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Artikel

11. Dezember 2025 Neue Zürcher Zeitung

Der kalifornische Stararchitekt Frank O. Gehry hinterlässt weltweit eine Reihe aussergewöhnlicher Museumsbauten

Eine Welt ohne den «Gehry-Felsen» in Arles oder das Guggenheim-Museum in Bilbao kann man sich kaum mehr vorstellen. Frank O. Gehry war der Schöpfer dieser epochalen Bauwerke. Nun ist der amerikanische Architekt mit 96 Jahren verstorben.

Wie ein funkelnder Diamant ragt der Turm aus den Dächern von Arles. Er ist das neue Wahrzeichen der Römerstadt in der Provence. Und er bildet den Mittelpunkt eines riesigen Ausstellungsparks für Gegenwartskunst der Schweizer Milliardärin Maja Hoffmann. Der kantige «Gehry-Felsen» besteht aus über 11 000...

20. Dezember 2021 Neue Zürcher Zeitung

Der Hightech-Architekt Richard Rogers wagte den Sprung in die Vogelperspektive

Richard Rogers hat das Centre Pompidou gestaltet und schon früh vor sozialen Brennpunkten gewarnt. Nun ist der Architekt, Urbanist und Humanist in London gestorben.

In seinen «Sechs Vorschlägen für das neue Jahrtausend» (1991) wählte der Schriftsteller Italo Calvino als Inbild für die Zukunft eine Szene aus Boccaccios «Decamerone» (1348/53): Der Florentiner Dichter Guido Cavalcanti steht vor der Kirche San Giovanni sinnend zwischen Marmor-Grabmalen. Als man ihn...

17. Juli 2018 Neue Zürcher Zeitung

Ein stiller Garten Eden im Land des Sturms. Der Skulpturenpark in Cornwall

Der Skulpturengarten von Tremenheere im Westen Cornwalls bietet ein einmaliges Kunstereignis im Naturerlebnis

Wolkenschatten treiben über das Blumenkohlfeld, neben dem wir auf dem St Michael’s Way von der bunten Stadt Penzance aus Richtung Osten wandern. Diese seit Urzeiten begangene Route im fernsten Südwesten Englands führt zu dem auf einer Felseninsel in der Bucht von Penzance gelegenen ehemaligen Kloster...

2. Januar 2017 Neue Zürcher Zeitung

Poesie für alle

Das Künstlerbuch, das Le Corbusier 1950 über seine nie realisierten urbanistischen Entwürfe für Algier publizierte, liegt nun in englischer und deutscher Übersetzung vor.

Algier bedeutete für Le Corbusier eine herbe Niederlage. Als er 1931 erstmals dorthin kam, nahm ihn die weisse Stadt am Meer derart gefangen, dass er bis 1942 ohne Auftrag eine ganze Serie stadtplanerischer Entwürfe für sie erarbeitete. Doch nichts davon wurde realisiert, woraufhin der Meister 1950 ein...

21. Dezember 2016 Neue Zürcher Zeitung

«Man muss die Menschen inspirieren»

Der Architekt Diébédo Francis Kéré aus Burkina Faso sieht das Bauen als soziale Aufgabe. Er setzt sich für eine ressourcenschonende Architektur ein, die Stolz und ein Identitätsgefühl vermittelt.

Herr Kéré, als Architekturstudent in Berlin bauten Sie in Ihrem Heimatdorf Gando in Burkina Faso eine Grundschule. Für diesen Lehmziegelbau mit elegantem Flugdach erhielten Sie 2004 den Aga-Khan-Preis. Wie sah die Schule aus, die Sie selbst als Kind besuchten?

Der Unterricht fand in einem nicht sonderlich...

16. Juli 2016 Neue Zürcher Zeitung

Mehr als nur eine schöne Nebensache

Während der Moderne verpönt, ist das Ornament in die Architektur zurückgekehrt. Heute wirft man ihm keinen Mangel an Funktion mehr vor, was an technischer Innovation und neuem Funktionsbegriff liegt.

Stahl, Beton und Glas, glatte Flächen, kühle Ausstrahlung und nur ja kein Schmuck? Das muss nicht mehr sein: Vielerorts steht man heute vor unterschiedlich ornamentierten neuen Fassaden. In St. Petersburg etwa schmücken sauber gereihte Darstellungen märchenhaft farbiger Figürchen in historischen Theaterkostümen...

18. April 2015 Neue Zürcher Zeitung

Baukunst der sieben Sinne

Unlängst wurde der finnische Architekt Juhani Pallasmaa in Karlsruhe für sein theoretisches Werk mit dem Schelling-Architekturpreis ausgezeichnet. Von einem phänomenologischen Ansatz ausgehend, fordert der Preisträger eine zu allen Sinnen sprechende Baukunst.

Theorieversessen ist Juhani Pallasmaa als Architekturtheoretiker keineswegs. Für ihn soll die Architektur nicht intellektuellen Vorgaben folgen, sondern den ganzen Menschen in existenzieller Weise berühren und das menschliche Dasein mit ihren Metaphern unterbauen. Und so stellt er sie, als Synthetiker...

4. Dezember 2014 Neue Zürcher Zeitung

Sachliche Eleganz

Für das Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte im Münster hat Volker Staab einen Erweiterungsbau geschaffen. Dieser zeichnet sich aus durch eine Sequenz von Eingangshof, Foyer und lichtem Patio.

Das Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte im westfälischen Münster gehört mit seinen eindrücklichen Schwerpunkten bei mittelalterlicher Malerei und Skulptur sowie der klassischen Moderne – vor allem August Macke – zu den bedeutenden Museen Deutschlands. Nun will das Haus verstärkt auch in der internationalen...

3. Oktober 2014 Neue Zürcher Zeitung

Noch (k)eine Langeweile?

Weltweit wird die gebaute Umwelt zunehmend durch die sogenannte Investorenarchitektur geprägt. Doch deren stilistische Eigenschaften und bildliche Aussagen sind bisher erst wenig in den Blick der Architekturkritik geraten.

Was gross daherkommt und sich breitmacht, wird nicht dadurch kleiner, dass man es ignoriert. Das gilt auch für die sogenannte Investorenarchitektur. Trotz den offenkundigen Verflechtungen zwischen Baugeschehen und Finanzmärkten wird sie in Architekturdiskursen gern ausgeblendet – so gern, dass die 2009...

2. August 2014 Neue Zürcher Zeitung

Poesie der Geometrie

Das in Tokio und später in London ansässige Architekturbüro Ushida Findlay machte mit Projekten Furore, in denen sich geometrische Stringenz mit vielschichtigen Bildern verband. Diese Bauten zeigen exemplarisch, welchen Platz der Begriff der Poesie in der heutigen Baukunst verdient.

Schneckenhäuser und Muschelschalen beflügeln die Phantasie. Man staunt darüber, dass in der harten Schale ein lebendiges Wesen wohnt. Diese Überraschung habe – so der französische Philosoph Gaston Bachelard in seinem Buch «Poetik des Raumes» (1957) – nicht nur den Mythos von der Geburt der Göttin Venus...

14. Februar 2014 Neue Zürcher Zeitung

Raum für Geschichten

Bauten haben ihren Nutzern und Betrachtern schon immer etwas sagen wollen. Aber erst seit den 1980er Jahren ist die Rede von einer erzählenden oder narrativen Architektur. Vermag dieser zusehends in Mode kommende Begriff der Baukunst heute wirklich hilfreiche Impulse zu geben?

Der letzte Schrei war es damals, das 1986 eröffnete «Caffè Bongo» in Tokio: ein schnittiger Flugzeugflügel mitten in der Fassade, dahinter im Innenraum eine Wand aus nachgeahmten römischen Ziegeln und ein umlaufender Balkon, der zur Hälfte das silbrig schimmernde Tragflächen-Motiv wiederholte und dessen...

19. Juli 2013 Neue Zürcher Zeitung

Migration von Absolventen des Bauhauses

Die Stiftung Bauhaus Dessau widmet dem von 1930 bis 1932 am Bauhaus ausgebildeten zionistischen Architekten Chanan Frenkel sowie dessen kommunistischen Kommilitonen Heinz und Ricarda Schwerin, die sich ab 1936 im heutigen Israel aufhielten, eine informative Ausstellung.

Tel Avivs Ruf als Bauhaus-Stadt täuscht – denn die rund zwei Dutzend Bauhäusler, die nach ihrem Studium ins damalige britische Mandatsgebiet Palästina emigrierten, leisteten im Gegensatz zu anderen Immigranten nur wenige direkte Beiträge zum modernen Erscheinungsbild der weissen Metropole. So verstellt...

19. Juli 2013 Neue Zürcher Zeitung

Migration von Absolventen des Bauhauses

Die Stiftung Bauhaus Dessau widmet dem von 1930 bis 1932 am Bauhaus ausgebildeten zionistischen Architekten Chanan Frenkel sowie dessen kommunistischen Kommilitonen Heinz und Ricarda Schwerin, die sich ab 1936 im heutigen Israel aufhielten, eine informative Ausstellung.

Tel Avivs Ruf als Bauhaus-Stadt täuscht – denn die rund zwei Dutzend Bauhäusler, die nach ihrem Studium ins damalige britische Mandatsgebiet Palästina emigrierten, leisteten im Gegensatz zu anderen Immigranten nur wenige direkte Beiträge zum modernen Erscheinungsbild der weissen Metropole. So verstellt...

24. Mai 2013 Neue Zürcher Zeitung

Festes Haus im Weltgebraus

Peter Behrens war einer der grossen Formgestalter in Deutschland an der Schwelle zur Moderne. Vom Jugendstil-Künstler entwickelte er sich zu einem kühnen Pionier des Industriedesigns und zu einem der führenden Architekten seiner Zeit. Die Erfurter Kunsthalle zeigt nun sein Werk in einer Übersichtsschau.

Blutrot funkelten die Stengel der Weingläser und hohen Champagnerkelche: Ein starker Eindruck, der 1901 die Besucher von Peter Behrens' Haus auf der Mathildenhöhe in Darmstadt in erhabene Stimmung versetzen sollte. Die etwas einschüchternden Gläser waren nicht das Einzige, was in dieser Villa auf Friedrich...

24. Mai 2013 Neue Zürcher Zeitung

Festes Haus im Weltgebraus

Peter Behrens war einer der grossen Formgestalter in Deutschland an der Schwelle zur Moderne. Vom Jugendstil-Künstler entwickelte er sich zu einem kühnen Pionier des Industriedesigns und zu einem der führenden Architekten seiner Zeit. Die Erfurter Kunsthalle zeigt nun sein Werk in einer Übersichtsschau.

Blutrot funkelten die Stengel der Weingläser und hohen Champagnerkelche: Ein starker Eindruck, der 1901 die Besucher von Peter Behrens' Haus auf der Mathildenhöhe in Darmstadt in erhabene Stimmung versetzen sollte. Die etwas einschüchternden Gläser waren nicht das Einzige, was in dieser Villa auf Friedrich...

29. März 2013 Neue Zürcher Zeitung

Funken der Zukunft – Licht der Vergangenheit

Vor 150 Jahren, am 3. April 1863, wurde in Antwerpen der Architekt und Designer Henry van de Velde geboren. Er gilt als einer der Wegbereiter der Moderne und wird als solcher auch in einer grossen Werkschau in Weimar gefeiert – eine einseitige Sicht, die zentrale Aspekte seines eindrücklichen Werkes verdeckt.

Die Gäste rissen ihre Augen auf: Unter den Fürsten Deutschlands konnte kein anderer ein derart modernes silbernes Tafelservice auflegen lassen wie Wilhelm Ernst, der junge Grossherzog von Sachsen-Weimar. Das Besteck – Kaviarmesser, Hummerstifte und so weiter – war statt mit Figurenschmuck oder naturalistischem...

16. Januar 2013 Neue Zürcher Zeitung

Die Zukunft hat nicht automatisch recht

Der in Chicago ansässige Architekt Helmut Jahn hat die Welt an rund 100 exponierten Orten mit seinen Hochhäusern, Flughäfen und Firmenzentralen architektonisch akzentuiert. In seiner Heimatstadt Nürnberg zeigt er nun eine umfassende Übersichtsschau zu seinem Schaffen.

Millionen Menschen habe schon einmal ein Gebäude von Helmut Jahn betreten: Das Xerox Center in Chicago (1980), das Sony Center oder das Neue Kranzler Eck in Berlin (vollendet 2000 bzw. 2001), den ICE-Bahnhof Köln/Bonn (2004), den riesigen Suvarnabhumi Airport in Bangkok (2006) oder neuerdings die Leatop...

20. Juni 2012 Neue Zürcher Zeitung

Niederländisches Design im Schloss Oranienbaum bei Dessau

Im Barockschloss Oranienbaum bei Dessau wird derzeit eine grosse Ausstellung neuen niederländischen Designs gezeigt. Intelligent inszeniert, machen die kunsthandwerklich hochwertigen Objekte die historischen Bezüge des stimmungsvollen Baus zu den Niederlanden lebendig.

Im Zentrum des Saales funkelt ein langer Spiegeltisch unter der Last prächtiger Kristallobjekte: Tafelaufsätze, Etageren, Krüge, Karaffen, Schalen, Schöpfkellen. Und an den Wänden hängen ringsum schwarze Konvexspiegel in silbrigen Rahmen mit aquatischer und floraler Ornamentik. All das hat der niederländische...

17. März 2012 Neue Zürcher Zeitung

«Architektur ist eine angewandte Kunst»

Das Berliner Architekturbüro Sauerbruch Hutton ist mit seinen energieeffizienten, künstlerisch ausgereiften und städtebaulich beispielgebenden Bauten international erfolgreich. Ursula Seibold-Bultmann sprach mit Matthias Sauerbruch und Louisa Hutton über die Freude am Bauen.

Herr Sauerbruch und Frau Hutton, man darf Sie beglückwünschen: Im November 2011 wurde Ihr Frankfurter Bürogebäude «KfW Westarkade» als «Bestes Hochhaus der Welt 2011» ausgezeichnet.

Hutton: Das kleinste beste Hochhaus der Welt! (lacht) Es ist nur 56 Meter hoch!

Der Preis würdigt die architektonische...

21. Juni 2011 Neue Zürcher Zeitung

Tanz der Tetraeder

Der amerikanische Erfinder und Architekt Richard Buckminster Fuller (1895–1983) schuf Grundlagen für die Hightech-Architektur, etwa für die Bauten von Norman Foster. Das Marta Herford präsentiert nun Fullers Werk und dessen Wirkungsgeschichte in einer Doppelausstellung,

Bucky warf immer alles über den Haufen. Statische Denkmuster aller Art – fixe Codes, akademische Dogmen, kanonische Vorstellungen – waren ihm fremd. Seine Welt war durch und durch dynamisch, denn, um es mit einem seiner Gedichte auszudrücken: «Gott, so scheint mir / ist ein Verb / kein Substantiv.» Bei...

10. Juni 2011 Neue Zürcher Zeitung

Tulpenmeer, Sternenbaum

In Istanbul sind Grünflächen ein rares Gut. Viele stehen in Traditionen, die sie trotz äusseren Ähnlichkeiten von unseren Stadtpärken unterscheiden. Der gegenwärtige Stadtumbau erweist sich nun als Herausforderung für Gartenarchitekten.

Als Paradiese wurden sie einst gepriesen: die Gärten am Bosporus. Während der Tulpenzeit, des Beginns des türkischen Rokoko, lockte der Lyriker Nedîm: «Versuch mich nicht zu täuschen, sag nicht, du hättest alles schon gesehn. Schau mal, nimm das Paradies des Rosengartens; ganz hübsch und gründlich musst...

23. Februar 2011 Neue Zürcher Zeitung

Der 007 des Designs

Der Name von Albrecht Graf Goertz steht unter anderem für den Entwurf des glamourösen BMW 507. Das Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg widmet dem New Yorker Industriedesigner nun eine erste Werkschau.

Beim Sonntagsfrühstück in den sechziger Jahren, als auf dem Beistelltisch noch der Rowenta-Toaster silbrig glänzte, entbrannte stets Streit um die Farbskala auf dessen Reglerknopf. Stufe 1 war mit hellem Gelb markiert, Stufe 5 mit Dunkelbraun. Genau in diesen Farben spuckte das Gerät die gerösteten Brotscheiben...

29. Mai 2010 Neue Zürcher Zeitung

Biochemisches Ballett

Seine kalifornischen Bauten haben den Architekten Richard Neutra (1892–1970) zu einem der Grossmeister der Moderne gemacht. Das Kunst- und Designmuseum Marta in Herford würdigt nun seine weniger bekannten späten Projekte in der Schweiz, in Deutschland und Frankreich.

«Und weg waren wir, wieder hoch oben in der Luft»: So beschrieb die Ehefrau von Richard Neutra 1959 das rastlos kosmopolitische Leben an der Seite des grossen Architekten. Raum statt fester Ort – das lässt daran denken, wie Neutra im Artikel «Terminals? Transfer?» rund dreissig Jahre zuvor einen Flughafen...

20. März 2010 Neue Zürcher Zeitung

Zwischen Spiel und Pathos

Im internationalen Kunstgeschehen seiner Zeit besetzte Joseph Maria Olbrich einen prominenten Rang. Das Institut Mathildenhöhe in Darmstadt stellt das Werk des im Spannungsfeld zwischen Spiel und Pathos schaffenden Meisters in einer grossen Retrospektive vor.

Das Haus als Maschine – schon fünfzehn Jahre vor seinem Schweizer Kritiker und heimlichen Bewunderer Le Corbusier, im Jahre 1906, publizierte Joseph Maria Olbrich diese Idee. Kein Zweifel, das Etikett «Jugendstil-Architekt» wird diesem 1899 aus Wien nach Hessen berufenen, stupend vielseitigen Gegenwarts-...

5. März 2010 Neue Zürcher Zeitung

Vergessene Synagogen

Eine Fabrik im polnischen Pyzdry: Niemand käme auf die Idee, dass es sich bei diesem völlig gesichtslosen grauen Bau im Kern um die 1793 errichtete Synagoge des Ortes handelt. Er gehört – ebenso wie zum Beispiel der im Western-Stil gehaltene «McKenzee Saloon» in Chełm – zu den über 300 ehemaligen Synagogen...