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Artikel

26. Januar 2026 Die Presse

Endlich kann man hinein: Die Villa Beer eröffnet Anfang März, wir waren schon dort

Als überlege man, selbst in die Villa Beer einzuziehen: So fühlt sich das Erlebnis dieses neuen zauberhaften Ortes an, der Josef Frank in seiner Heimat ein lebendiges Gedenken schenkt. Ab 8. März ist die Architekturikone geöffnet, Zeitfenster buchen wird angeraten.

Es beginnt, wie so viele Geschichten in Österreich, im Keller. Diesmal ist es aber einmal eine positive. In der ehemaligen Garage kommt man an, löst dort ein Ticket um 18 Euro, schaut sich ein wenig um im kleinen Shop, gibt den Mantel ab und steigt wieder hinauf. Eintreten darf man dann doch standesgemäß...

28. Oktober 2024 Die Presse

Ein Vorzeigemuseum zwischen Kulturpalast und Konsumtempeln

Nach 20 Jahren Nomadentum hat das polnische Museum moderner Kunst seinen Platz behauptet. Mit einem Neubau, dessen Bedeutung sich erst aus dem Inneren erschließt. Fast ist man versucht zu sagen, aus seiner Seele heraus.

Der Bauzaun wird einen Spalt aufgemacht, und die ersten Leute strömen hinein ins neue Museum. Dieses Museum zeitgenössischer Kunst, polnisch MSN abgekürzt, für das 20 Jahre lang gekämpft wurde. Das einen steinigen Weg hinter sich hat und jetzt der Öffentlichkeit übergeben wird. Erst den Familien der...

7. Dezember 2023 Die Presse

Ab heute endlich offen: Das neue Wien Museum mit viel Raum, wenig Aura

Vieles wurde richtig gemacht im neuen Wien Museum, das ab heute bei freiem Eintritt offen steht. Außen ist es toll. Aber die Raumnutzung und die irritierende Gewichtung von Didaktik und Originalen bleiben fragwürdig.

Das Strahlen, das sich durch die Eröffnung des Wien Museums am Mittwoch zog, so absehbar das bei einem auf der Bühne agierenden „Team“, wie bei der Pressekonferenz in Dauerschleife betont wurde, auch sein mag, darf ruhig ein wenig abfärben auf uns. Denn erst einmal ist es schlicht ein Vergnügen, durch...

27. Februar 2023 Die Presse

Wiens tragische Bauhaus-Heldin

Das Wien Museum stellt Wiens einziges Bauhaus-Architekturbüro zwischen Sozialutopie und Exzentrik vor: Es wurde von Friedl Dicker und Franz Singer gegründet.

Es ist das vorläufige Finale der wundersamen Wiederentdeckung von Friedl Dicker, die sich in den vorigen zwölf Monaten in Österreich abspielte: Die Vorstellung des einzigen Bauhaus-Architekturbüros, das Wien vor der NS-Zeit hatte, betrieben von Friedl Dicker-Brandeis (1898–1944) und Franz Singer (1896–1954)....

17. Oktober 2022 Die Presse

Semi-Doku über Karl Schwanzer: Verspielte Klarheit der Form

Karl Schwanzer (1918–1975) war ein herausragender österreichischer Architekt. Max Grubers Semi-Doku „Er flog voraus“ soll das ans Kinolicht bringen. Schwierig. Was sonst.

Eines ist so klar wie dringlich: Karl Schwanzer war der herausragende Architekt der österreichischen Nachkriegszeit – und das ist heute zu wenigen bewusst. Klar wie dringlich also auch, dass ein Film, gar ein Kinofilm, dieser Sichtbarkeit zuträglich ist. Einen solchen stemmte ein bei diesem Unterfangen...

30. Dezember 2021 Die Presse

„Eine Raumstation sieht wie eine Almhütte aus“

Von Wien aus schicken drei Weltraumarchitekten ihre Entwürfe für menschliches Leben ins All. Oder in die Antarktis. Das „Liquifer“-Team über den Retrofuturismus, dem wir bei Raumfahrtästhetik nicht auszukommen scheinen.

Der Weltraum rückt in immer endlichere Weiten. Vor allem seit Milliardäre die private Raumfahrt vorantreiben – Jeff Bezos, der mit einer seiner Raumkapseln heuer schon drei Bilder des ghanaisch-österreichischen Malers Amoako Boafo in den Orbit schoss; Elon Musk, der mit dem „Starship“ seiner Firma SpaceX...

15. Dezember 2021 Die Presse

Der ganze „Hoff“, in eine Schau gepackt

Vom Zigarettenetui bis zur Weltausstellung: Das MAK zeigt die bisher umfassendste Ausstellung zum Lebenswerk des Gesamtkünstlers Josef Hoffmann. Eine opulente Zeitreise in die Epoche, die er geprägt hat – aber das Heute bleibt draußen.

Man versucht, in diesem Gesicht, das einem hier gleich am Beginn in fotografischer Überlebensgröße entgegenblickt, zu lesen: korrekt gescheiteltes Haar, Schnauzbart über sinnlichen Lippen, randlose Brille, darunter ein Blick – distanziert, aber sehr wach, sehr sanft. Dahinter steckt die größte Ausstellung...

9. Januar 2021 Die Presse

Neue Museen: Pinaults Börse und Berlins Protz

Aufgrund der Pandemie mussten 2020 einige spektakuläre Museums-Eröffnungen verschoben werden: Dieses Jahr folgen sie also (hoffentlich) geballt – in Paris, Berlin, Oslo. Und im Schatten der Pyramiden von Gizeh.

Bis auf Weiteres geschlossen“, steht lapidar auf der Internetseite des Louvre. Seit gestern, Donnerstag, hätten die Museen und der restliche Kulturbetrieb Frankreichs wieder hochfahren sollen. Davon ist keine Rede mehr. Nur ein Milliardär hat die Hoffnung nicht aufgegeben: Francois Pinault hält bislang...

10. Dezember 2020 Die Presse

150. Geburtstag: Adolf Loos, der konservative Revolutionär

Jubiläum. Heute vor 150 Jahren wurde in Brünn Adolf Loos geboren. Ausstellungen in MAK und Wienbibliothek würdigen das. Sein Image hat sich mittlerweile vom radikalen Architektur-Neuerer zum pädophilen Gesellschaftsschreck gewandelt.

Adolf Loos hätte es gehasst: In sein in der MAK-Moderne-Sammlung aufgebautes Herrenzimmer für Gustav und Marie Turnowsky, die Schwester von Karl Kraus, wurde im Rahmen der neuen MAK-Schiene „Frech und Frei!“ „interveniert“, in gedämpfte englische Klub-Atmosphäre ein schwarz-weiß gestreiftes, extrem ungemütlich...

26. August 2019 Die Presse

Der kulturelle Notstand der Wiener Seestadt: Kunst im Nirgendwo

Die Seestadt ist nicht unbedingt ein Vorzeigeprojekt der so gerne auf Dezentralisierung pochenden Wiener Kulturpolitik. Noch nicht. Bis dahin hält die Notgalerie tapfer die Stellung.

Lost im Nirgendwo. Niemand steigt hier sonst aus der U2 an diesem Vormittag. Aspern Nord. Nur umsteigen wollen die Leute bislang hier noch, in den Zug, in den Bus. Sonst ist hier Baustelle. Urbanes Brachland. Aussicht auf Kräne des bereits fertigen Seestadt-Teils. Und, ganz nah, auf eine seltsame Baracke,...

24. Mai 2019 Die Presse

Neues Museum in Krems: Noch Luft nach oben

Der Neubau der niederösterreichischen Landesgalerie in Krems wird dieses Wochenende eröffnet. Gezeigt werden fünf Ausstellungen, inhaltlich perfekt durchdacht. Optisch aber ist das Museum auch innen eine Enttäuschung.

Es ist nicht so, dass es nicht schon Zweifel gegeben hätte: an der Entscheidung an sich für einen 35-Millionen-Euro-Neubau der Landesgalerie Niederösterreich, die 2014 getroffen wurde (das Essl-Museum in Klosterneuburg steht bis heute leer). Und am Standort, gegenüber der Kunsthalle Krems, deren Profil...

23. November 2018 Spectrum

Neue Landesgalerie: Viele Wellen für die Kunst

Eine erste Besichtigung des Neubaus in Krems zeigt: viele Schrägen, wenig Tageslicht, dafür viel „Grandezza“. Was wohl der Geologe unter den Malern, Per Kirkeby, den die Kunsthalle gegenüber zeigt, dazu gesagt hätte?

Eine Wahrheit, da ist Krems wie Wien, hört man immer im Taxi, etwa am Weg zur Baustelle der neuen Landesgalerie: Das sei schon ein Trumm, das hier gebaut wird, darüber gingen die Meinungen stark auseinander – komme da oben auf das Dach wenigstens ein Café hin? (Nein.)

Eine andere Wahrheit sind die...

16. März 2018 Die Presse

„Erogene Zonen“ der Architektur

Am Sonntag feiert Gustav Peichl seinen 90. Geburtstag. Das MAK erinnert uns mit einer Ausstellung über 15 seiner Bauten daran, was wir an ihm haben.

Sein Überschwang in Streit und Zuneigung, seine runde Brille, die spitz-zittrige „Ironimus“-Feder, der architektonische Signaturstil voll Sinn, Sinnlichkeit und Ironie – es ist schwer, nicht das Typische an Gustav Peichl zu suchen, ihn nicht auf das österreichische Original reduzieren zu wollen, das...

26. Juni 2017 Die Presse

Ein Stararchitekt flirtet mit dem Bilbao-Effekt

Die spanische Bankiersfamilie Botín (Santander-Gruppe) stiftet ihrer Heimatstadt Santander ein Kulturzentrum. Am Wochenende wurde der Bau von Renzo Piano mit Ausstellungen zu Carsten Höller und Goya eröffnet.

Etwas ratlos steht man in der feucht-kalten Ausgrabungsstätte in einem Keller mitten in der spanischen Küstenstadt Santander. Ein Taxi hat einen zuvor in einer Stunde vom Flughafen in Bilbao in diese 200.000-Einwohner-Stadt gebracht, wo bisher vor allem spanische Touristen urlauben – an der mondänen...

1. Juni 2017 Die Presse

So bauen die Millennials

Angelika Fitz startet ihr Programm als neue Direktorin des Architekturzentrums Wien mit dem jungen englischen Kollektiv Assemble. Must-see.

Angelika Fitz scheint einen guten Riecher zu haben. Die neue Direktorin des Architekturzentrums Wien landet mit ihrer ersten Ausstellung einen programmatischen Coup. Seit einigen Jahren bereits, erzählte sie am Mittwoch bei der Pressekonferenz, verfolge sie ein seltsames kleines Grüppchen junger englischer...

26. Juni 2016 Die Presse

Der Stoff, aus dem die Träume sind

Hier ist einmal drin, was draufsteht: „Beton“ ist eine Ausstellung über das Faible heutiger Künstler für die Betonmoderne von gestern, die soziale Utopie verhieß.

Betong“ müsste sie eigentlich heißen, diese schöne, raue, massive Ausstellung über die verlorene soziale Utopie, die in der radikalen Beton-Architektur der Nachkriegszeit steckte. Denn sie ist genau so brutal, wie die zwei in Düsseldorf und Bochum sozialisierten deutschen Kuratoren – Kunsthalle-Wien-Direktor...

15. Juni 2016 Die Presse

Die neue Tate Modern gehört den Frauen

Die Eröffnung des Erweiterungsturms der Tate Modern ist auch eine Landmark für die Öffnung der männlichen, westzentrierten Kunstgeschichte. Man erkennt sie fast nicht wieder, so voll Künstlerinnen, voll Kunst aus Asien und Afrika.

So ein Statement von dem Bürgermeister einer Weltstadt in schwierigen Zeiten muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen: Sadiq Khan, neuer, muslimischer Bürgermeister von London, erklärte am Dienstag bei der Presse-Eröffnung des neuen Tate-Modern-Zubaus: Das Wachstum des Kultursektors stehe „im...

12. Dezember 2015 Die Presse

Josef Frank: Der Urvater des Cocooning

Nächste Woche eröffnet eine große Retrospektive Josef Franks im MAK. Wer war der Architekt und Designer? Warum ist er jetzt so gefragt? Und wo kann man noch Originale sehen?

Begonnen hat alles mit dem klassischen Josef-Frank-Tulpen-Muster als Polsterbezug. Dann kam das wilde, pink-orange-grüne Brazil-Muster als Vorhang. Zuletzt, wandfüllend, eine märchenhafte Glücksfischteich-Tapete. Hat man sich einmal in die fröhlich-bunte Welt Josef Franks hineingewagt, will man nie wieder...

2. September 2012 Die Presse

Werkbundsiedlung: Die Rache der Gartenzwerge

Ein Moderne-Juwel wird endlich poliert: Die Wiener Werkbundsiedlung erwacht aus ihrem Schrebergartenschlaf. Und das Bundesdenkmalamt bemüht sich um ein Image abseits der Servicierung von Schlossherren.

Eat the rich“ hat jemand auf eine Umfassungsmauer der Wiener Werkbundsiedlung gesprayt, eine Art Avantgardist, er ist seiner Zeit um Jahre voraus. Denn diese Schrebergartensiedlung der klassischen Architekturmoderne ist (noch) alles andere als ein Reichenghetto. Eher umgekehrt, eine Sozialbau-Enklave...

11. August 2012 Die Presse

Der Trieb zum Sammeln und zum Bauen

Mit dem „Museum Angerlehner“ bei Wels wird wieder ein neues Privatmuseum in Österreich gebaut. Was treibt Kunstsammler wie Essl, Liaunig oder Angerlehner zum eigenen Monument?

Es begann tatsächlich mit Briefmarken. Die darauf abgebildeten Bilder von Miró oder van Gogh haben den Unternehmensgründer Heinz J. Angerlehner (* 1943) von Beginn an fasziniert, erzählt er. Heute ist er in Pension und einer der größeren Sammler zeitgenössischer Kunst Österreichs. In 30 Jahren hat er...

18. Juli 2012 Die Presse

Walter Pichler tot: Der Endlichkeit entkommen

Walter Pichler, meist abwesendes Zentrum der Wiener Nachkriegskunstszene ist im Alter von 75 Jahren verstorben. Sein Weg führte von der „absoluten Architektur“ zur Erinnerungsarbeit.

Im Rückblick war es eher ein Abschied als eine Geburtstagsfeier: Zur Eröffnung einer kleinen, aber einmaligen Retrospektive im Wiener MAK vorigen September waren alle gekommen, die Walter Pichler begleitet und verehrt haben. Die ganze Wiener Nachkriegskunstszene erwies ihrem meist abwesenden Zentrum...

18. Juni 2010 Die Presse

Leopold Museum: Reformer mit Jugendstil

Er baute die Secession, starb mit 40: Eine Ausstellung über Universaltalent Joseph M. Olbrich.

Im Leopold Museum gerät zurzeit sogar Hermann Nitsch ins Schwärmen: Ein Ausflug zu Joseph Maria Olbrichs (1867–1908) Künstlerkolonie Mathildenhöhe war Fixpunkt seines Unterrichts an der Frankfurter Städelschule. Gesamtkünstler eurer Zeiten, vereinigt euch! Im Namen einer Gesellschaftsreform Kunst und...

3. Februar 2010 Die Presse

Wohnkultur: Wohnen mit Eigensinn

Strenges Stahlrohr? Gemütlich und flexibel wohnt man in Wien. Das zeigt der Kunstraum NÖ für heute. Und das Hofmobiliendepot für die Zwischenkriegszeit.

Eine „Lotterbank“ in der eigenen Singlewohnung, das war wohl heimlicher Wunsch vieler Mädchen in der Zwischenkriegszeit. Aber nichts da, eine junge, unverheiratete Dame wohnte nicht alleine, das schickte sich noch lange nicht. Außer man hieß Lisl Pospisil, und das ist kein Witz. Die Tochter eines Stadtbaurats...

17. Oktober 2008 Die Presse

Opernhaus aus Froschlaich

Toyo Ito lobte höflich „beautiful Vienna“, wo er am Donnerstag den Kiesler-Preis bekam und eine heitere Lecture hielt.

Die Japanisch-Englisch-Dolmetscherin konnte es selbst fast nicht glauben und kicherte. Aber Toyo Ito meinte, was er sagte – Froschlaich hatte ihn zu den unglaublichen biomorphen Strukturen seines gerade in der Endplanung befindlichen Taichung-Opernhauses (Taiwan) inspiriert. Ein Video durchdringt die...

9. September 2006 Die Presse

In Venedig protzt man mit Best-of-Präsenz

„Where are we going?“, fragt zurzeit die Kunst in Venedig - so jeden falls der Titel von Megasammler Francois Pinaults erster pompösen Ausstellung im Palazzo Grassi. Wie aber wird es dort aussehen, wenn wir einmal dort angekommen sind, wohin wir gehen?

Das fragt in Venedig heuer die Architektur auf ihrer 10. Biennale, die dieses Wochenende eröffnet wird. Ziemlich urban wird's künftig werden. Schließlich, so die Voraussage der UN, werden bis 2050 rund 75 Prozent der Weltbevölkerung in Städten leben. Vor einem Jahrhundert waren es gerade einmal zehn...