nextroom.at

Artikel

15. Juni 2015 Neue Zürcher Zeitung

«Räume fürs Leben schaffen»

Die Architekten Fabrizio Barozzi und Alberto Veiga sind Träger des Mies-van-der-Rohe-Preises 2015. Ausgezeichnet wurde ihre Philharmonie in Stettin. In der Schweiz haben sie drei Projekte in Arbeit.

Herr Barozzi, Herr Veiga, Sie waren jüngst auf einer Ausstellung in Madrid namens «Export. Arquitectura Española en el extranjero», die Bauten spanischer Architekten im Ausland vorstellte. Wie haben Sie es geschafft, trotz Krise an ausländische Bauaufträge zu kommen?

Fabrizio Barozzi: Bei uns war...

29. Januar 2015 Neue Zürcher Zeitung

Ein Heim für Hunde und Handmixer

Vor wenigen Wochen konnte in Barcelona das neue Designmuseum eingeweiht werden. 70 000 Objekte erzählen die Designgeschichte Kataloniens und Spaniens. Gleichzeitig soll das dezentral gelegene Gebäude seine Umgebung aufwerten und einen Beitrag dazu leisten, aus Barcelona eine Smart City zu machen.

Er fährt auf dem Klappvelo zur Arbeit, der Grafikdesigner David Torrents. Gerade hat er seinen Sohn zur Schule gebracht und wirkt noch etwas verschlafen. Sein Büro liegt im Gràcia-Viertel von Barcelona. Er teilt es mit anderen Kreativen. Torrents gilt als einer der besten Grafikdesigner Spaniens. Gleichwohl...

9. Januar 2015 Neue Zürcher Zeitung

Baukunst und Politik

Der 43-jährige Spanier Andrés Jaque steht für ein neues Architekturverständnis. Gebäude konstruieren für ihn die Gesellschaft. In Venedig und New York wurde er jüngst für sein Denken und Tun geehrt. Brigitte Kramer sprach mit ihm in Madrid über Politik und Häuserbau.

Herr Jaque, Sie und andere Teilnehmer an der Architekturbiennale 2014 in Venedig wurden vom Biennale-Leiter Rem Koolhaas gebeten, «ein kritisches Kapitel globaler Zirkulationsgeschichte der Moderne» zu schreiben. Sie wählten die Auseinandersetzung mit der von Silvio Berlusconi in Segrate realisierten...

11. Juli 2014 Neue Zürcher Zeitung

Der Nabel der Stadt

Die abgeschottete spanische Enklave Ceuta an der marokkanischen Mittelmeerküste besitzt eine neue Bibliothek. Sie dient als Treffpunkt und erzählt die schwierige Geschichte der Stadt. Realisiert wurde die Bibliothek vom Madrider Architektenpaar Ángela García de Paredes und Ignacio García Pedrosa.

Ihr letztes freies Grundstück hat die Stadt Ceuta einer öffentlichen Bibliothek überlassen. Das weckt Sympathie. Schon bei der Anfahrt über die Meerenge von Gibraltar entdeckt man sie am Horizont, die Biblioteca Pública de Ceuta. Kurz vor dem Anlegen im Hafen kann man sie dann genau erkennen. Ein mit...

13. Dezember 2013 Neue Zürcher Zeitung

Weniger Üppigkeit, mehr Intensität!

Der spanische Pritzkerpreisträger Rafael Moneo gilt als einer der Grossen der Architekturszene. Doch statt Allüren zu zeigen, pflegt er Bescheidenheit. Im Interview mit Brigitte Kramer spricht der 76-jährige Baukünstler über seine Karriere, über Spaniens Architekturkrise und über seinen Misserfolg in Zürich.

Herr Moneo, die «New York Times» hat Sie kürzlich den Mike Leigh der Architektur genannt, während Renzo Piano, Richard Meier oder aber Frank Gehry die Spielbergs seien. Leuchtet Ihnen dieser Vergleich ein?

Nicht wirklich. Es geht doch darum, was man ausdrücken will oder muss. Ich denke, dass ich mit...

28. November 2013 Neue Zürcher Zeitung

Nur keine Fremdkörper produzieren

Seit mehr als einem halben Jahrhundert ist der grosse spanische Architekt Rafael Moneo schon weltweit tätig. Eine Ausstellung seiner Werke im nordwestspanischen A Coruña belegt nun Moneos Streben nach Harmonie und gedanklicher Tiefe.

Vergilbtes Pauspapier, dicke Bleistiftlinien, Beschriftungen mit schablonierten Buchstaben, immer wieder dieselbe handschriftliche Signatur, Licht- und Schattenspiele, Fotos aus der Vogelperspektive, städtische Landschaften mit Menschen in altmodischer Kleidung, Blicke in Gänge und Höfe – die Exponate...

10. September 2013 Neue Zürcher Zeitung

Problematische Wahrzeichen

Die hochverschuldete Stadt Valencia trägt wegen der Krise schwer an ihren Prachtsbauten der Boomjahre. Dabei gäbe es rings um die Millionenstadt ein 900 Jahre altes, einmaliges Erbe zu schützen.

Fast zwei Millionen Menschen leben im Grossraum Valencia. Die drittgrösste Stadt Spaniens liegt an der Ostküste der Iberischen Halbinsel. Der Hafen und das fruchtbare Land der Region verliehen ihr schon zu Zeiten der Mauren Bedeutung. Bis heute exportiert sie europaweit Obst und Gemüse. Bekannt waren...

14. August 2013 Neue Zürcher Zeitung

Elegante Verneigung am Oslofjord

Nach langem Hin und Her soll am Oslofjord ein neues Munch-Museum entstehen. Der Madrider Architekt Juan Herreros, der 2008 den Wettbewerb gewonnen hatte und 2009 eine Absage bekam, freut sich über den Auftrag in Oslo und die weltweite Ausstrahlung des Projekts.

Es waren vier lange Jahre für Juan Herreros. Der heute 55-jährige Architekt hatte 2008 den internationalen Wettbewerb zum Bau des neuen Munch-Museums in Oslo gewonnen. Die Liste der Teilnehmer an der Ausschreibung war eindrücklich, der Zuschlag an Herreros kam überraschend. Der Auftrag war entscheidend...

4. Mai 2013 Neue Zürcher Zeitung

Wo der Manzanares rauscht

Die Parklandschaft an den Ufern des Manzanares in Madrid zeigt, wohin sich die neue Architektur in der Hauptstadt entwickelt. Das Gemeinschaftsprojekt steht für Bescheidenheit und Sensibilität.

«Madrid, Madrid, Madrid.» So schlicht ist der Refrain eines der bekanntesten Lieder über Spaniens Hauptstadt. Komponiert hat es der Mexikaner Agustín Lara in den 1930er Jahren, als Ausdruck des Heimwehs spanischer Bürgerkriegsflüchtlinge. Die dreifache Wiederholung kann heute sinnbildlich gedeutet werden...

4. April 2013 Neue Zürcher Zeitung

Baukunst im Stillstand

Jüngst konnte in Lissabon das von Patricia Barbas und Diogo Lopes zusammen mit Gonçalo Byrne vorbildlich restaurierte und erweiterte Thalia-Theater eröffnet werden. Doch der Baukunst in Portugal geht es weiterhin schlecht. Die Architekten suchen nach Auswegen aus der Krise.

Ganz still und stumm steht es da; aber der Mantel des Thalia-Theaters in Lissabon ist nicht aus Purpur, sondern aus sandfarbenem Beton. Ein 23 Meter hoher Bau mit stumpfer Oberfläche und abgerundeten Kanten fasst das restaurierte neoklassische Theater im Stadtteil Sete Rios. 1862 brannte das Thalia-Theater...

10. August 2012 Neue Zürcher Zeitung

Eine Stadt sucht sich selbst

Trotz der gegenwärtigen Baukrise wächst in Sevilla ein 180 Meter hoher Turm in den Himmel. Sein Schöpfer, der Architekt César Pelli, spricht von einem Schritt ins 21. Jahrhundert. Die Unesco sieht das anders und sagt warnend, das Hochhaus gefährde das Welterbe der Stadt.

Eine Grossbaustelle in einer Geisterstadt entzweit die Bewohner von Sevilla. Auf der Cartuja-Insel wächst seit vier Jahren ein Büroturm gemächlich in den Himmel. Dort, wo vor 20 Jahren die Weltausstellung stattfand und heute ein Erlebnispark, mehrere Universitätsgebäude, ein grosser, runder Bürobau und...

3. April 2012 Neue Zürcher Zeitung

Tempel der Einfachheit

Mit dem Opernhaus von Sydney wurde Jørn Utzon berühmt. Später baute er sich auf Mallorca ein ganz in die Landschaft integriertes Haus. Nun kann das restaurierte Bauwerk besichtigt werden.

Wer heute an der Südküste Mallorcas zwischen Portopetro und dem Naturpark Mondragó entlangfährt, dem zeigt sich der Streifen Land noch immer so wild wie vor mehr als 40 Jahren dem dänischen Architekten Jørn Utzon. Eine schmale, asphaltierte Strasse, die mittlerweile seinen Namen trägt, verläuft direkt...

16. Februar 2012 Neue Zürcher Zeitung

Wieder selbst Hand anlegen

Spaniens Architekten durchleben eine nie da gewesene Krise. Knapp die Hälfte von ihnen ist arbeitslos, Tausende haben das Land verlassen. Kammer und Gewerkschaft versuchen nun, das Berufsbild neu zu definieren und Arbeitsfelder zu öffnen.

Ende vergangenen Jahres erschien auf der Website der Madrider Architektenkammer ein Arbeitsangebot, das aufhorchen liess: Ein «international renommiertes» Architekturbüro suchte darin einen freiberuflichen Büroleiter mit fünf- bis zehnjähriger Berufserfahrung. Zahlreiche technische, akademische und sprachliche...

4. August 2011 Neue Zürcher Zeitung

Babydoll im Fischerdorf

In einem neuen Museum im Baskenland kann man die Kunst des spanischen Modedesigners Cristóbal Balenciaga bewundern. Es steht in Getaria. Dort wurde der Erfinder des Babydoll 1895 geboren.

Spaniens Königin Sofía hat jüngst das baskische Fischerdorf Getaria besucht. Das war eine Überraschung. Hätte die Königin vor hundert Jahren gelebt, wäre sie wohl regelmässig nach Getaria gekommen. Denn das 2700-Seelen-Dorf bei San Sebastián stand mehr als 100 Jahre lang als Sommerfrische in der Gunst...

10. Juni 2011 Neue Zürcher Zeitung

«Menschenrechte im Grundriss»

Bekannt wurden Luis Mansilla und Emilio Tuñón durch Museumsbauten in Castelló de la Plana und León. Heute werden sie als Stars gefeiert. Ein Besuch bei den umtriebigen Architekten in Madrid.

Sie reden gerne gleichzeitig und sagen dabei oft das Gleiche, wenn auch mit anderen Worten und in unterschiedlichem Tempo. Der eine heisst Luis. Er ist zurückhaltend, klein und rotblond. Der andere, Emilio, ist redselig, gross und dunkelhaarig. Sie sind im selben Viertel gross geworden, haben dasselbe...

15. März 2011 Neue Zürcher Zeitung

Eine runde Sache

Die nordspanische Industriestadt Avilés findet wohl kaum jemand schön. Umso stolzer ist die Bevölkerung auf ihr neues, nach den Plänen des brasilianischen Architekten Oscar Niemeyer realisiertes Kulturzentrum. Das Centro Niemeyer bedeutet einen wichtigen Schritt hin zur Revitalisierung der Stadt.

In der nordspanischen Stadt Avilés stehen derzeit Kuppeln – ob aus Beton oder Zuckerguss – hoch im Kurs. Eine grosse, weisse erhebt sich zwischen Meer und Industriegebiet; und viele kleine Kuppeln warten in Konditoreien auf Käufer. Sie sind das süsse Zeichen von Dankbarkeit und Freude, mit der die Stadt...

16. November 2010 Neue Zürcher Zeitung

Am Puls der Stadt

Für manche Beobachter ist Istanbuls architektonische Entwicklung eine Chronik des Scheiterns. Diese wird zurzeit in einer Ausstellung aufgezeichnet. Gleichzeitig wollen Vertreter der lokalen Architekturszene der Stadt neue Impulse geben.

Setzt man den Begriff Moderne mit Umbruch gleich, dann tobt sie in Istanbul seit hundert Jahren ungehemmt. In welcher Art von Moderne die Stadt ankommen möchte, darüber diskutiert man am Bosporus derzeit leidenschaftlich – mit Anzeichen der Ermüdung. Als Europäische Kulturhauptstadt 2010 solle Istanbul...

23. August 2010 Neue Zürcher Zeitung

Traurige Oase der Ruhe

Durch Valencias Vorstadt El Cabanyal soll eine breite Autostrasse geschlagen werden. Doch die Anwohner wehren sich. Sie suchen nach Sanierungsmodellen, unter anderem in Hamburg und Tokio.

«Geduld, Geduld», so lautete der Rat, den der Hamburger Architekt Burkhart Springstubbe seinen Fachkollegen an der Polytechnischen Universität von Valencia jüngst gab. Er war zum Internationalen Kongress El Cabanyal eingeladen worden. Das Treffen hatte ein spanischer Kollege aus aktuellem Anlass organisiert....

9. August 2010 Neue Zürcher Zeitung

Ein Tempel für kulturbewusste Pilger

Zwei Kilometer von der Kathedrale von Santiago de Compostela entfernt baut der amerikanische Architekt Peter Eisenman auf dem Monte Gaiás ein riesiges Kulturzentrum. Es soll dem nordwestspanischen Galicien neue, weltliche Pilger bringen.

Es ist nicht so, dass Santiago de Compostela mehr Touristen brauchen würde. Im gegenwärtig stattfindenden Heiligen Jahr stehen jeden Tag rund 10 000 Pilger Schlange, um in die Kathedrale zu kommen. Mit Wanderstock, Muschel und Kürbis warten sie. Sind sie dann drin, weisen ihnen Schilder den Weg. Links...

5. Mai 2010 Neue Zürcher Zeitung

Die Grosse Strasse feiert Geburtstag

Die Gran Vía in Madrid wird 100 Jahre alt. In ihrer Stillosigkeit belegt die Flaniermeile, dass Spaniens Hauptstadt ein grosses Dorf ist. Deshalb fühlt sich dort jede und jeder gut aufgehoben.

Viele sagen, sie habe ihrem Namen noch nie Ehre gemacht. Andere meinen, ihr Glamour sei schon lange erloschen. Manche denken gar nicht über sie nach, sondern laufen einfach Jahr und Tag über ihr Pflaster. Die Gran Vía, die Grosse Strasse, Hauptschlagader der spanischen Hauptstadt, wird in diesem Jahr...

19. April 2010 Neue Zürcher Zeitung

Bilbao war gestern

Seit gut zwanzig Jahren versuchen Spaniens Städte sich mit exzentrischer Stararchitektur gegenseitig zu überbieten. Dabei sind nicht nur Meisterwerke wie das Guggenheim-Museum von Frank Gehry in Bilbao entstanden. Nach all den formalen und finanziellen Exzessen sucht das Land nun ernüchtert neue Paradigmen.

Nach dem beispiellosen Bauboom der letzten Jahre sieht sich Spanien zur Besinnung gezwungen. Die Architektenkammer beklagte jüngst, dass die Zahl der Bauabnahmen von Privatgebäuden um über 70 Prozent zurückgegangen sei. Mehr als 40 000 Immobilienagenturen mussten schliessen, Sparkassen gingen pleite,...

26. Februar 2010 Neue Zürcher Zeitung

Der Herr der tausend Häuser

Seit mehr als 40 Jahren entwirft der einst als Postmodernist bekannt gewordene katalanische Architekt Ricardo Bofill Wohnblöcke, Firmensitze, Theater und ganze Stadtteile. Nun hat er in Barcelona ein umstrittenes Luxushotel realisiert und den Flughafen El Prat erweitert.

Er ist ein kleiner, attraktiver Mann, Kettenraucher, sonnengebräunt, pausiert beim Sprechen. Ricardo Bofill, im vergangenen Dezember 70 geworden, hat die Welt mit «tausend Bauten» überzogen, wie er sagt. Wer zu einem Besuch bei Bofill nach Barcelona reist, der begegnet schon bei der Ankunft der Hand...

27. August 2009 Neue Zürcher Zeitung

Baukunst und Design als Wirtschaftsfaktoren

Barcelona und Katalonien haben einen Kulturpakt geschlossen: Durch urbanistische Konzepte und die Finanzierung neuer Museen soll die Stadt zur internationalen Architekturmetropole werden.

Sie nutzten die Gunst der Stunde: Jordi Hereu, sozialistischer Bürgermeister von Barcelona, und Joan Manel Tresserras, Kulturdezernent der mehrheitlich sozialistischen Regierung Kataloniens, haben unlängst einen Kulturpakt geschlossen. Stadt und Region wollen Urbanistik und Kulturpolitik fortan systematischer...