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Artikel

7. Januar 2026 Neue Zürcher Zeitung

Architektur aus Indien wird in Weil am Rhein zum Kraftspender und Stimmungsaufheller

Auf dem Vitra-Campus erweitert indische Spiritualität in gebauter Form eines begehbaren Schreins die Vielfalt internationaler Architektur.

Doshi Retreat nennt sich das Bauwerk von Balkrishna Doshi. Bei dem Entwurf dieses frei zugänglichen Orts innerer Einkehr handelt es sich um das letzte Projekt des 2023 verstorbenen indischen Architekten. Ihm hatte er sich zuletzt zusammen mit seiner Enkelin, der Architektin Khushnu Panthaki Hoof, und...

6. April 2022 Neue Zürcher Zeitung

Bäume in der Stadt gibt es seit Jahrhunderten, nun ist die Stadtbaumkultur auch markenrechtlich geschützt

Bäumige Aussichten versprechen die einen, eine ökonomische und ökologische Aufwertung der Stadt die anderen. Am Grün in allen Schattierungen erfreuen sich alle gemeinsam.

Die im Frühling aufbrechenden Blattknospen der Laubbäume und Maispitzen der Nadelgehölze beweisen es jedes Jahr aufs Neue. Bäume verschönern nicht nur Wege durch die Stadt, sie leisten auch viele Dienste: Sie binden Kohlendioxid, spenden Sauerstoff und dienen als Schutzschirm gegen Stadterwärmung. Konzepte...

26. Januar 2022 Neue Zürcher Zeitung

Diese Gartenanlage zelebriert die Schönheit auch im Winter, wenn der Raureif sich über Verblühtes legt

Für den Landschaftsarchitekten Piet Oudolf gehören Wachsen und Vergehen zum Jahreszyklus – in allen Farben und Formen.

Zwischenzeiten haben ihren Charme. Die oft als öde und ereignislos empfundenen Übergangsphasen bieten mehr Stille und Ruhe. Hier mischt auch der Gartendesigner Piet Oudolf mit: Er erkennt das Potenzial von Interimszeiten und weiss es auszuschöpfen.

In den von ihm entworfenen Gärten erlebt man die lange Winterpause nicht als öde, abgeflachte Leere zwischen dem Abblühen der Herbstflora und den ersten Pflanzensprossen, die im Vorfrühling aus der Erde lugen. Stattdessen lockt das Konzept des Niederländers selbst im Winter mit einer Vielfalt an pflanzlichen Formen. Denn es gilt das Prinzip: Es samt sich aus, wie es will, und es welkt, wie es welken will.

Somit wuchert der Garten wirkungsvoll und wunderbar wild. Sein auf dem Vitra-Campus angelegter Stauden- und Ziergräsergarten nahe der Stadtgrenze zu Basel erstreckt sich zwischen dem von Herzog & de Meuron entworfenen Schauhaus bis zum Minihaus «Diogene», das sich der Renzo Piano Building Workshop gemeinsam mit Transsolar ausgedacht hat. Vor allem im Winter offenbart sich das Gartenkonzept des Pioniers des «New Perennial Movement»: Es macht den Kreislauf des Wachsens und Vergehens über das ganze Jahr hinweg sichtbar, im ganzheitlichen Zusammenspiel von Mensch, Landschaft und gestalteter Natur.

Robuste Harmonie

Eine Ästhetik des Wachsens und Vergehens kennzeichnet die von Piet Oudolf entworfenen Gärten, die den pflanzlichen Lebenszyklus ganzheitlich sichtbar machen. Dass dies möglich wird, setzt eine gezielte Auswahl an winterharten Stauden voraus. Hierbei zählen nicht vorrangig Blühfreudigkeit und Blütenfarben, sondern der Aufbau der Pflanzenteile, der Sprossachse und der Blätter sowie Standhaftigkeit und Färbung im Herbst und Winter.

Erstmals 1990 listete Piet Oudolf zusammen mit Henk Gerritsen in dem Band «Droomplanten. De nieuwe generatie tuinplanten» pflegeleichte «Traumpflanzen» auf, die auch ausserhalb der Blütezeit ins Auge fallen. Acht Jahre zuvor, 1982, hatte Oudolf für seine Frau Anja eine Gärtnerei im niederländischen Hummelo gegründet.

Das naturnahe Gartendesign traf den Ökonerv der Zeit, Wachstumszyklen und Kreisläufe ganzheitlich zu sehen. Harmonisch gedeihliche Nachbarschaften von Staudengewächsen und Ziergräsern, die ein natürlich wucherndes Ensemble bilden, ebneten dem Pionier des New Perennial Movement den Weg zum Welterfolg. Der Hummelo-Garten schloss 2018 seine Pforten. Doch Oudolfs Traumpflanzen haben in privaten Gärten wie in öffentlichen Anlagen und Schaugärten das ganze Jahr über Saison.

Grau-Braun-Gelb-Rot

Getreu dem Konzept des Gartendesigners werden auch die Gewächse im jüngst auf dem Vitra-Campus angelegten öffentlichen Garten im Spätherbst nicht gekürzt. Also modellieren die welken Staudengewächse und das Grau-Braun-Gelb-Rot der Ziergräser den winterlichen Garten. Erst in der zweiten Winterhälfte werden verblühte Stauden und Gräser, die nach Frostnächten ein vom silbernen Raureif überzogenes Hochrelief formen, zurückgeschnitten. Die rund 30 000 Pflanzensetzlinge, die im Mai 2020 nach dem Pflanzplan von Piet Oudolf in die Erde gebracht wurden, verleihen der Gartenanlage auch im Winter eine kontrastreiche Struktur.

Beim Gang durch den Garten fallen einige Winterschönheiten ins Auge: Disteln formen ein sich ausbreitendes Sternbild, Perowskien, die in der warmen Jahreszeit zartblau blühen, zeigen sich im edlen Silberkleid, und über einer Ziergraswolke erhebt sich über einen Meter hoch die Strukturpflanze Echinacea pallida «Hula Dancer». Das Tutu aus rosa Blütenblättern hat sie abgelegt, sichtbar geblieben ist das dunkle Köpfchen.

Noch höher als die Echinacea pallida ragen an der Umgrenzung des Gartens die Stengel mit den verblühten rosa Wedeln der winterharten Prachtspieren auf. Bodennah verhakelt sich Rutenhirse zu einem filigranen Gespinst, vertrocknete Blütenrispen der Reitgräser beugen sich über die Gartenwege.

Das hier Verblühte ist nicht für Deko-Boutiquen gedacht. Stattdessen macht der herbstliche und winterliche Garten die unzähligen Wandlungsformen als Schlüssel allen organischen Fortlebens erfahrbar, auch das Anpassungsvermögen der Natur.

Trotz Eis, Schnee und Kälte bringen schon bald die Frühblüher frische Farbe in den Garten, und die mehrjährigen Stauden treiben unbeschadet aus. «Zartheit und zähe Kraft» attestierte der berühmte Staudenzüchter Karl Foerster (1874–1970), auf dessen Ansatz sich Oudolf bezieht, den winterharten, krautigen Gewächsen.

Natürlich nicht Stauden, sondern grün glänzende Blätter des Peruanischen Blausterns kündigen in Piet Oudolfs Vitra-Garten bereits Anfang Januar das Winterende an. «Oh! Hat der Klimawandel den Blaustern jetzt schon aus der schützenden Zwiebel gelockt?», mag mancher zu bedenken geben.

Gartentraum mit Minihaus

An der Brunnenrinne laden Stühle aus der Vitra-Kollektion dazu ein, der zauberhaften Magie des Ineinandergreifens der Jahreszeiten nachzusinnen und sich eigenen Gartenträumen hinzugeben, nicht etwa, um wirkungsvolle florale Sträusse zu winden – sondern um der Natur willen, wie es Piet Oudolf praktiziert.

Da fällt der Blick auf das Minihaus, das auf der Wiese am südlichen Ende des Gartens steht. Das Tiny House, ebenfalls entworfen vom Renzo Piano Building Workshop mit Transsolar, mutiert in Gedanken flugs zum Gartenhaus, in dem ein Öfchen bullert und sich zur Bescheidenheit eines Lebens in der Natur das Glück der inneren Zufriedenheit zugesellt. Werde Gärtner, werde glücklich! – Das dürfte auf Piet Oudolf zutreffen, dessen Motto lautet: «Gardening, it’s my life!»

[ Piet Oudolf und Henk Gerritsen: Gärten, inspiriert von der Natur. Die schönsten Stauden und Gräser. Überarbeitet von Noel Kingsbury. Gräfe-und-Unzer-Verlag, München 2021. ]

15. Juli 2021 Neue Zürcher Zeitung

Kurz und heftig triumphierten Farbenrausch und Stilmix über die minimale und die «Gute Form»

Das Designerkollektiv Memphis Milano stellte so ziemlich alle Prinzipien der Moderne auf den Kopf, bis es sich nach wenigen Jahren selbst auflöste. Die Erinnerung hält an.

Ein Kristall auf vier Beinen! Das nach dem Mineral benannte Möbel von Michele De Lucchi besteht aus einer sonnengelben, runden Tischplatte, einer schwarz-weiss gerasterten Box, die Tischbeine leuchten himmelblau. Wie die anonyme Form eines Beistelltischs zum Blickfang werden kann, demonstrierte der junge...

7. Juli 2021 Neue Zürcher Zeitung

Mario Botta gründete vor 25 Jahren die dritte Schweizer Architekturfakultät. Ihre humanistische Prägung macht inzwischen selbst Schule

Die Accademia di Architettura di Mendrisio blickt weit voraus und auch zurück.

Eine wie keine: In einer Welt hochspezialisierter Fachausbildungen schuf der Gründer Mario Botta für die Architekturakademie von Mendrisio ein unverwechselbares Profil mit humanistischer Prägung. Das Bewusstsein für die Conditio humana zu schärfen, gehört zum Kanon. Wie gross die Nachfrage nach einer...

30. Dezember 2020 Neue Zürcher Zeitung

Standhaft, rebellisch, authentisch: Luigi Snozzi war ein innovativer Querdenker

Er zählte zu den Erneuerern der Tessiner Architektur und war auch ein einflussreicher Theoretiker. Luigi Snozzi ist am 29. Dezember im Alter von 88 Jahren an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben.

Dem weitschweifigen Zerreden von Architektur gegenüber war er abgeneigt. Dies zeigen seine Aphorismen, die Luigi Snozzi in den siebziger Jahren verfasst und leicht verändert 2013 in Buchform veröffentlicht hat. Die emblematischen Text-Bilder sind ein Schlüssel zu den Leitlinien des architektonischen...

24. November 2020 Neue Zürcher Zeitung

Architektur zur Schärfung des kollektiven Gedächtnisses

Der japanische Architekt Tsuyoshi Tane sammelt Vergangenheit, um Zukunft zu bauen.

Die Biografie eines Ortes baulich sichtbar zu machen und gleichzeitig fortschrittlich die Zukunft zu gestalten, ist eine vielschichtige Intention. So auch das Credo, Vergangenheit zu sammeln, um Zukunft zu bauen. Dafür reichen die Wiederverwertung von Materialien, die eingehende Analyse und das Weiterbauen...

13. Oktober 2020 Neue Zürcher Zeitung

Einfach mal zu Hause sein? Das ist eine Kunst. Und es gibt da dringenden Nachholbedarf

Spätestens wenn die Blätter fallen und sich erste Frostnächte ankündigen, kommt ans Licht: Ob wir gern zu Hause bleiben und uns in den eigenen vier Wänden wohl fühlen.

Insbesondere Architekten müssen sich die Frage gefallen lassen, warum die von ihnen entworfenen Wohnbauten das Zuhausesein erschweren. Das Problem an Psychologen, Therapeuten, Inneneinrichter und Designer weiterzugeben, wäre allzu billig. Denn wie schon Alexander Mitscherlich 1965 im Sammelband «Die...

31. März 2020 Neue Zürcher Zeitung

Renzo Piano, 82-jährig, glaubt auch in der Coronavirus-Krise an eine bessere Welt

Der italienische Architekt richtet einen Video-Appell an junge Architekten

Seit der amtlich verordneten Schliessung von Museen und Kultureinrichtungen boomen digitale Formate. Virtuelle Rundgänge, digitale Vernissagen, Video-Interviews, Live-Talks, viel zu vieles staut sich seither auf dem häuslichen und mobilen digitalen Endgerät. Selten zu vernehmen sind Stimmen von Kulturschaffenden,...

31. Oktober 2019 Neue Zürcher Zeitung

Mario Botta und Koen Vanmechelen: Selbst Biodiversität fängt mit einem Huhn an. Oder mit dem Ei?

Im von Mario Botta entworfenen Teatro dell’architettura überwindet Vanmechelen Genres und Fachgrenzen.

Inszeniertes Bühnenspektakel zur Bespassung des Publikums und Dramen, die emotional unter die Haut gehen? Nichts dergleichen steht auf dem Programm des Teatro dell’architettura, das seit Herbst 2018 den Campus der Architekturakademie Mendrisio bereichert.

Stattdessen will der von Mario Botta geschaffene...

3. September 2018 Neue Zürcher Zeitung

Mit seinem Entwurf für eine neue Brücke will ein Architekt der Stadt Genua ihren Stolz zurückgeben

Der Architekt Renzo Piano stellt seine Idee vor, wie sich die eingestürzte Brücke Riccardo Morandis ersetzen liesse – nicht übereilt, aber zügig.

Die Mentalität der Einwohner Genuas kennt eigentlich keinen verzagt-zaudernden Stillstand. Von jeher gibt die Hafenstadt dem Aufbruch den Vorrang vor dem Rückzug in beengte Winkel, komme, was wolle. Auch wenige Wochen nach der Katastrophe vom 14. August, dem Einsturz der Schrägseilbrücke, wird der Blick...

22. August 2017 Neue Zürcher Zeitung

In Wien erproben Architekten innovative Modelle für Flüchtlingsheime

In Wien sind drei innerstädtische Flüchtlingsunterkünfte als Alternative zu abgeschotteten Containerdörfern entstanden. Amtliche Vorschriften engen jedoch den Gestaltungsfreiraum ein. Eine Ortsbegehung.

Seit Jahresbeginn sind in Italien wiederum fast 100 000 Migranten angekommen. Wer kann, verlässt Italien in Richtung Norden. So gelangen viele nach Österreich und Deutschland oder in die Schweiz. Ihre Unterbringung bleibt allenthalben eine der grössten Herausforderungen.

Basel gehört zu den Ankunftsstädten...

14. Juni 2017 Neue Zürcher Zeitung

Gemeinnutz geht vor Eigennutz

«Together! Die Neue Architektur der Gemeinschaft» präsentiert im Vitra-Design-Museum eine gross angelegte Überblicksschau zu aktuellen gemeinschaftlichen Wohnkonzepten aus Europa, Amerika und Asien.

«Wir alle sind jetzt Förster!», meinte Peter Sloterdijk einst leicht ironisch, als ökologisches Bauen und regenerative Energien zu einem Leitprinzip der Gegenwartsarchitektur aufstiegen. Zu den Prinzipien ökologischer Bau- und Lebensweise kommt nun noch die Zeitströmung, die sich auf genossenschaftliches...

30. Mai 2017 Neue Zürcher Zeitung

Gratiseintritt mit Hintergedanken

Mit einem Besucherforum versucht das Schweizerische Architekturmuseum Basel Besucher anzulocken und ihnen so Vorschläge für neue städtische Grünflächen schmackhaft zu machen.

Das gab es noch nie. In den nächsten drei Wochen verzichtet das Schweizerische Architekturmuseum Basel (SAM) auf Eintrittsgebühren und stellt den Besuchern in seinen Räumen Flächen zum Arbeiten, Spielen, Picknicken zur Verfügung. Dient die plötzliche Zweckentfremdung der Räume dem Wohlergehen und der...

11. Mai 2017 Neue Zürcher Zeitung

Wohnglück auf minimalster Fläche

Die Wohnungsnot beflügelt Architekten neuerdings, phantasievolle Miniaturhäuser zu entwerfen. Zu wenig beachtet wird hierbei die Frage nach der menschenwürdigen Mindestgrösse von Wohnraum.

Bekanntlich ist das Leben kein Spiel und Wohnen auch nicht. Dennoch ähneln die trendigen Mikro-Gehäuse, die in jüngster Zeit von Architekten in aller Welt als Antwort auf die Wohnungsknappheit entworfen werden, phantasievollen Hütten fürs kindliche Rollenspiel. Ganze acht Quadratmeter Fläche bietet ein...

5. Mai 2017 Neue Zürcher Zeitung

Vom Nachleben der Schmetterlinge

Mehr als 70 Pavillons von Schweizer Architekten sind derzeit im Pavillon Le Corbusier in Zürich zu sehen. Sie veranschaulichen in einem kontrastreichen Panorama den baukünstlerischen Forschungsdrang.

Erfinde dich neu! Übertragen auf die Architektur, trifft diese Maxime perfekt auf den Bautypus des Pavillons zu. Hinsichtlich des Erscheinungsbildes alles andere als ein Langweiler, ist er längst den ursprünglichen Funktionen des Zelts, des Garten- oder des Lusthauses entwachsen. Als Pavillons glänzen...

14. Februar 2017 Neue Zürcher Zeitung

Tanz um Bäume

Grünfassade trifft auf Naziarchitektur: Wie soll das Haus der Kunst in München saniert werden?

Es ist eine ganz gewöhnliche Baumreihe, die derzeit das Augenmerk auf einen historisch belasteten Monumentalbau lenkt: das Haus der Kunst an der Münchner Prinzregentenstrasse. Das einstige Museum für nationalsozialistische Kunst zählte zu Hitlers Lieblingsbauten und wurde 1937 pompös mit der «Grossen...

12. Januar 2017 Neue Zürcher Zeitung

Vielleicht macht Hüttenzauber schlau

Die Vielfalt an Entwürfen für winzige Häuschen auf dem Lande signalisiert die Sehnsucht nach dem einfachen Leben. Die «Cabins» bieten Freiräume, um neue Ideen zu entwickeln.

Achtzig Dollar kostete die Blockhütte, die sich Henry David Thoreau 1847 in den Wäldern bei Concord (Massachusetts) zimmerte, um im Selbstversuch ein spartanisches Leben in der Natur zu führen und hierbei maximale Freiheit und Selbstverantwortung zu gewinnen. Die «Thoreau»-Hütte wurde zur gebauten Botschaft,...

15. Dezember 2016 Neue Zürcher Zeitung

Sprengt die Häuser!

In Neapel werden vernachlässigte Grossbauten abgerissen. Sie wurden einst als Musterbeispiele des sozialen Wohnungsbaus der 1970er Jahre in Italien gefeiert.

Noch immer ist die Sicht auf Neapel und den Golf phantastisch schön. Sobald man aber die Küste in Richtung Norden verlässt, scheint man vom Himmel in die Hölle zu gelangen: genauer in den unter Bandenkriminalität und dem Drogenhandel der Camorra ächzenden Stadtteil Scampia. Dieser soll nun laut amtlichem...

6. Dezember 2016 Neue Zürcher Zeitung

Baukunst im Bild

Die erste grosse Ausstellung unter der neuen Leitung von Andreas Ruby transformiert das Schweizerische Architekturmuseum Basel in eine Bildergalerie. Gezeigt werden Arbeiten von 162 Architekten.

Frischer Wind im Schweizerischen Architekturmuseum Basel (SAM)! Seit Anfang Mai verantwortet Andreas Ruby das Programm des SAM. Wohin wird die Reise gehen? Bei Amtsantritt fragte sich Ruby, Kunsthistoriker und Architekturtheoretiker, wie sich Architekturthemen über den Kreis der Fachleute hinaus auch...

28. Oktober 2016 Neue Zürcher Zeitung

Wolke im Glaskörper

Nach langer Planungs- und Bauzeit wird Roms neues Kongresszentrum von Massimiliano Fuksas eingeweiht. Der Kontrast zwischen kubischer Aussenhülle und biomorphem Kern kennzeichnet das Bauwerk.

Die wolkenförmige «Nuvola» hat es in sich. Schon als sie allmählich Form annahm, verursachte sie so heftige Spannungen – vor allem finanzieller Art –, dass Jahre vergingen, bis sie vollendet werden konnte. Doch im Unterschied zu Santiago Calatrava mit seiner unvollendeten «Città dello Sport» in Rom ist...

28. September 2016 Neue Zürcher Zeitung

Schwarz auf weiss

Mehr als in früheren Jahren bieten die Länderpavillons an der Architekturbiennale von Venedig Gratispublikationen an. Doch mit all dem Gedruckten kommt man sich alt vor in Zeiten digitaler Medien.

Schwer hängt die Leinentasche mit Gratiszeitungen, Broschüren und Faltblättern über der Schulter, je länger man in den Biennale-Gärten und im Arsenal die Ausstellungen besichtigt. Denn in Anlehnung an das Motto der diesjährigen 15. Architekturbiennale, «Reporting from the Front», halten die Länderpavillons...

13. September 2016 Neue Zürcher Zeitung

Der nächste Erdstoss kommt bestimmt

Anstelle von Zeltcamps verlangt Renzo Piano temporäre Holzbauten für die Opfer der Erdbebenkatastrophe in Italien. Ausserdem sollen die Orte schnellstmöglich erdbebensicher wiederaufgebaut werden.

Er ist nicht nur ein Meister klarer Bauformen, sondern auch einer der klaren Worte. Dezidiert äusserte sich Renzo Piano nach dem schweren Erdbeben in Mittelitalien zu den baulichen Gründen der Zerstörungen. Die billige Ausrede, es handle sich um einen Schicksalsschlag, mag der 79-Jährige nicht mehr hören....

29. Juli 2016 Neue Zürcher Zeitung

«Städte weisen den Weg in Richtung Gleichheit»

Der chilenische Pritzkerpreisträger Alejandro Aravena begibt sich auf der diesjährigen Architekturbiennale an die «Front» des sozial engagierten Bauens und äussert sich darüber im Gespräch.

Die von Ihnen ausgerichtete Architekturbiennale mit dem Titel «Reporting from the Front» verzichtet auf die Präsentation spektakulärer Bauten. Womit wollen Sie Besucher nach Venedig locken?

Indem wir anhand von neuen Aktionsfeldern aufzeigen, wie man pragmatisches Tun mit Kreativität verbindet und...

8. Juli 2016 Neue Zürcher Zeitung

Sehnsucht nach dem Unermesslichen

Dem wenig bekannten Werk des Architekten André M. Studer widmet das Schweizerische Architekturmuseum Basel eine grosse Schau. Zu sehen sind expressive Bauten, die uns heute wieder faszinieren.

Kann das Auge hören? Diese eigenwillige Frage beschäftigte den Schweizer Architekten André M. Studer (1926 bis 2007) immer wieder. Er projektierte Bauten, deren Formgestalt gleich einer wohltönenden Komposition das Auge erfreuen sollte. Harmonikal sollten, so Studer, die Proportionen eines Gebäudes zusammenklingen....