Klangräume
Ausstellung - S AM - Basel (CH)
Klangräume
17. Juni 2004 bis 8. August 2004
Das Architekturmuseum eröffnet seine neuen Räume in der Kunsthalle mit Klanginstallationen von Andy Guhl, Fritz Hauser und dem ensemble für neue musik zürich

VeranstalterIn: S AM

Klangräume

Die erste Ausstellung des Architekturmuseums in der Kunsthalle gilt den neuen Räumen. Eine kleine Präsentation im Eingangssaal gibt anhand von Plänen, Skizzen, Zeichnungen oder historischen Fotografien Einblick in die Gesamtrenovation der Kunsthalle unter der Leitung des Basler Büros Miller & Maranta und die Transformation der Räume des Flügels am Steinenberg für das Architekturmuseum durch den Zürcher Architekten Peter Märkli.

Alle übrigen Ausstellungsräume und vor allem die Wände bleiben bewusst leer, um so die Architektur der neuen Lokalität selbst zum Mittelpunkt, zum Thema zu machen. Die Klanginstallationen von Andy Guhl, Fritz Hauser und dem ensemble für neue musik zürich steigern die visuelle Wahrnehmung, intensivieren die Auseinandersetzung der Besucherinnen und Besucher mit dem neuen Ort.

Andy Guhls Klanginstallation mit dem Titel "TT Soundinstallation" arbeitet mit dem pulsierenden Verkehr der Basler Innenstadt. Er holt die versteckten Sounds der Trambahnen in die Räume des Architekturmuseums, die Innenarchitektur (Klappwände) macht er zu Resonanzkörpern. Nach einer kurzen Phase als Kontrabass-Spieler ist die Elektronik für Guhl seit 1972 zum Hauptinstrument geworden. In zahlreichen internationalen Projekten ist er in Ausstellungen bzw. Klangperformances - bis 2002 zusammen mit Norbert Möslang - aufgetreten, besonders bekannt ist die Arbeit "sound _shifting" oder "Canale visuale" für die Biennale in Venedig 2001.

Während Guhl den Aussen- mit dem Innenraum verbindet, stellt Fritz Hauser in seiner Klanginstallation "Wandlungen. Klanginstallation für 3 Räume" Wechselbeziehungen her zwischen den drei aufeinander folgenden Räumen der langen Enfilade an der Nordseite. Mittels Klängen, die Hauser auf Cymbals (Becken) produziert, lässt er in den drei Räumen drei voneinander unabhängige Klangebenen entstehen. Zuweilen springen die Klänge vom einen in den anderen Raum, bald schwillt der Lautstärkepegel an, bald ab. Da die drei Klangloops unterschiedlich lang sind, ergeben sich immer wieder andere Verschiebungen zueinander und die Gesamtklangsituation erfindet sich stets neu. Hauser, bekannt geworden mit Solokonzerten, aber auch durch Auftritte in Klein- und Grossformationen, mit medienübergreifenden Auftritten, hat zur Entwicklung des Schlagzeuges vom Rhythmusgerät zum Instrument massgeblich beigetragen.

Das ensemble für neue musik zürich, insbesondere die vier Musiker Viktor Müller, Urs Bumbacher, Hansruedi Bisseger und Hans-Peter Frehner, haben für die Klanginstallation "Klangraumbegehungen" die noch leeren Räume des Architekturmuseums, das Museum im Rohbauzustand aufgenommen. In einem auf die spezifischen Räume ausgearbeiteten Konzept haben die Musiker den Rohbau "betönt" und "erspielt". Die Wege kreuzten und querten sich, führten parallel. Feine Klänge haben die noch nicht fertigen Räume erobert und Spuren an den noch unbehandelten Wänden, Decken und Böden hinterlassen. Das 1985 gegründete ensemble für neue musik zürich widmet sich ausschliesslich dem zeitgenössischen Musikschaffen. Es besteht aus einem Kern von sieben Musikern, die ihr Programm in eigener Regie planen und konzipieren, je nach Projekt wird die Stammformation um Sängerinnen oder Instrumentalisten erweitert. In den letzten Jahren hat das ensemble neben internationalen Auftritten auch in verschiedenen Projekten modernes, zeitgemässes Musiktheater realisiert.

Weiterführende Links:
Haus der Architektur Graz