nextroom.at

Artikel

9. Juni 2015 Neue Zürcher Zeitung

«Unsere Schenkung stellt sicher, dass die Dinge beieinander bleiben»

Die Architekten Arthur Rüegg und Ruggero Tropeano haben dem Museum für Gestaltung Zürich wegweisende Designobjekte des 20. Jahrhunderts geschenkt. Eine Ausstellung zeigt nun die Highlights.

Es gibt in Ihren Sammlungen populäre Stücke, aber auch Unbekanntes. Nach welchen Kriterien haben Sie gesammelt?

Ruggero Tropeano: Zu Beginn war es das, was man auf den Strassen fand. Dank gewissen Vorkenntnissen gelang es mir, wertvolle Stücke im Sperrmüll zu erkennen. Wenn etwas nach Stahlrohr aussah,...

17. März 2015 Neue Zürcher Zeitung

Die Tragik des Unausweichlichen

Das ETH-Studio Basel hat eine Studie zum Phänomen Stadt publiziert. Jacques Herzog, Pierre de Meuron, Marcel Meili und Roger Diener kommen zum Schluss, dass der Einfluss von Planern marginal ist.

Ein gewisser Fatalismus ist Jacques Herzog anzumerken, wenn er über die Unausweichlichkeit der Spezifität von Städten referiert: «Die ideale Stadt war immer ein Traum, sowohl bei den Römern als auch in der Renaissance oder in der Moderne.» Doch die Realität sehe anders aus: Jede Stadt sei durch spezifische...

14. November 2014 Neue Zürcher Zeitung

Wohnen wie auf der Jacht

Wenn der Wohnraum wieder knapper, die Architektur dichter wird, erhalten vermeintlich überholte Gestaltungsprinzipien neue Aktualität. Eindrückliches Beispiel ist das Werk von Klaus Vogt, das im Architekturforum Zürich vorgestellt wird.

Die Ökonomie des Raumes spielt in wenigen Bereichen eine so grosse Rolle wie auf einer Jacht. Hier geht es darum, auf möglichst wenig Platz höchstmögliche Funktionalität und grösstmöglichen Komfort bereitzustellen. Gefragt sind kreative Ideen, um auch noch den verstecktesten Kubikzentimeter Raum auszunutzen....

12. September 2014 Neue Zürcher Zeitung

Viele Töne im Toni

Zürich-West hat eine neue Gebäude-Ikone erhalten: Die Architekten EM2N erstellten im ehemaligen Molkerei-Industriebau einen Campus für die beiden Hochschulen ZHdK und ZHAW. Jetzt ist der Komplex eröffnet worden.

Ähnlich wie bei der Tate Modern in London wurde in Zürich-West ein gigantischer Industriebau am unwirtlichen Stadtrand einer kulturellen Nutzung zugeführt: Während in London architektonisch geschickt die Hülle eines ehemaligen Ölkraftwerks an der Themse umgebaut wurde, verwandelten die Zürcher Architekten...

5. März 2013 Neue Zürcher Zeitung

Die Erotik des Raums

Architekturfotografie im Fotomuseum Winterthur

Seit der Entdeckung der Fotografie hat sich das Medium vielfach neu erfunden. Kaum verändert haben sich aber die Motive: Neben dem Menschen zählt im Kern die Architektur dazu. Anlässlich seines 20-jährigen Bestehens hält das Fotomuseum Winterthur Rückschau auf das Genre der Architekturfotografie.

Die sanfte Kurve eines Rückens, die Ahnung einer puderfeinen Brust, der Schwung einer Hüfte: Lässt sich erotisches Knistern mit Fotografie einfangen? Das Problem der Authentizität und der Repräsentanz im Lichtbild beschäftigt die Welt der Kunst, seit es Fotografie gibt: Wann bleibt ein Bild selbstreferenziell, dem Dargestellten fremd? Und wie kann es sich einer Person oder einem Gegenstand annähern, ohne pornografisch zu werden? Wo verläuft die Grenze zum Kunstgewerbe, das prahlt und sich aufplustert auf Kosten des abgebildeten Gegenübers? Im diesem Spannungsfeld zwischen L'Art pour l'art und Wegwerfkunst arbeiten Fotografen. Fotografieren hat mit Respekt gegenüber dem Abgebildeten zu tun. Das schliesst Nähe genauso wenig aus wie persönliche Involviertheit.

Bilder-Tsunami

Mit den Bildern vom Raum verhält es sich ähnlich wie mit den Bildern vom Körper: Wie reduziert man einen räumlichen Eindruck, eine architektonische Stimmung auf zwei Dimensionen? Wie wird Raumwirkung wiedergegeben? Das Fotomuseum Winterthur, das sich nunmehr seit zwei Jahrzehnten mit Fragen der künstlerischen Fotografie beschäftigt, hat die Architekturfotografie zum Gegenstand seiner Jubiläumsausstellung auserkoren. Dies mit gutem Grund: Die Architektur sei seit Louis Daguerre und Eugène Atget bevorzugter Gegenstand der Fotografie gewesen, hält Lorenzo Rocha in seinem Katalogessay zum Verhältnis von Architektur und Fotografie fest. Selbst wenn man nur eine Art Best-of des Genres aus 170 Jahren zeigen will, ist die Auswahl uferlos.

Entsprechend gewaltig ist der Bilder-Tsunami, mit dem der Kurator Thomas Seelig die Betrachter überspült. Sämtliche Ausstellungsräume des Fotomuseums, inklusive der Sammlungslokalitäten, sind der Schau unter dem Titel «Concrete – Fotografie und Architektur» gewidmet. Der englische Ausstellungstitel bietet sich an, weil in dieser Sprache das Wort ausser für «konkret» auch für «Beton» steht – ein sinnstiftendes Bedeutungsfeld für eine Ausstellung mit Architekturbildern. Auch wenn längst nicht alle gezeigten Gebäude in Beton gegossen (ja einige nicht einmal real gebaut) sind, konkret sind sie geworden durch die Fotografie.

Manche Exponate erscheinen so abstrakt, dass man sie als «konkret» im kunsthistorischen Sinn von «ungegenständlich» bezeichnen könnte. Etwa die Bilderlawine von Rem Koolhaas, der eine XL-Diaschau mit dreieinhalb Millionen Architekturfotos innert Minuten im rasenden Stakkato an uns vorüberziehen lässt. Oder das Bild von Lucien Hervé, das zwar einen Ausschnitt von Le Corbusiers Haute Cour in Chandigarh zeigt, gleichzeitig aber eine konkrete Komposition darstellt. Das Spiel von grellem Licht und harten Schatten ist nicht nur ein Spitzenwerk der fotografischen Gestaltung, sondern erklärt gleichzeitig das kompositorische Genie des Baumeisters: Concrete konkret.

Pyramiden und Bally-Reklame

Die ordnende Hand des Kurators hat mehr oder weniger willkürliche Kapitel zusammengestellt, um das ausufernde Thema einigermassen in eine konsumierbare Ordnung zu bringen. Vor allem der Dokumentation verpflichtet ist die Fotografie im Kapitel «Aufbau, Verfall, Zerstörung», wo wir sowohl auf die Pyramiden von Dahschur stossen, die Francis Frith 1858 fotografierte, als auch auf die Ruinen des Tuilerien-Palastes 1871 oder den Einsturz der New Yorker Twin Towers 2001.

Etwas komplexer wird es im Kapitel «Modell, Simulation, Architektur auf Zeit»: Hier finden wir etwa Bilder der legendären Bally-Kampagne aus den späten siebziger Jahren, in der Jost Wildbolz Schuhe in der futuristischen Architekturlandschaft von Brasilia inszeniert. Oder Jacques Tatis Figur des armen Oncle, der 1958 mit den Tücken der Architekturmoderne kämpft. Die Villa weist übrigens verblüffende Ähnlichkeit mit dem Haus des Zürchers Albert Frey aus dem Jahr 1953 in Palm Springs auf, das in der Ausstellung ebenfalls nicht fehlen darf. Wir stossen auf gebaute Simulationen wie die Bilder von der Pariser Weltausstellung von 1900. Ein im wörtlichen Sinne schwindelerregendes Spiel mit der eigenen Wahrnehmung wiederum treibt Nils Nova, wenn er auf einer Fototapete exakt jenen Raum spiegelt, in dem der Betrachter steht. Eine weitere Form von Simulation präsentiert Candida Höfer mit dem Bild eines Tiger-Geheges, das von einem aus heutiger Sicht absurd anmutenden ionischen Säulengang umlaufen wird.

Ameisen und Zwerge

Fotografie hat den Architekten auch immer wieder zu Forschungszwecken gedient. Prominenteste Beispiele sind die Case Study Houses, wo die Bilder des Fotografen Julius Shulman in der Architekturzeitschrift «Arts and Architecture» etwa mit experimentellen Bauten von Pierre Koenig eine eigenwillige Symbiose eingegangen sind. Das Forschungsprojekt «Learning from Las Vegas» von Robert Venturi und Denise Scott-Brown wäre ohne Fotokamera ebenfalls undenkbar gewesen: Die Bilder vom Strip, der Hauptstrasse der amerikanischen Wüstenstadt, haben den Architekturdiskurs in den siebziger Jahren grundlegend verändert. Der Forschung zurechnen könnte man auch die Typologien von Bernd und Hilla Becher, die durch ihre hypersachliche Darstellung von Bauten wie Arbeiterhäuschen, Wassertürmen, Gasspeichern oder Kohlezechen eine eigene Schule begründet haben.

Auf Schritt und Tritt begegnet man in der Winterthurer Ausstellung Becher-Schülern in den unterschiedlichsten Kontexten. So etwa Andreas Gursky mit der Bildikone «Hong Kong Shanghai Bank»: In der Abteilung «Macht, Abgrenzung Sicherheit» zeigt er einen Wolkenkratzer, in dem die Banker wie Ameisen ihren undurchschaubaren Geschäften nachgehen. Das Pathetische dieser Aufnahme wird gespiegelt in einem Bild von der Kathedrale in Reims, womit auch gleich etwas über die Verschiebung der Machtverhältnisse seit dem 15. Jahrhundert gesagt wäre. In einem Bild von Felix H. Man wiederum erscheint Mussolini in seinem monumentalen Arbeitszimmer wie ein Zwerg: Im Cheminée hätte locker ein Fiat Topolino Platz gefunden. Kein Vergleich mit dem Landtag in Hannover, dessen Räume Heinrich Heidersberger wie eine James-Bond-Lounge der sechziger Jahre zeigt.

Wenn Architektur sich ballt, entsteht Stadt. Das kann auch irgendwo in der Pampa passieren: Das erste Bild in der Abteilung «Siedlungen, Transiträume, Metropolen» ist ein indonesisches Pfahlbauerdorf aus dem Jahr 1870. Diese Fotografie steht in reizvollem Kontrast zu den Flugbildern Balthasar Burkhards von Mexiko-Stadt und Los Angeles oder zu Gabriele Basilicos trostlosen Häuserschluchten von Buenos Aires.

Reverenz an Winterthur

Wie um zu zeigen, dass man eine Ausstellung zur Architekturfotografie auch komplett anders konzipieren könnte, beginnt das Kuratorenteam mitten in der Schau quasi von vorn: In einzelnen architektonischen Mikrokosmen wie Berlin, Chandigarh, Paris, New York, Venedig, Zürich oder Winterthur begegnen uns die bereits abgehandelten Themen von neuem – nur anders gegliedert.

Dass sich das Fotomuseum auch mit dem kleinen Winterthur beschäftigt, mag dem Wunsch nach einer Reverenz an die Heimatstadt des Museums entsprungen sein. Indes: Der einstige Industriestandort ist nicht der uninteressanteste Fall: Die monumentalen Sulzer-Werkhallen und das brutalistische Hallenbad Deutweg stehen im prekären Kontrast zu den Bildern aus jüngster Zeit. Die Triumphe der einst stolzen Maschinenstadt sind auf den Fotografien von Christian Schwager einer kleinkarierten Fussgängerzonen-Traurigkeit gewichen. Architekturfotografie kann nicht immer heroisch sein. Geschweige denn erotisch.

18. Dezember 2012 Neue Zürcher Zeitung

„Monumentalität und Alltäglichkeit“

Über keinen Architekten der Moderne wird mehr publiziert als über Le Corbusier.Dabei treten immer wieder neue Aspekte seines Schaffens in den Mittelpunkt des Interesses: Etwa die Möbel und Interieurs, denen der Le-Corbusier-Kenner Arthur Rüegg eine grosse Monografie gewidmet hat. Über keinen Architekten der Moderne wird mehr publiziert als über Le Corbusier.Dabei treten immer wieder neue Aspekte seines Schaffens in den Mittelpunkt des Interesses: Etwa die Möbel und Interieurs, denen der Le-Corbusier-Kenner Arthur Rüegg eine grosse Monografie gewidmet hat.

Le Corbusier, so könnte man meinen, ist inzwischen ein durch und durch erforschtes Phänomen. Für das architektonische Werk mag das gelten, obwohl Charles-Edouard Jeanneret (1887 bis 1965), wie Le Corbusier mit bürgerlichem Namen hiess, auch in diesem Bereich fünfzig Jahre nach seinem Tod noch für Überraschungen...

5. Juli 2011 Neue Zürcher Zeitung

Die Kunst des Renovierens

Zwei Neuerscheinungen beschäftigen sich mit dem Umbau von Repräsentationsbauten in Zürich und Winterthur. Dabei gibt es zahlreiche Gemeinsamkeiten zu entdecken: Sowohl das Museums- und Bibliotheksgebäude Winterthur als auch das Stadthaus Zürich sind rund hundert Jahre alt und waren bereits zur Zeit ihrer...

23. März 2011 Neue Zürcher Zeitung

Burri in Brasilia

Der Magnum-Fotograf René Burri hat die Entwicklung der Retortenstadt Brasilia zwischen 1958 und 1997 dokumentiert. Ein neuer Bildband zeigt eindrückliche Bilder von Menschen und ihren Bauten, die sie dem Urwald abgerungen haben.

Als Ende Juni 1958 die Präsidentenresidenz in Brasilia als erstes Regierungsgebäude fertiggestellt war und der brasilianische Präsident Juscelino Kubitschek von fähnchenschwenkenden Schülern auf dem Flugfeld empfangen wurde, war René Burri schon da. Und auch danach blieb die neue Hauptstadt des Tropenstaates...

17. März 2011 Neue Zürcher Zeitung

Schöpfung und Geschaffenes

Bedrohung und Schönheit bedingen sich gegenseitig. Ohne Natur ist Kultur nicht denkbar, aber ohne Kultur bleibt die Natur ein Reich des Schattens. Aus diesem Antagonismus schafft der 1959 in Winterthur geborene Zürcher Fotograf Georg Aerni eindrückliche Bilder. Fotografiert er Architektur, erscheint...

18. Dezember 2010 Neue Zürcher Zeitung

Der Fall Moser

Vor hundert Jahren wurde in Zürich das Kunsthaus von Karl Moser eingeweiht. Damals blickte der Architekt bereits auf ein reichhaltiges Œuvre zurück; später wurde er zu einem einflussreichen Lehrer an der ETH Zürich. Stilistisch war und blieb er jedoch schwer einzuordnen.

Unheimliche Phänomene, die nicht zu fassen sind, werden gerne griffig etikettiert. Im Fall von Karl Moser (1860–1936) hat der Architekturkritiker Peter Meyer das Label «Architektur-Chamäleon» geprägt. Und für den Kunsthistoriker Stanislaus von Moos ist Moser eine «Knacknuss».

In diesen Bezeichnungen...

6. Dezember 2010 Neue Zürcher Zeitung

Die neue Sachlichkeit

Prägnant, pragmatisch und unprätentiös – auf diese Begriffe könnte man den Trend im jungen Schweizer Design bringen. Im Museum für Gestaltung sind die vom Bundesamt für Kultur mit dem Designpreis 2010 prämierten Beiträge ausgestellt.

Das Pendel schlägt zurück. Alles Bunte, Verspielte, Schräge, Lustige – und das Sauglatte sowieso – ist out. Die jungen Schweizer Designer besinnen sich auf jene Werte, die unserem Land im 20. Jahrhundert weltweit einen herausragenden Ruf in der Kunst und der Gestaltung eingetragen haben.

Luca Zanetti...

25. November 2010 Neue Zürcher Zeitung

Zürich wäre gebaut

Die erste Ausstellung im renovierten Stadthaus zeigt absurde Visionen und abgeschossene Projekte, aber auch verpasste Chancen zur baulichen Entwicklung Zürichs. Manche Vorschläge wären gar nicht so blöd gewesen.

Wäre es nach Karl Moser gegangen, würde sich der Limmatquai heute ähnlich wie die Park Avenue präsentieren: Beidseits der Limmat gäbe es keine mittelalterlichen Häuschen und gepflasterten Gässchen mehr, sondern grosszügige Kuben entlang einer Allee. Der Architekt von Universität und Kunsthaus hatte seine...

13. November 2010 Neue Zürcher Zeitung

«Kunst ist für mich kein Begriff»

Ernst Gisel, einer der einflussreichsten Schweizer Architekten der Nachkriegszeit, führt durch seinen Kultur-Kosmos. Anlass für den Besuch in seinem Zürcher Haus ist eine erweiterte und aktualisierte Neuauflage seiner lange vergriffenen Monografie.

Wenn sich Persönlichkeiten von weltumspannendem Ruf vor einem verneigen, dann hat man es geschafft. Dem 88-jährigen Architekten Ernst Gisel, Sohn eines Sattlermeisters in Zürich Wollishofen, ist diese Ehre schon vor Jahren widerfahren – und dies, obwohl er nie Architektur studiert hat. Nach der Sekundarschule...

3. November 2010 Neue Zürcher Zeitung

Komplexe Katakomben

Für die Besucher des Kunstmuseums Winterthur ist vom soeben abgeschlossenen Umbau nur wenig zu sehen. Die Eingriffe der Architekten Arthur Rüegg und Silvio Schmed betreffen vor allem Räume im Hinter- und Untergrund.

Ein Treppchen hinauf, über eine sanfte Rampe leicht hinunter, zweimal um die Ecke gebogen, durch eine neue Türe geschlüpft: Das Innenleben des Kunstmuseums Winterthur, eines Dreispartenhauses mit Stadtbibliothek und Naturmuseum, ist mit dem soeben abgeschlossenen Umbau labyrinthischer geworden. Die Komplexität...

20. Juli 2010 Neue Zürcher Zeitung

Die Frau, die Le Corbusier den Meister zeigte

Dass Charlotte Perriand eine innovative Innenarchitektin und Designerin war, wäre Grund genug, ihr Werk im Museum für Gestaltung vorzustellen. Doch in ihrer Generation war die Pariserin eine Pionierin. Das macht die Ausstellung zum Ereignis.

Einige ihrer Möbelentwürfe sind zu so bekannten Klassikern geworden, dass sie buchstäblich jedes Kind kennt: zum Beispiel der Fauteuil LC2 oder die Chaise longue LC4 – wobei LC für «Le Corbusier» steht. Denn Charlotte Perriand hatte die Möbel Ende der zwanziger Jahre im Studio von Le Corbusier und seines...

7. Juli 2010 Neue Zürcher Zeitung

Das unbemerkte Kunstwerk

Zwischen «Fischerstube» und Hafen Riesbach führt in Zürich seit 1963 ein naturnah gestalteter Weg entlang dem Seeufer. Zu diesem Werk des Landschaftsarchitekten Willi Neukom ist jetzt eine Monografie erschienen.

Die Uferanlagen beim Zürichhorn bergen zahlreiche kulturelle Schätze, angefangen bei Jean Tinguelys klappernder Skulptur «Heureka» bis zur Maison d'homme von Le Corbusier. Dass aber selbst der Seeuferweg zwischen «Fischerstube» und dem Hafen Riesbach ein landschaftsarchitektonisches Kunstwerk ist, dürften...

29. Juni 2010 Neue Zürcher Zeitung

Menschen statt Kräne

In den fünfziger Jahren baute Le Corbusier mit Chandigarh eine Stadt auf der grünen Wiese in Indien. Der Zürcher Fotograf Ernst Scheidegger dokumentierte die Entstehung des architektonischen und städtebaulichen Jahrhundertwerks.

Verschleierte Frauen, die auf ihren Köpfen Schalen feuchten Betons balancieren; Baugerüste aus knorrigen Baumstämmen, die mit Juteschnüren zusammengebunden sind; strohbedeckte Lehmhütten vor der Baustelle für die modernste Stadt des Subkontinents: Die Bilder von Ernst Scheidegger im Band «Chandigarh...

28. Mai 2010 Neue Zürcher Zeitung

Guter Durchschnitt

Fünf Jahre nach dem ersten Führer durch die Gegenwartsarchitektur von Zürich hat «Hochparterre» in Zusammenarbeit mit dem Verlag Scheidegger & Spiess nun eine neue, aktualisierte Ausgabe des Büchleins «Zürich wird gebaut» herausgegeben. 61 neue Objekte werden darin vorgestellt, 42 von 107 haben es aus...

20. Februar 2010 Neue Zürcher Zeitung

Leichtfüssiges Werk eines lächelnden Riesen

Auf dem Vitra-Campus in Weil am Rhein bei Basel wird das Besucherzentrum von Herzog & de Meuron eröffnet

Kann Architektur ironisch sein? Kaum, wenn ihr Ausdruck auf Dauer angelegt ist. Und das ist beim Vitra-Gebäude von Herzog & de Meuron (HdM) zweifellos der Fall. Die Pritzkerpreisträger, Schöpfer von Weltarchitektur wie der Tate Modern in London oder dem Olympiastadion in Peking, gehören in die Top-Liga...

14. Oktober 2009 Neue Zürcher Zeitung

Ein schlummerndes Denkmal für Le Corbusier

Das letzte vollendete Gebäude von Le Corbusier steht im Zürcher Seefeld und gehört der Galeristin und Sammlerin Heidi Weber. Eine Monografie über das Schaffen dieser schillernden Persönlichkeit erzählt auch die Geschichte dieses Pavillons.

Für jüngere Generationen ist der Le-Corbusier-Pavillon im Zürcher Seefeld ein schlummerndes Denkmal – erratisch, unverständlich in seinem Zweck und wohl auch deshalb geheimnisumwittert, weil er meist geschlossen ist. Dazu passt die skurrile Entstehungsgeschichte des letzten vollendeten Gebäudes von Le...

9. Oktober 2009 Neue Zürcher Zeitung

Perspektiven auf Papier

Ideale Stadträume, wie sie in der gebauten Realität kaum je umgesetzt werden, faszinieren seit Jahrhunderten. Die ETH präsentiert in einer Sonderschau urbanistische Visionen auf Papier in über hundert Exponaten.

Dass das Departement Architektur der ETH zum Thema Bauen gut dokumentiert ist, überrascht nicht wirklich. Erstaunlich hingegen ist, welche Fülle von sich gegenseitig ergänzendem Material zusammenkommt, wenn sich das Institut für Geschichte und Theorie der Architektur (GTA), die Graphische Sammlung und...

2. Juli 2009 Neue Zürcher Zeitung

Mit der Natur arbeiten

Zum Tod von Heinz Isler, dem Baukünstler und Erfinder des Schalenbaus

Auf den ersten Blick erscheint die Architektur von Heinz Isler futuristisch: Seine Tennishallen, Flugzeughangars, Konzertsäle, Tankstellen und Wohnhäuser sehen aus, als wären sie einer Science-Fiction-Phantasie entsprungen. Dabei ist die Zeit von Islers weltberühmten Schalenbauten wie der Autobahnraststätte...

12. Juni 2009 Neue Zürcher Zeitung

Bruno Giacometti

Mit Bruno Giacometti zu reden, muss ein Vergnügen sein. Felix Baumann, ehemaliger Direktor des Kunsthauses Zürich und Präsident der Alberto-Giacometti-Stiftung, teilt diese Freude mit den Lesern eines Buchs, das auf Gesprächen mit dem Architekten und Mäzen beruht.

Felix Baumann war während Jahren ein häufiger Gast bei Odette und Bruno Giacometti. Als früherer Direktor des Kunsthauses Zürich und Präsident der Alberto-Giacometti-Stiftung hatte er manchen Grund für seine Besuche in Zollikon. Bei Kaffee und Kuchen zogen sich die Nachmittage oft in die Länge. Denn...

16. Mai 2009 Neue Zürcher Zeitung

Klarheit und musische Begabung

Peter Steiger ist ein Architekt, dessen Schaffen ausserhalb von Fachkreisen lange wenig wahrgenommen wurde. Zu Unrecht, wie ein Buch über den Sohn von Rudolf und Flora Steiger-Crawford beweist. Der Schüler von Frank Lloyd Wright war seiner Zeit einfach voraus.

Peter Steigers Zeit ist gekommen. Jahrzehntelang drehte sich die Architekturdiskussion fast ausschliesslich um ästhetische Fragen, während die Ökologie des Bauens praktisch nur für Umwelt-Fundamentalisten und die Ökonomie vor allem für Baulöwen interessant war. Inzwischen ist jedoch der ressourcenschonende...

18. März 2009 Neue Zürcher Zeitung

Gebaute Obsessionen

Materialien zum Werk des Architekten Christian Kerez

Monografische Architekturbücher haben meist etwas luftig über der Realität Schwebendes. In aufwendig inszenierten Fotografien werden Bauten mit einer künstlerischen Aura aufgeladen, die mit der Wirklichkeit selten viel zu tun hat. Der soeben erschienene Band über vier Projekte von Christian Kerez jedoch...