.ARC, Preisträger Aluminium-Architektur-Preis 2008, und Andreas Renner, Aluminium-Fenster-Institut – 43 Projekte zur Bewertung vorgelegt.

Der Preis wurde von der Architekturstiftung Österreich, der Bundeskammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten und dem Aluminium-Fenster-Institut (AFI) heuer zum siebenten Mal vergeben.

Innovationspreis Energiespeicher Beton 2010

Nachhaltigkeit und Klimaschutz im Wohn- und Dienstleistungsbau sind die großen Zukunftsthemen und seit Jahren wesentlicher Schwerpunkt der Zement- und Betonindustrie. In Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT), der Österreichischen Gesellschaft für Umwelt und Technik (ÖGUT), der Austrian Construction Technology Platform (ACTP), dem Betonmarketing Österreich (BMÖ) sowie der deutschen und schweizerischen Zement- und Betonindustrie wurde erstmals der internationale Preis „Energiespeicher Beton“ ausgeschrieben.

„Der Innovationspreis ‚Energiespeicher Beton’ zeigt, wie viel Kreativität es gibt, wenn innovative Industrie und Baukultur zusammenfinden“, so Infrastrukturministerin Doris Bures am Mittwoch bei der Verleihung des Innovationspreises in der Wirtschaftskammer Österreichs. Gesucht wurden herausragende Entwicklungen im Gebäude- und Baubereich, die einen besonderen Beitrag zu mehr Energieeffizienz leisten. „Modernste Gebäudetechnologien wie das Passivenergie- oder das Nullenergiehaus sind in einem Zeitalter, in dem Erdöl und Erdgas nicht mehr so reichlich sprudeln, Bauformen der Zukunft“, betonte die Ministerin anlässlich der Preisverleihung. Prämiert wurden Projekte aus Österreich, Deutschland sowie der Schweiz, mit dem Ziel „erfolgreiche nationale wie internationale Beiträge zum Thema effizientes und nachhaltiges Bauen aufzuzeigen und zu einer internationalen Vernetzung und einem Know-how-Transfer beizutragen.“

Vier erfolgreiche Modelle – vier Sieger
Juryvorsitzender Professor Thomas Bednar: „Die Siegerprojekte in den einzelnen Kategorien sind alle beeindruckend und zukunftsweisend. Die Jury hat sich daher entschieden keine Reihung der einzelnen Gewinnerprojekte vorzunehmen. Das Preisgeld von 30.000 Euro wird aus diesem Grund ohne Gewichtung durch die Anzahl der Siegerobjekte geteilt.“

Prinzip Energiespeicher führt zum energieautarken Haus
In Decken und Wänden aus Beton werden wasserdurchströmte Kunststoffrohre eingelegt. Diese dienen als Heiz- bzw. Kühlelemente, in die je nach Bedarf Wärme oder Kälte eingespeichert werden kann. Durch die abgegebene thermische Strahlung werden die umgebenden Räume temperiert. Im Vergleich zu herkömmlichen Heizungen können so wesentlich größere Flächen mit vergleichsweise niederen Temperaturen thermisch aktiviert werden, wodurch der Energiebedarf des Gebäudes deutlich sinkt. Der Vorstandsvorsitzende der österreichischen Zementindustrie, Mag. Rudolf Zrost: „Die Nutzung von Beton als Energiespeicher bedeutet einen wichtigen Schritt zum energieautarken Haus.“

Kategorie Einfamilienhaus: Betonspeicher statt Heizflächen
Aus 13 Einreichungen kann das Haus Natol aus dem tirolerischen Karrösten, den ersten Platz in der Kategorie „Einfamilienhaus“ verbuchen. Verantwortlich für den Einsatz des Energiespeichers Beton, Energieberatung und Prozessbegleitung war Hannes Gstrein, ebenfalls aus Karrösten. Das Einfamilienhaus ist im Passivhausstandard errichtet, Außenwände, tragende Zwischenwände und Decken wurden aus Beton hergestellt. Eine thermische Solaranlage bedient Heizung und Warmwasser und erreicht die hohe Deckung von 70 Prozent. In allen Räumen wurden Bauteile mit Kunststoffrohren zur Bauteilaktivierung so belegt, dass keine gesonderten Heizflächen im Haus mehr nötig sind. Ein kleiner Kachelofen sorgt für die Restenergieabdeckung und bedient zugleich auch den Betonspeicher. Anmerkung der Jury: „Ein Projekt, das über eine sehr gute thermische Qualität verfügt und auf die Deckung des Restwärmebedarfs durch erneuerbare Energieträger setzt. Der Einsatz des in der Konstruktion vorhandenen Betonspeichers ergänzt das Konzept hervorragend.“ Nominierungen erhielten das Haus Spitzergasse in Wien, das Sonnenhaus im Salzburger Zell am See, sowie das Haus E im deutschen Rottenburg am Neckar.

Kategorie Mehrfamilienhaus: Forschung für Betrieb ohne fossile Brennstoffe
Das Schweizer Wohnbauprojekt B35 in Zürich konnte sich gegen den Wohnbau Eichgut im Schweizer Winterthur und gegen die Generalsanierung – Dachaufstockung in der Wiener Klostergasse in Massiv- und Leichtbauweise durchsetzen. Das B 35 ist ein 4-Familienhaus das einen CO2 freien Betrieb ohne Einsatz fossiler Brennstoffe anstrebt. Der private Bauherr ist Professor für Gebäudetechnik an der ETH Zürich. Zur Entwicklung des komplexen, integralen Systems wurden bereits in einem frühen Stadium über ein digitales Gebäudemodell Energiedaten und -kosten am Modell optimiert. Die Jury war beeindruckt von dem visionären Charakter des Projektes. Das Energiemanagement über massive Speicher und das Erzielen höchsteffizienter Wärmebereitstellung mit der Zielsetzung niedrigster CO2-Emission wurden als entscheidend angesehen. Die Fortführung des Forschungsprojektes mit einem derartigen Versuchsgebäude erscheint Erfolg versprechend.

Kategorie Dienstleistungsgebäude: Starkes Potenzial und zweimal Vorbildcharakter
Diese Gruppe war mit insgesamt 44 Beiträgen am stärksten vertreten, davon wurden 15 nominiert. Aus den Bewerbungen wurden nach einer ersten Ausscheidungsrunde die Projekte BOB (Balanced Office Building) in Aachen und ENERGYbase in Wien zu den klaren Favoriten erklärt. Beide Projekte zeichnen sich durch ähnliche ganzheitliche Ansätze mit einer optimierten Gebäudehülle für die Raumwärme im Winter aus, während sie beim Schutz vor sommerlicher Überhitzung unterschiedliche Lösungen wählten. Das deutsche Projekt BOB beeindruckt durch einen differenzierten und zukunftsweisenden Umgang mit den aktivierten Speichermassen. Das Bürogebäude ENERGYbase konnte die Jury durch die Befriedigung multifunktionaler Lasten sowohl im Sommer- und Winterbetrieb als auch in der nutzungsintensiven und nutzungsextensiven Betriebsphase überzeugen. Das Fazit: Beide Projekte scheinen für die zukünftigen Forschungsarbeiten ideale Voraussetzungen durch umfangreiches Monitoring zu bieten und entsprechen damit den konkreten Zielen des ausgelobten Wettbewerbs, den Vorbildcharakter für zukünftige Projekte zu unterstreichen.

Unter dem Vorsitz von Ao. Univ. Prof. Dipl.-Ing. Dr. techn. Thomas Bednar von der TU-Wien setzte sich die Jury aus DI ETH/SIA Niklaus Hodel von Gartenmann Engineering AG in Bern, Prof. Dr. Claus Kahlert, ebök Institut in Tübingen und DI Dr. Christian Pöhn von der MA 39 in Wien zusammen.

Auswahlverfahren
In einem zweistufigen Auswahlverfahren schafften es 26 Projekte aus Österreich, 24 Projekte aus Deutschland und 13 Projekte aus der Schweiz in die Endausscheidung. Aus diesen insgesamt 63 Projekten in den Kategorien Einfamilienhaus, Mehrfamilienhaus und Dienstleistungsgebäude wurden vier Siegerprojekte auserkoren, die mittels Bauteilaktivierung am effektivsten die Speichermasse von Beton als Heiz- und Kühlelement nutzen. Hauptkriterium der Einreichungen war die Einbindung von Beton als Speichermasse, insbesondere für die Heizung und Kühlung des Gebäudes sowie für die Schaffung eines angenehmen, konstanten Raumklimas und eine spürbare Reduktion des Energiebedarfs.

Prix Acier 2009

Stahlbaupreis Schweiz

Die Fachjury des Stahlbau Zentrums Schweiz hat fünf herausragenden Schweizer Stahlbauten den begehrten „Prix Acier“ zugesprochen. Zudem vergab die Jury sieben Anerkennungen für kleinere, interessante Bauwerke. Der Europäische Stahlbaupreis “European Steel Design Award” wurde dem Stadion Letzigrund in Zürich zuerkannt.

Das Stahlbau Zentrum Schweiz hat zum dritten Mal den Schweizer Stahlbaupreis Prix Acier ausgeschrieben. Er wird alle zwei Jahre für herausragende Bauwerke verliehen. Ausgezeichnet werden Projekte, die exemplarisch für die architektonische Qualität und technische Leistungsfähigkeit des Stahlbaus sind. Im Vordergrund stehen der kreative und wirtschaftliche Umgang mit dem Material Stahl, technische Innovation und konstruktive Virtuosität.

Ziel ist die Förderung der Schweizer Stahlbaukompetenz und die Sensibilisierung für das technische Potenzial und die architektonische Ausdrucksstärke des Stahlbaus.

Für die Jurierung 2009 wurden bis Ende März insgesamt 44 Projekte eingereicht. Unter Beurteilung der ausgewiesenen Fachjury wurden insgesamt fünf Projekte mit dem Schweizer Stahlbaupreis Prix Acier 2009 ausgezeichnet. Zudem vergab die Jury sieben Anerkennungen für kleinere, interessante Bauwerke. Die Reihenfolge der Projekte stellt keine Bewertung dar.

6. Vorarlberger Hypo-Bauherrenpreis 2010

Am 28. September wurden in der Kulturbühne AMBACH in Götzis die Gewinner des 6. Vorarlberger Hypo-Bauherrenpreises bekanntgegeben. Von den über 150 Einreichungen wurden zehn mit Preisen und 16 mit Auszeichnungen für überzeugende und zukunftsweisende Bauten honoriert. Seit dem 29. September sind nicht nur die Gewinnerprojekte sondern alle Einreichungen in einer Ausstellung im Vorarlberger Architektur Institut zu sehen.

Eine international besetzte Jury hat aus den über 150 Einreichungen die 26 Bauten für den Bauherrenpreis nominiert. Kein leichtes Unterfangen bei der hohen Dichte an qualitätsvollen Bauten, stellten die Architektinnen Paula Huotelin, Helsinki und Kaschka Knapkiewicz, Zürich sowie die Architekten Ernst Beneder, Wien und Wolfgang Pöschl aus Tirol fest: „Gegenüber der Vorarlberger Architektur besteht immer eine sehr große Erwartungshaltung. Unsere Erwartungen wurden bei weitem übertroffen. Der hohe Qualitätsstandard geht durch alle Sparten des Bauens, von einfachen Hauserweiterungen über High-Tech-Industriebauten bis hin zu Gemeindezentren in Tälern, wo über das Objekt hinaus ortsplanerische Akzente gesetzt und sozialer Mehrwert für die Gemeinde für die nächsten Jahrzehnte geschaffen wurde“ (Jury-Vorsitzender Ernst Beneder).

Preisverleihung und Ausstellung

Am 28. September fand die feierliche Preisverleihung in der „Kulturbühne AMBACH“ in Götzis statt. Die Projekte der Preisträger sowie alle anderen Einreichungen sind nun im Vorarlberger Architektur Institut zu besichtigen. Die Projekttafeln mit Bildern und Kommentaren zu den Bauwerken ergeben eine beeindruckende Gesamtschau zum Stand der Architektur in den Kategorien Wohn-, Kommunal- und Gewerbebauten, im Bereich Freiräume und Landschaftsgestaltung sowie auf dem Gebiet der Sanierungen und Renovierungen.

In der Kategorie Wohnbauten wurden zwei Preise und vier Auszeichnungen an Bauherren mit Gespür für den Ort und mit experimentierfreudigen Konzepten für Bau- und Wohngemeinschaften vergeben. Als Einfamilienhaussiedlung mit Beispielcharakter wurde die Frühlingsstrasse in Wolfurt
mit einem Preis gewürdigt. Ebenfalls einen Preis erhielt das Lehmhaus Rauch in Schlins für die Rückbesinnung auf einen historischen regionalen Baustoff sowie für seine technisch wie atmosphärisch gelungene Umsetzung.

Einen Preis und fünf Auszeichnungen vergab die Jury in der Kategorie Kommunalbauten für identitätsstiftendes und kontextuelles Bauen, inklusive Bürgerbeteiligung und hoch motivierter Energie- und Umweltkonzepte. Das gewachsene Verantwortungsbewusstsein der öffentlichen Hand für die Lebensräume der nächsten Generationen wird bei vielen Bauten deutlich. Eine besondere Stellung nimmt dabei der Kindergarten in Bizau ein, der sich sozusagen als „Schule späterer Bauherren“ versteht.

In der Kategorie Gewerbebauten beeindruckten zwei Beispiele, die äußerst konsequente Lösungen für das „gebaute Firmenimage“ entwickelt haben. Sie repräsentieren die gelungene Übersetzung der jeweiligen Unternehmensphilosophie in entsprechende Typologien. Preise erhielten der Michelehof in Hard, ein landwirtschaftlicher Betrieb mit eigener Brennerei und das DMG Headquarter Europe in Klaus für ein Ausstellungshaus mit der Ausstrahlung einer „High-Tech-Kathedrale“.

In der Kategorie Freiräume ergingen zwei Preise an ambitionierte Bauherren. Aus vermeintlich banalen Standardsituationen im Landschaftsraum erzielen die Schanerlochbrücke im Ebnit bei Dornbirn und das Nordwesthaus im Hafen Fußach mit konzeptueller, avantgardistischer Architektur einen unvergleichlichen Mehrwert.

Vor allem nachhaltiges Handeln bei den verschiedensten Aufgabenstellungen überzeugte die Jury in der Kategorie Sanierung. Drei Preise und sieben Auszeichnungen belegen das beeindruckende Spektrum der Lösungsansätze. Die Preise erhielten das Festpielhaus Bregenz, das Stadtbad Dornbirn und der Umbau eines Einfamilienhauses zum Mehrfamilienhaus in Hörbranz.

Ausstellung: 29. September – 30. Oktober 2010
Öffnungszeiten: Di-Fr 13-17 Uhr, Sa 10-17 Uhr
Ort: Vorarlberger Architektur Institut, Marktstrasse 33, 6850 Dornbirn

Architekturpreis des Landes Burgenland 2010

Der Architekturpreis des Landes Burgenlandes wurde auf Initiative des Vereines ARCHITEKTUR RAUMBURGENLAND 2002 ins Leben gerufen. Mit finanzieller Unterstützung der Kulturabteilung des Landes Burgenland wird der Preis vom Verein organisiert, die Arbeiten durch eine unabhängige Fachjury bewertet und durch den Landesrat für Kultur verliehen.

Das Kulturreferat der Burgenländischen Landesregierung und der ARCHITEKTUR RAUMBURGENLAND luden - am 10. Juni im Landesmuseum in Eisenstadt - nun bereits zum 5. Mal zur Verleihung des Architekturpreises des Landes Burgenland.

Abseits von Stararchitektur und Designhäusern werden bei diesem Preis Bauten prämiert, die sich mit den Strukturen des Landes auseinandersetzen, die aufzeigen, wie sich Qualitäten alter Bauformen mit zeitgemäßen Neubauten verbinden oder wie Gebäude sich gekonnt in die Landschaft, das Dorf, die Stadt integrieren - Bauwerke, die in der Auseinandersetzung mit den Problemen unserer Zeit und des Landes in ästhetischer wie innovatorischer Hinsicht vorbildlich sind. Die 33 eingereichten Bauten wurden von den Juroren im Sinne der kulturellen und ökologischen Herausforderung, die sich heute für das Bauschaffen - den Landverbrauch bzw. die Substanzerneuerung - im Lande stellt, diskutiert und nach grundsätzlichen Kriterien im Hinblick auf folgende Aspekte bewertet:

- auf einen zukunftsweisenden Beitrag zur spezifischen Baukultur des Landes
- auf den Beitrag zu einer substanzielle Dorferneuerung
- auf den Umgang mit Ressourcen in der Wahl von Material, Konstruktion und Raumkonzeption
- auf neue typologische Ansätze für neue, aber auch tradierte Aufgaben und Funktionen
- auf den Beitrag zur Nachverdichtungen von bestehenden Siedlungsgefügen oder von bestehenden Ensembles

Preisträger
Eiermuseum in Winden am See, gaupenraub +/-
Cafe Maskeron in Eisenstadt, Klaus-Jürgen Bauer Architekten
Wohnbauprojekt in Wulkaprodersdorf, polar : architekturbüro

Auszeichnung
Obstbau Leeb in St. Andrä am Zicksee, Architects Collective
Haus Putz in Edelstal, pointner/pointner architekten
Haus S. in Zemendorf, Loudon & Habeler Architekten ZT-GmbH
Kindergarten Kalvarienberg in Neusiedl am See, Architekten Halbritter und Hillerbrand ZT GmbH

Staatspreis Architektur & Nachhaltigkeit 2010

Im Herbst 2009 lobte das Lebensministerium zum 2. Mal den Staatspreis für Architektur und Nachhaltigkeit in den Kategorien Neubau, Sanierung und Export aus. Mit dem Preis werden hervorragende Leistungen von BauherrInnen, ArchitektInnen und FachplanerInnen gewürdigt, die anspruchsvolle Architektur und ressourcenschonende Bauweise kombinieren.

Eine internationale Jury unter dem Vorsitz von Roland Gnaiger (Kunstuniversität Linz) beurteilte bei der ersten Jurysitzung im Jänner 93 eingereichte Objekte und nominierte nach der Juryreise im Februar folgende 10 davon:

- Allgemeine Sonderschule 6 Linz, Oberösterreich
- ECO²BUILDING Demonstrationsgebäude EINE WELT HANDEL AG, Niklasdorf, Steiermark
- Elementfertigungshalle Obermayr Holzkonstruktionen, Schwanenstadt, Oberösterreich
- Freihof Sulz, Sulz, Vorarlberg
- Gemeindehaus Raggal, Vorarlberg
- Gemeindezentrum St. Gerold, Vorarlberg
- Passivwohnanlage Samer Mösl, Salzburg
- Volksschule Mauth, Wels, Oberösterreich
- Röm. Kath.Pfarre Wels–St. Franziskus, Wels, Oberösterreich
- Wohnanlage Fussenau, Dornbirn, Vorarlberg

Die PreisträgerInnen der Staatspreise für Architektur und Nachhaltigkeit 2010 wurden am 27. Mai 2010 bei einer feierlichen Galaveranstaltung bekanntgegeben und durch Umweltminister Nikolaus Berlakovich ausgezeichnet:

- Volksschule Mauth, Wels, Oberösterreich
- Passivwohnanlage Samer Mösl, Salzburg
- Gemeindezentrum St. Gerold, Vorarlberg
- Elementfertigungshalle Obermayr Holzkonstruktionen, Schwanenstadt, Oberösterreich

Sonderpreis:
- Forschungs- und Dienstleistungsgebäude HIT ETH, Zürich

Brick Award 2010

Die Wienerberger AG verlieh am 8. April 2010 zum vierten Mal den mit insgesamt 21.000 Euro dotierten „Brick Award“. 260 Projekte aus 32 Ländern wurden zum diesjährigen Wettbewerb durch Architekturkritiker eingereicht. Eine hochkarätige internationale Expertenjury bestehend aus Andrea Deplazes (Schweiz), Maurizio Masi (Italien), Radu Mihailescu (Rumänien), Vladimir Plotkin (Russland) und Thomas Rau (Niederlande) wählte die Preisträger aus dieser Vielzahl an Einreichungen. Dabei waren neben der innovativen äußeren architektonischen Gestaltung und dem Umgang mit dem Material Ziegel, auch die Funktionalität und Ökologie der Gebäude ausschlaggebende Kriterien.

BTV-Bauherrenpreis für Tirol und Vorarlberg 2010

Im Rahmen einer Festveranstaltung im BTV Stadtforum wurde am Mittwoch, 10. März der „BTV Bauherrenpreis für Tirol und Vorarlberg 2010“ vergeben. Von den Juroren Architektin Gabriele Riepl (Linz), Architekt Stephan Suxdorf (München) und Architekturjournalist Matthias Boeckl (Wien) wurden 5 Auszeichnungen und 8 Anerkennungen an innovative und zeitgenössische Architekturen in Tirol und erstmals auch in Vorarlberg verliehen, die durch das positive Zusammenwirken von Architekt und Bauherr zustande gekommen sind.

Zum ersten Mal präsentiert die BTV alle Preisträger in einer Fotoausstellung. Dazu wurde Lukas Schaller eingeladen, die für den Bauherrenpreis 2010 nominierten Projekte in Nord-und Osttirol und in Vorarlberg zu fotografieren. TOUR ARCHITEKTUR ist noch bis 3. April 2010 im FO.KU.S, der Galerie für zeitgenössische Kunst im BTV Stadtforum Innsbruck, zu sehen.