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Artikel

9. Januar 2024 Neue Zürcher Zeitung

Ein Verein macht aus dem Birsufer einen «Central Park» – der Wakkerpreis geht an die Agglomeration von Basel

Die «Birsstadt» macht vor, wie man selbst in gesichtslosen Vororten guten Städtebau betreiben kann.

Normalerweise ehrt der Schweizer Heimatschutz mit dem Wakkerpreis Gemeinden, die sich bezüglich Ortsbild- und Siedlungsentwicklung besonders hervorgetan haben. In den letzten Jahren erhielten ihn etwa Lichtensteig (SG), Prangins (VD) oder Baden (AG).

Diesmal geht die Auszeichnung an den Verein Birsstadt....

17. August 2019 Neue Zürcher Zeitung

Das neue Kunsthaus lässt die Hüllen fallen

David Chipperfields Erweiterungsbau in Zürich präsentiert sich leichter als befürchtet und kommuniziert mit den beiden anderen Kunsthaus-Bauten. Aber ein altes Problem bleibt ungelöst.

Da steht er nun also plötzlich, der vieldiskutierte Kunsthaus-Neubau. Kurz nachdem die meisten Zürcherinnen und Zürcher aus den Sommerferien zurückgekehrt waren, wurden die Bauabschrankungen grösstenteils entfernt. Jeder kann sich nun selbst ein Bild machen von der neusten Architektur-Ikone der Stadt.

Gross...

30. Juli 2019 Neue Zürcher Zeitung

Bauen in den Städten: Dichter kann auch besser sein

Wenn die Schweiz weiterwächst, müssen die Häuser in den Zentren höher werden. Gute bauliche Verdichtung gelingt, wenn man die richtigen Rezepte anwendet.

Bunjamin Caili wohnt mit seiner Familie im 19. Stock des Locherguts. Das Scheibenhochhaus ist in Zürich jedem ein Begriff, unter anderem weil Max Frisch dort wohnte. Wie Caili erzählt, beneiden ihn seine Kollegen um die schöne Wohnung zu einem vernünftigen Preis. Seine vierjährige Tochter hat hier vieles,...

9. Januar 2019 Neue Zürcher Zeitung

Hochschulgebiet: mehr als gute Architektur

Im Zürcher Hochschulgebiet wird Städtebau im besten Sinne betrieben. Das ist vorbildlich und wäre auch anderswo wünschenswert.

Die Schweiz ist ja, im Gegensatz zu Nachbar Frankreich, nicht gerade ein Hort der städtebaulichen Würfe, wenigstens war sie es nicht in den letzten Jahrzehnten. Das ist nicht nur schlecht, es hat aber Nachteile. Meist werden, wie in Zürich-West, neue Gebäude aneinandergereiht, und hinterher merkt man,...

22. Oktober 2018 Neue Zürcher Zeitung

«‹Learning from Las Vegas› oder London funktioniert leider nicht so einfach»

Warum braucht Zürich neue Subzentren? Wie schafft man Platz für weitere 100 000 Einwohner und was ändert sich beim Hochhausbau? Antworten liefern die Stadt- und Kantonsplaner Katrin Gügler und Wilhelm Natup, die in einer zentralen Frage aber uneins sind.

Bevor wir darüber sprechen, wie Zürich dichter werden kann, möchten wir wissen: Wie wohnen die Stadtplanerin und der Kantonsplaner von Zürich selber? Dicht oder weniger dicht?

Katrin Gügler: Ich wohne in einem mitteldichten Quartier. Früher habe ich im Zürcher Stadtkreis 4 gelebt und diese urbane...

27. August 2018 Neue Zürcher Zeitung

Nur die Fassaden stehen lassen?

Nach dem Grossbrand im Zürcher Stadtzentrum stellt sich die Frage nach einem Neubau oder einer Rekonstruktion. Unklar ist, ob der repräsentative Blockrand aus der Belle Epoque, der den Bahnhofplatz seitlich säumt, wiederhergestellt werden kann – und ob man dies um jeden Preis tun sollte.

Nach dem Grossbrand beim Zürcher Hauptbahnhof geben die Gebäude neben dem Globus-Provisorium ein trauriges Bild ab. Viele fragen sich nun, ob der repräsentative Blockrand aus der Belle Epoque, der den Bahnhofplatz seitlich säumt, wiederhergestellt werden kann und ob man dies um jeden Preis tun sollte....

20. Mai 2017 Neue Zürcher Zeitung

Die neue Tonhalle nimmt Gestalt an

Der provisorische Konzertsaal in der Maag-Halle steht bereits zur Hälfte. Wie die Musik sich darin anhört, kann das Konzertpublikum Ende September testen.

Am 6. Juli wird das Tonhalle-Orchester sein letztes Konzert im altehrwürdigen Saal an der Gotthardstrasse geben. Dann zieht es für drei Jahre ins Exil nach Zürich-West, bis Tonhalle und Kongresshaus saniert sind. Der Gegensatz zwischen den beiden Spielstätten könnte nicht grösser sein: Hier der manchen...

8. März 2017 Neue Zürcher Zeitung

Glamour war gestern

Der Kampf am Börsenring ist Geschichte, und seither hat der Berufsstand der Händler an Glanz eingebüsst. Sogar aus den Gebäudehüllen ist jede Üppigkeit verschwunden. Eine kleine Architekturgeschichte der Zürcher Börse.

Ein riesiger LED-Bildschirm, über den die aktuellen Börsenkurse flimmern, und ein kreisrunder Konferenzsaal, der entfernt an einen Börsenring gemahnt: Das sind die beiden architektonischen Elemente, die einem bewusst machen, dass man sich in einer Börse befindet. Sonst unterscheidet sich der neue Hauptsitz...

18. Januar 2017 Neue Zürcher Zeitung

Wohnen im Bürogebäude der sechziger Jahre

Die Architektin Tilla Theus hat einen Teil des früheren Swissmem-Sitzes im Seefeld in elegante Wohnungen verwandelt. Dabei kommen die Qualitäten des Baus des Architektentrios Haefeli Moser Steiger neu zur Geltung.

Das Architektentrio Haefeli Moser Steiger gilt als Ikone der Schweizer Moderne. Die drei bauten das Zürcher Kongresshaus, das Kantonsspital und die wegweisende Siedlung Neubühl in Wollishofen. Weniger bekannt ist das Bürogebäude, das sie in den 1960er Jahren im Zürcher Seefeld als Hauptsitz für den Verband...

8. Dezember 2016 Neue Zürcher Zeitung

Die Hohlstrasse wird zum Wohngebiet

Bauboom in Altstetten

Ein junger Architekt hat die namhaften Zürcher Büros ausgestochen. Vis-à-vis dem Letzipark baut Armon Semadeni für die SBB zwei Wohnhochhäuser mit interessanten Details.

Ein Unbekannter ist Armon Semadeni nicht in Zürich. Er hat mit seinem Büro bereits den Architekturwettbewerb für die städtische Wohnsiedlung Kronenwiese gewonnen. Nun baut er für die SBB in Altstetten ein Doppelhochhaus mit 157 Wohnungen. 78 Architekturbüros hatten sich beworben, darunter das Who's who der Zürcher Architektenszene, wie Jurymitglied Marc Loeliger sagte. Acht Teams habe man für den Wettbewerb eingeladen, und das Doppelhochhaus des 1979 geborenen Berners sei deutlich obenaus geschwungen im Urteil der Jury.

Bauboom in Altstetten

Die Aufgabe war nicht leicht. Gefragt war einerseits eine hohe bauliche Dichte, andrerseits ein Zusammenspiel mit vielen anderen Hochhäusern, die zurzeit im Raum zwischen Letzipark und Europabrücke hochgezogen werden, geplant sind oder bereits dort stehen. Zudem galt es, ein Denkmal der Bahngeschichte, die sogenannte Elsässerhalle, ins Projekt einzubinden. Diese Konstruktion aus Stahl und Gusseisen zierte einst die Bahnhofshalle Basels und wurde vor hundert Jahren nach Zürich verfrachtet, wo sie fortan als Holzlager diente.

Armon Semadeni verbindet die beiden Hochhäuser mit einem Sockel, auf dessen Dach eine Terrasse für alle Bewohner entstehen soll. Auch Gemeinschaftsräume sind in dieser Ebene vorgesehen, eine Idee, die man sonst eher von Genossenschaftsbauten kennt. Die SBB finden den Vorschlag aber «interessant» und wollen ihn weiterverfolgen, wie Projektleiter Andreas Steiger sagte. Geplant seien mehrheitlich Zweieinhalb- und Dreieinhalbzimmerwohnungen im mittleren Preissegment.

Vielbefahrene Strasse

Zwischen dem alten Holzlager und den Hochhäusern entsteht ein Platz, und in den Erdgeschossen sollen halböffentliche Nutzungen angesiedelt werden, wie beispielsweise Ateliers oder Gewerbenutzungen. Wieweit es gelingt, die vielbefahrene Hohlstrasse damit zu einer attraktiven Wohnadresse zu machen, muss sich zeigen. Der Baustart soll im Jahr 2020 erfolgen.

Das Gebiet zwischen Bahnhof Altstetten und Letzipark wird sich in den nächsten Jahrzehnten stark verändern. Auf der gegenüberliegenden Seite der Hohlstrasse bauen die Architekten Gigon Guyer für die Mobimo auf dem Labitzke-Areal ein weiteres Hochhaus, und direkt neben den Letzi-Hochhäusern von Semadeni entstehen bald 250 günstige Wohnungen der Stadt und zweier Stiftungen. Mittelfristig werden auch die stadteinwärts gelegenen Areale der SBB zwischen Hohlstrasse und Gleisfeld überbaut.

22. September 2016 Neue Zürcher Zeitung

Im Labor für digitales Bauen

Die Digitalisierung dürfte bald auch das Bauen revolutionieren. Weil sie davon überzeugt sind, haben ETH-Professoren ein Architekturlabor gebaut. Darin warten Riesenroboter auf knifflige Bauaufgaben.

Die Metallskulptur würde auch als Kunstwerk durchgehen, aber es handelt sich um die Fingerübung zweier riesiger Roboter. Unter den Augen der Besucher fügen sie Metallstangen aneinander und schweissen sie zusammen. Die Roboterhalle, in der sie stehen, ist das Herzstück des neuen Arch_Tec_Lab auf dem ETH-Campus...

28. Juni 2016 Neue Zürcher Zeitung

Auszeichnungen für mutige Architektur

162 Bauten aus den Jahren 2013 bis 2015 standen zur Auswahl. Einen Preis erhalten haben die Überbauung Kalkbreite, der Zellweger-Park, die Überbauung Zwicky Süd und ein Haus in Oberrieden.

162 Bauten aus den Jahren 2013 bis 2015 hatte die Stiftung für die Auszeichnung guter Bauten im Kanton Zürich zur Auswahl. Unter dem Titel «Massstäblichkeit» hat sie nun die Überbauung einer Wohnbaugenossenschaft prämiert, zwei Wohnbauten von privaten Bauträgern sowie eine Kombination von beidem.

Die...

22. Januar 2016 Neue Zürcher Zeitung

Das «Märchenschloss» hat sich elegant verjüngt

Das Landesmuseum hat seinen Sprung ins 21. Jahrhundert geschafft. Der Neubau erweitert die historischen Gemäuer nicht nur. Der Kontrast von Alt und Neu verleiht dem Ensemble einen neuen Reiz.

Wie die meisten Grossprojekte in der Stadt Zürich war die Erweiterung des Landesmuseums heiss umstritten. Heimatschutz-Kreise befürchteten, der Neubau würde die Einheit von Museumsgebäude und Platzspitzpark zerstören. Sie drangen mit ihren Bedenken aber nicht durch; zum Glück, muss man heute sagen. Am...

25. September 2013 Neue Zürcher Zeitung

Wie die ETH die Regeln sprengt

Das Departement für Architektur der ETH Zürich wirft all seine Kompetenzen in die Waagschale und plant einen Bau, an dem fast nichts normal ist. Die Professoren sprechen von Forschung im Massstab 1:1.

Von «Befreiung» ist auf dem Campus Hönggerberg der ETH am Dienstag wiederholt die Rede gewesen. Nach der Monte-Rosa-Hütte plant das Institut für Technologie in der Architektur erneut einen Bau, der sich weitgehend um die Konventionen der Architektenzunft foutiert. Diesmal allerdings für den Eigengebrauch:...

5. Juli 2013 Neue Zürcher Zeitung

Brennende Tribünen und geplatzte Träume

Das FCZ-Museum hat eine feine Bilderschau zu den Zürcher Fussballorten und -träumen zusammengestellt. Plakativer wirbt die Stadt mit einer multimedialen Schau für das neue Fussballstadion beim Hardturm.

Die Fussballer kämpfen um den Ball, als hätten sie nicht bemerkt, dass im Hintergrund die Holztribüne im Vollbrand steht. Das Bild steckt nicht nur voller Dramatik, es dokumentiert auch einen Wendepunkt in der Geschichte des Zürcher Letzigrund-Stadions. Mit dem Wiederaufbau der Tribüne, der mitten in...

24. Juli 2012 Neue Zürcher Zeitung

Wenn Städte über Autobahnen wachsen

Wenn das Land knapp wird, überbaut man die Autobahn. Der Vorschlag des Architekten Claude Schelling ist so überraschend wie einfach. Der Knackpunkt ist nicht die Finanzierung, sondern der Wachstumssprung für die Gemeinde.

Seit der Kanton Zürich an der Urne Ja gesagt hat zur Kulturlandinitiative, ist das Thema bauliche Verdichtung noch etwas dringlicher geworden. Denn nur so lässt sich das prognostizierte Bevölkerungswachstum im Grossraum Zürich noch bewältigen – neue Flächen stehen nicht mehr zur Verfügung. Den Zürcher...

3. Juli 2012 Neue Zürcher Zeitung

Leutschenbach – Labor für verdichtetes Bauen

Wie plant man lebendige, dichte Stadtteile? Anschauungsunterricht bietet das Gebiet Leutschenbach. Bürokomplexe wechseln sich ab mit Wohnhochhäusern, und eine Genossenschaft baut einen Stadtteil mit 450 Wohnungen und Gewerbe.

Spatenstich auf dem Hunziker-Areal ist heute Dienstagnachmittag. An der Hagenholzstrasse – nahe der Zürcher Stadtgrenze zu Opfikon und neben der Kehrichtverbrennungsanlage – entsteht keine typische Wohnsiedlung. Die Genossenschaft «Mehr als Wohnen» erstellt hier vielmehr eine Art Prototyp für das urbane...

12. Februar 2012 Neue Zürcher Zeitung

«Palazzo steht am richtigen Ort»

Vor rund 400 Architekten hat der Brite David Chipperfield am Freitag sein neues Kunsthausprojekt präsentiert. Der Applaus war warm, Kritik gab es kaum. Von der Idee, den Bau einige Meter zurückzuversetzen, hält der Architekt nichts.

Beim letzten Zürcher Grossprojekt – dem gescheiterten Kongresszentrum von Rafael Moneo – hatte der Stadtrat vor dem entscheidenden Urnengang die geschlossene Architektengilde gegen sich. Diesmal – bei der Kunsthauserweiterung – sollen die Architektinnen und Architekten offenbar früher in die Meinungsbildung...

6. November 2009 Neue Zürcher Zeitung

Altstadt oder neue Stadt?

Wie sollen wir die Städte der Zukunft bauen? An einer Podiumsveranstaltung der NZZ haben am Donnerstag drei Architekten drei verschiedene Antworten auf diese Frage gegeben. ETH-Professor Vittorio Magnago Lampugnani hielt im Einleitungsreferat ein Plädoyer für die historische Stadt. In ihrer Kleinräumigkeit...