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Artikel

30. März 2017 Neue Zürcher Zeitung

Hauptsache, Mitleid

Sollen Holocaust-Gedenkstätten von Privatpersonen betrieben werden? In Riehen bei Basel irritiert ein solches Mahnmal mit seiner diffusen Ausrichtung und einem sakralisierten Ambiente.

Ein riesiges Bronzerelief türmt sich auf, ein nach oben strebender Menschenhaufen, aus dem gramverzerrte Gesichter, ein Judenstern und Frauenbeine hervorstechen. Vergeblich versuchen die Flüchtlinge, die kleine Öffnung in der Decke zu erreichen. Darüber sind Ausschnitte aus der Schweizer Filmwochenschau...

30. Juli 2016 Neue Zürcher Zeitung

Der Anfang der Moderne

Die fruchtbare Geschichte des Kulturaustauschs während der Renaissance setzt das Landesmuseum Zürich in seinem neuen Erweiterungsbau, der dieses Wochenende eingeweiht wird, attraktiv in Szene.

Mindestens zwei Dinge hatten die Künstler und Gelehrten der europäischen Renaissance um 1500 den meisten Intellektuellen von heute voraus. Erstens glaubten sie, von der «wiedergeborenen» Vergangenheit – also von der Antike – lernen zu können. Sie fühlten sich dieser nicht überlegen, sahen sie nicht als...

22. Oktober 2013 Neue Zürcher Zeitung

Dialektik der Rationalisierung

Unter dem Titel «The office as an interior (1880–1960)» fand unlängst in Bern eine vom Schweizerischen Bundesarchiv und vom Institut für populäre Kulturen der Universität Zürich organisierte internationale Tagung zur Geschichte des Büros statt.

Neigt sich die Ära des Büros, wie wir es kennen, dem Ende zu? Einiges spricht dafür. Die tonangebenden Firmen der Internetbranche machen aus dem Arbeitsplatz ein zweites Daheim, damit der Angestellte sich völlig mit seiner Firma identifiziere. Banken, Versicherungen und bundesnahe Betriebe wiederum heben...

20. Januar 2012 Neue Zürcher Zeitung

Ein Kosmos der Gelehrsamkeit

Die Bibliothek Werner Oechslins in Einsiedeln ist nicht nur ihrer von Mario Botta entworfenen Architektur wegen, sondern auch – und vor allem – aufgrund ihrer Bestände ein Kulturschatz.

Als der Besucher den spektakulären elliptischen Saal betritt, bleibt er staunend stehen: Hinter feinmaschigem Gitterdraht erstrecken sich vom Boden bis zur Decke Tausende von Bücherrücken. Er würde sich gerne sattsehen, aber das geht nicht; Werner Oechslin ist bereits zu Goethes Büste weitergeeilt, während...