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Artikel

1. Juli 2026 Neue Zürcher Zeitung

Die letzte Spur von Hitlers Machtzentrale: Der älteste Bunker der NS-Zeit in Berlin soll abgerissen werden

1934 liess Hitler in Berlin-Mitte die Neue Reichskanzlei bauen, als Symbol seines Herrschaftsanspruchs. 1949 wurde sie von den Russen abgebrochen. Auf dem Areal soll ein Neubau errichtet werden. Das stösst auf Widerstand.

Viel sieht man nicht mehr. Eine kleine Erhebung im Gelände, mit Gras bewachsen, am Rand die Überreste eines gemauerten Eingangs, der in den Untergrund führt. Das ist alles, was von der Machtzentrale der Nazis übrig ist. Auf der Brache an der Vossstrasse in Berlin-Mitte stand während der NS-Zeit die Neue...

23. November 2018 Neue Zürcher Zeitung

Wie die Zürcher Katholiken für ihre Kirchen kämpften

Seit 1863 dürfen die Zürcher Katholiken ihren Glauben frei ausüben. Seither sind 117 Kirchen entstanden. Ein Buch dokumentiert sie alle.

Zur Messe traf man sich im Säli, im Restaurant «Zum Bahnhof». Und das während Jahren. Eine Kirche gab es in Bonstetten nicht, zumindest keine katholische, und man war froh, als die Pfarrei Ende der fünfziger Jahre ein kirchliches Zentrum bekam, auch wenn es keine Kirche war. Bis die Bonstetter Katholiken...

21. März 2018 Neue Zürcher Zeitung

Bauen aus Leidenschaft

Der Zürcher Architekt Theo Hotz ist gestorben. Er prägte das Stadtbild mit Präsenz markierenden Gebäuden

Sein letzter Bau wird erst in rund drei Jahren fertig sein: das neue Polizei- und Justizzentrum (PJZ), das auf dem Areal des alten Güterbahnhofs in Zürich entsteht. Es wird sich einreihen in eine Folge von Bauten, mit denen der Architekt Theo Hotz Zürichs Stadtbild geprägt hat. In den siebziger Jahren...

3. Mai 2017 Neue Zürcher Zeitung

Dornröschen sucht Prinz

Noch einen Sommer lang ist die «Maison d'Homme» von Le Corbusier geöffnet. Dann wird sie saniert. 2019 soll sie wiederauferstehen. Die Stadt sucht eine neue Trägerschaft.

Sieht ein Happy End so aus? Vielleicht ja, wenn die Geschichte in Zürich spielt, sich über rund fünfzig Jahre hinzieht und der Protagonist keine Person, sondern ein Haus ist. Aber was heisst ein Haus? Ein Juwel, ein Bijou, eine Ikone der modernen Architektur. Le Corbusiers «Maison d'Homme» im Seefeld...

28. Juli 2016 Neue Zürcher Zeitung

Die Schweiz neu denken

Geschichte ist so gegenwärtig wie schon lange nicht mehr. Die Debatten verlangen nach Nahrung und manchmal nach Frischluft. Beides kann das neue Landesmuseum bieten.

Kehrt die Geschichte zurück? Und damit auch die Schweizer Geschichte, die sogar Historiker schon fast im Estrich der Erinnerung deponiert hatten und für die man keine eigenen universitären Lehrstühle mehr betreiben will? Jedenfalls ist Geschichte so gegenwärtig wie schon lange nicht mehr. Wann wurde...

30. Mai 2016 Neue Zürcher Zeitung

Die Prinzessin im Tiefschlaf

Der Le-Corbusier-Pavillon in Zürich fällt an die Stadt zurück. Diese Chance muss genutzt werden.

Das Ende einer Geschichte ist oft der Anfang einer neuen Geschichte. Aber nicht immer. Am Mittwoch wird der Zürcher Pavillon von Le Corbusier wiedereröffnet. Das könnte ein Schlussstrich unter eine alte Geschichte sein. Doch davon ist wenig zu spüren. Stattdessen herrscht zwischen der Stadt und Heidi...

16. Juni 2000 Neue Zürcher Zeitung

Architektur und Historie

Adolf Max Vogt wird achtzig Jahre alt

Er sei leidenschaftlich Journalist gewesen, sagte Adolf Max Vogt vor einigen Jahren, und er sei es wohl in vielem geblieben, auch nachdem er von der Redaktion auf das Katheder gewechselt habe. Worauf dieses Bekenntnis des Zürcher Kunst- und Architekturhistorikers abzielen könnte, dürfte sich jedem Leser seiner Schriften spontan erschliessen: auf ein Vergnügen am pointierten, bisweilen auch gewagten Bonmot, eine Lust am Aufspüren überraschender Zusammenhänge und auf das Bedürfnis, Historisches stets im direkten Bezug zum Gegenwärtigen zu sehen; Eigenschaften, die im besten Sinn des Worts journalistisch zu nennen wären, die bei Wissenschaftern aber eher selten sind. Doch die Selbstcharakterisierung weist auch auf anderes: etwa auf die Fähigkeit, Dinge immer wieder von neuen, ungewohnten Standpunkten aus zu betrachten, und auf ein Vorgehen, das sich am Einzelfall in seiner historischen Bedingtheit orientiert, ohne ihn vorschnell unter ein Paradigma zu stellen.

Vielleicht, dass sich Adolf Max Vogts Arbeitsweise in vielem aus seinem Lebensgang erklärt. Für den 1920 als Sohn eines Lehrers in Zürich Wipkingen Geborenen war der Weg zur Kunstgeschichte nicht vorgespurt. Der Vater verband die Zustimmung zum Studium mit der Bedingung, der Sohn habe vorher die Sekundarlehrerausbildung zu absolvieren - ein Vorbehalt, aber wohl auch ein Glücksfall, der Vogts Methode in manchem bestimmte. Die didaktische Ausbildung mag vor weltfernem Akademismus bewahrt und das Bedürfnis gefördert haben, Erkanntes sachgerecht und lebendig zu vermitteln. Nach dem Studium bei Gotthard Jedlicka, das er mit einer Arbeit über Matthias Grünewald abschloss, und der Assistenzzeit an der Graphischen Sammlung der ETH kam Adolf Max Vogt Anfang der fünfziger Jahre an die NZZ. Hier beobachtete er als Redaktor für bildende Kunst während rund zehn Jahren die Gegenwartskunst, setzte sich aber auch kritisch mit Entwicklungen in der Kunstgeschichte auseinander. Beispielhaft zeigen seine Beiträge aus dieser Zeit - etwa die Artikelfolge zur Wiedereröffnung der Alten Pinakothek in München, die mit einem Text über Dachau schliesst - das Bestreben, von unmittelbaren Eindrücken ausgehend, Vergangenes im Hier und Jetzt zu spiegeln.

Die Berufung als Professor für Kunstgeschichte an die Architekturabteilung der ETH gab Adolf Max Vogt ab 1961 die Möglichkeit, seine Interessen und Fähigkeiten in einer Umgebung zu entfalten, die seinem Naturell entgegenkam. Schon damals galt sein besonderes Interesse der Architektur, für die er an der NZZ ein Forum, den Vorläufer der Architekturbeilage, geschaffen hatte. Als Lehrer in Zürich und nach seiner Emeritierung 1985 als Gastprofessor am Massachusetts Institute of Technology in Cambridge, mit der Gründung des Instituts für Geschichte und Theorie der Architektur (gta) 1967 und in seinen Publikationen - etwa der Studie «Russische und französische Revolutionsarchitektur» (1974), dem Architektur-Kapitel im der Gegenwart geltenden Band der «Propyläen-Kunstgeschichte» (1978) oder dem Buch «Le Corbusier: der Edle Wilde. Zur Archäologie der Moderne» (1996) -, in zahlreichen NZZ-Beiträgen und als Diskussionspartner hat Vogt Generationen von Architekten auf ein historisches Bewusstsein verpflichtet, das bei aller Treue zur Geschichte die eigene Position als legitimen Ausgangspunkt anerkennt. Mit der Heinrich-Wölfflin-Medaille ehrte die Stadt Zürich ihn 1996 dafür wie für sein unermüdliches Engagement in aktuellen Fragen. - Heute wird Adolf Max Vogt achtzig Jahre alt.