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Artikel

19. September 2014 Neue Zürcher Zeitung

Tradition und Ästhetik

In Valendas, einem kleinen Dorf am Vorderrhein, sind jüngst zwei Projekte realisiert worden, die sanft und dennoch unterschiedlich mit dem baulichen Erbe des Dorfes umgehen. Sie stellen die Frage nach Absicht und Ausdruck in unserem Umgang mit wertvoller alter Bausubstanz.

Valendas ist ein klassisches Beispiel für den Wandel eines Bergbauerndorfes in den vergangenen Jahrzehnten. Lange war es ein wohlhabender Ort, profitierte man doch von der Lage an der alten Handelsstrasse, wovon die Patrizierhäuser heute noch zeugen. Daneben ist bis heute ein Grossteil der Bevölkerung...

14. Februar 2014 Neue Zürcher Zeitung

Das Neue als Sucht oder Suche

Woran bemessen wir die Qualität von Architektur? Jedem mögen eigene Kriterien dazu einfallen: die Schönheit der Räume, die Harmonie der verwendeten Elemente, die Selbstverständlichkeit im Gebrauch. Vonseiten der entwerfenden Architekten kommt ein weiteres Kriterium: die Neuheit der architektonischen...

26. August 2013 Neue Zürcher Zeitung

Die Erfahrung von Atmosphäre

In einem Bergwald oberhalb des Zusammenflusses von Vorder- und Hinterrhein hat der mit seinen Bauten in Vrin berühmt gewordene Architekt Gion A. Caminada eine Waldhütte errichtet. Sie lädt den Besucher durch Formgebung und Materialität zu einer imaginären Sinnesreise ein.

«Nur solches, was selber ein Ort ist, kann eine Stätte einräumen», schreibt Martin Heidegger in seinem Aufsatz «Bauen, Wohnen, Denken» (1955). Um heimisch zu werden, um ein Gefühl der Geborgenheit einzuräumen, bedarf es also zunächst eines Ortes. Plong Vaschnaus heisst so viel wie «Ebene der Nachbarschaft»....

19. Juli 2013 Neue Zürcher Zeitung

Zwischen Kult und Klassik

n seinen Entwürfen formuliert der Bündner Valerio Olgiati Ideen für Häuser, die eine grundlegende Aussage zur Architektur machen. Deshalb begegnen uns seine Bauten mit einer befremdlichen Selbstverständlichkeit – oder mit einer selbstverständlichen Befremdlichkeit.

Eine der prägnantesten Persönlichkeiten der europäischen Architekturszene ist seit Jahren der 1958 in Chur geborene Architekt Valerio Olgiati. Nicht schiere Grösse ist es, welche die Bauten aus der Hand Olgiatis auszeichnet, sondern die besondere Haltung, die seine Werke trotz formalen Unterschieden...

28. Dezember 2012 Neue Zürcher Zeitung

Die Präsenz der Leere

In einem neuen Wohngebäude in Zug lässt Valerio Olgiati die Bedeutung von Zeichen in der Architektur hinter sich. Er konfrontiert die Betrachter mit einem Wechselspiel aus architektonischer Archaik und dem Phänomen der Leere.

Jüngst ist in Zug ein neues Wohngebäude fertiggestellt worden. In der heterogenen, zentrumsnahen Vorstadt hat die Bahn ehemalige Gleisanlagen zur Überbauung freigegeben. Der 54-jährige, in Flims tätige und in Mendrisio lehrende Architekt Valerio Olgiati hat hier einen langgestreckten, sechsgeschossigen...