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Artikel

30. Oktober 2019 Neue Zürcher Zeitung

Versöhnung mit sinnloser Architektur? Im norwegischen Privatmuseum «The Twist» glänzt das Aluminium, nicht die Kunst.

Die Bjarke Ingels Group hat weitab der Zivilisation den Wald mit einem schimmernden Objekt bereichert, das unfreiwillig die Tücken privater Sammlungen offenlegt.

Ein weiteres Privatmuseum ist wirklich das Letzte, was der belastete Planet namens Erde braucht, das stellt man besonders in dieser Naturidylle Norwegens fest. Rund zwei Stunden fährt man von Oslo Richtung Norden mit dem Bus, bis man in einem Wald am Ufer eines reissenden Flusses landet, über den das...

30. Oktober 2019 Neue Zürcher Zeitung

Architekt Bjarke Ingels: «Wir brauchen einen Masterplan für den Planeten»

Über den dänischen Architekten Bjarke Ingels werden Netflix-Filme gedreht. Mit seinen Fans kommuniziert er bevorzugt über Instagram. Dabei vertritt er die Ansicht, dass Klimaschutz nichts mit Verboten, sondern mit der Steigerung von Lebenslust zu tun haben sollte. Sein Büro erarbeitet gegenwärtig sogar einen Rettungsplan für die gesamte Erde. Antje Stahl traf ihn in Norwegen zum Gespräch.

Über die Königin Sonja von Norwegen könnten wir jetzt ein wenig plaudern: Vor wenigen Wochen hat sie, begleitet von der Blasmusik der Militärkapelle, nämlich nicht nur ein Privatmuseum nördlich von Oslo eingeweiht. Nein, sie hat für die knapp 500 Gäste dieses Events auch noch höchstpersönlich bunte Landschaftsdrucke...

22. Oktober 2019 Neue Zürcher Zeitung

Konfetti wirbeln im Museum: Happy Birthday, Architekturmuseum in Basel!

Das Schweizerische Architekturmuseum begann vor 35 mit einem Schnellkauf. Nun erinnert das Haus an seine Geschichte und versteigert Geburtstagsgeschenke.

Das Konfetti liegt auf dem Boden, so wie es sich für ein Museum gehört. Angeblich sollen sich Architekten am Vorabend darin gesuhlt haben, während Songs aus dem Jahr 1984 aus den Lautsprechern dröhnten. Mit dem Roman von George Orwell oder mit Dionysos im Überwachungsstaat hatte das aber nichts zu tun....

26. April 2019 Neue Zürcher Zeitung

Revolution auf Rädern

In den Hudson Yards liess die grösste der Attraktionen noch auf sich warten. Mit der beweglichen Riesenmembran haben die Architekten von Diller Scofidio + Renfro ihre erzählerische Architektur in der Kategorie Schwergewicht inszeniert.

The Shed, der Schuppen: Manhattan verfügt über einen neuen Kulturschuppen. Und das ist jetzt wirklich nicht despektierlich gemeint, denn das grosse Etwas, das im Westen an der 30. Strasse zwischen 10th Avenue und Hudson River gebaut wurde, heisst wirklich so.

Von aussen erinnert The Shed zwar eher...

14. Februar 2019 Neue Zürcher Zeitung

Liebe in Zeiten von Valentin

Am Valentinstag dreht sich alles um das Paar. Warum eigentlich? Designer arbeiten schon seit Jahrzehnten daran, Autos oder Betten zu entwerfen, in denen drei, vier, ach was, zehn Menschen den Tag der Liebe feiern können.

Es ist natürlich wenig überraschend, dass der Gründungsmythos des Designprojekts «His, His & Hers» mit dem Valentinstag verknüpft wird. An diesem Tag ist die Gastronomie besonders darauf bedacht, ihre Tische hübsch für Paare einzudecken, die ihre Liebe mit einem Glas Champagner im Kerzenschein begiessen...

1. Februar 2019 Neue Zürcher Zeitung

Sie zahlten höhere Studiengebühren. Ihre Arbeiten warfen Geld ab. Doch die Frauen am Bauhaus gingen vergessen – zu Unrecht

Die grossen Namen des Bauhauses sind alles: Männer. Zum 100-Jahr-Jubiläum kehren die Künstlerinnen ins Rampenlicht zurück.

Es ist ja wirklich bemerkenswert, wie gross die Bemühungen geworden sind, den vielen Bauhäuslerinnen die Ehre zu erweisen, die sie seit 100 Jahren verdienen. 462 Frauen studierten insgesamt an den drei Standorten, die das Bauhaus in seiner kurzen Laufzeit bezog – in Weimar, Dessau und Berlin. Und ob...

8. Dezember 2018 mit Fabian Baumgartner
Neue Zürcher Zeitung

«Die Schweiz ist eine patriarchale Gesellschaft mit autoritären Strukturen»

Machtmissbrauch, sexuelle Belästigung und Machokultur: Das ETH-Departement Architektur sieht sich mit schweren Vorwürfen konfrontiert. Hier äussert sich der Vorsteher Philip Ursprung erstmals dazu und nimmt Stellung zum Disziplinarverfahren gegen einen Professor.

Seit Monaten berichten Medien über Machtmissbrauch, sexuelle Belästigung und Machokultur am Departement Architektur der ETH Zürich. Anlass ist der Fall eines Professors, der sich einer Studentin in unangebrachter Art und Weise genähert haben soll. Seit September läuft ein Disziplinarverfahren gegen ihn....

7. Dezember 2018 Neue Zürcher Zeitung

Die neue Architektur der alten Medienhäuser

Aufbruchsstimmung würde man im Zeitungswesen zurzeit nicht erwarten. Die Digitalisierung führe, so der allgemeine Befund, zum Verlust von Abonnementen und Anzeigenkunden. Trotzdem wird mächtig gebaut. In Deutschland beziehen gleich mehrere Medienhäuser neue Standorte. Ein Rundgang.

Es stand schon lange fest, dass der nackte Mann mit dem langen Glied an der Hauswand der Rudi-Dutschke-Strasse 23 stehen bleiben würde. Vor knapp zehn Jahren wurde das Relief am Stammhaus der «taz»-Redaktion unweit des Axel-Springer-Hochhauses mitten in Berlin installiert. Damals konnte es noch seinen...

8. November 2018 Neue Zürcher Zeitung

Gelobtes Land – der Schweizer Architekturpreis 2018

Der Arc Award gibt jährlich einen schönen Überblick über die Schweizer Architekturlandschaft. Die Vergabe der Preise hielt sich jedoch im Rahmen des Erwartbaren.

Ein Klassentreffen zum Jahreswechsel – etwa so darf man sich den Arc Award vorstellen: Alle sind da, und man besinnt sich auf die Errungenschaften (und Fehltritte) der vergangenen zwölf Monate.

Gut, das ein oder andere Bauprojekt, das für diesen Wettbewerb um den Schweizer Architekturpreis eingereicht...

4. November 2018 Neue Zürcher Zeitung

Am Bauhaus wurde die Zwiebel zum Symbol des Widerstands erklärt

Das 100-Jahr-Jubiläum steht bevor und rund um das Bauhaus bricht ein Streit aus. Johannes Itten hat dieses Mal aber nichts damit zu tun, oder?

Eine Konzertabsage an die Punkband mit dem lustigen Speisenamen «Feine Sahne Fischfilet» und ein Protestbrief, der unterdessen von unzähligen Architekten, Künstlern, Gestaltern, Politikern, Professoren und Museumsdirektoren unterschrieben wurde, sollten eigentlich nicht der Anlass sein für diese helvetische...

24. Oktober 2018 Neue Zürcher Zeitung

Zurücklehnen und nachdenken reicht nicht. Brauchen wir mehr «Social Design»?

Designer stellen sich ihrer sozialen Verantwortung, wie man im Museum für Gestaltung Zürich sehen kann. Dafür ernten sie Applaus und Kritik. Das liegt auch an Victor Papanek, dem Vater des sogenannten «Social Design», der gerade im Vitra Design Museum ausgestellt wird.

Bis vor wenigen Tagen war mir wirklich nicht klar, dass es Windeln für Wellensittiche gibt und dass so ziemlich genau zu Zeiten der Studentenunruhen vor fünfzig Jahren, also in einem doch ernstzunehmenden revolutionären Moment in der Geschichte der Menschheit, monatlich 20 000 Stück davon verkauft wurden....

16. Oktober 2018 Neue Zürcher Zeitung

In der Stadt dürfen Bäume nicht mehr dicht an dicht stehen, auf Balkonien aber schon?

Zwischen Mailands Hochhäusern wird eine neue Bibliothek der Bäume eingeweiht. Die Designerin Petra Blaisse stellt das Konzept für die Giardini di Porta Nuova in Zürich aus und wundert sich über so manch eine Sicherheitsvorschrift.

Der Mailänder sieht das Haus vor lauter Bäumen nicht mehr, das dürfte sich mittlerweile herumgesprochen haben. Auf den Balkonen der Zwillingstürme, die der italienische Architekt Stefano Boeri dem Quartier Isola im Norden von Mailand vor die Füsse pflanzte, wuchert das viele Grünzeug jedenfalls inzwischen nur so vor sich hin. Die Luxusappartements, die sich in diesem vertikalen Wald, im Bosco Verticale, befinden, trafen bis zum Ende der Bauzeit 2014 zwar nicht bei jedem auf Begeisterung. Aber die prämierten Türme sollten sich bald als ökologisches Geschenk und ziemlich nützlicher Paravent herausstellen: Aus bestimmten Blickwinkeln wird einem der Anblick des Torre Unicredit zumindest erspart – dieser schrecklichen Bankfestung von César Pelli, bei der man ständig das Gefühl hat, gleich schiesse die Turmspitze wie eine Rakete ins All. Wird die nigelnagelneue «Bibliothek der Bäume», die Ende Oktober offiziell eingeweiht werden soll, Ähnliches leisten können?

Zu Füssen des vertikalen Walds wurden junge Himalayabirken, Silberpappeln und Chinesische Wildbirnen so in die Giardini di Porta Nuova gesetzt, dass sie viele schöne und mitunter konzentrische Kreise bilden. Dazwischen gibt es Holzbänke, Liegestühle und Spielplätze. Vielleicht soll das eine zeremonielle Andacht sein. Oder eine Hommage an das Punkteuniversum der japanischen Künstlerin Yayoi Kusama.

Retrospektiv gesehen, ist es natürlich kein Wunder, dass ausgerechnet der Gestaltungsplan von Petra Blaisse und ihren vielen Projektpartnern 2004 den Wettbewerb für das Finale des wohl wichtigsten Master- beziehungsweise Sanierungsplans Europas gewann. Die Designerin aus Amsterdam ist berühmt dafür, dass sie Innen- mit Aussenräumen zusammenführt, architektonische Dialoge zwischen Fassaden und Gärten entstehen lassen kann: Biblioteca degli Alberi und Bosco Verticale, eine Baum-Bibliothek am Wald – besser hätte man sich das nicht ausdenken können. Trotzdem überrascht einen nach all den Jahren, dass nun wirklich und tatsächlich ein Park zwischen den Hochhäusern Unicredit, Pirelli und Bosco Verticale entstanden ist, dass eine zehn Hektaren grosse Fläche die Quartiere Isola im Norden, Garibaldi im Westen und Varesine im Südosten verbindet. In den vergangenen Jahren rauschte man an diesem Geschäftsviertel, das den Expo-Besuchern 2015 Mailands Wachstumsvermögen vor Augen führen sollte, lieber so schnell wie möglich mit dem Taxi vorbei. Ab sofort darf man zu Fuss von der Porta Nuova zu den alten Häuserzeilen spazieren, die so lange auf diesem verlorenen und staubigen Posten überlebten. Sogar mit dem Velo darf man sich hier fortbewegen.

Die Wegführung ist sehr grafisch und verläuft über an- und absteigende Diagonalen, die zwischen den umliegenden Hotspots, dem Mode-Quartier, dem Centrale, über U-Bahnen und Strassen hinweg gespannt wurden. Das finale Netz, erzählt Petra Blaisse, habe ihr Büro Inside Outside in Amsterdam erst nach dem Wettbewerb in Anlehnung an die vor allem auch unterirdisch gegebene Infrastruktur berechnet. Anhand von schwarzen und weissen Klebestreifen kann man sich gegenwärtig in Zürich sogar ein verkleinertes Bild davon machen. Seit der Eröffnung der Blaisse-Retrospektive (ein grosses Wort für das, was man dann tatsächlich im Hauptgebäude der ETH vorfindet) führen diese Linien durch den Semper-Bau wie die Wege durch die Giardini di Porta Nuova. Während der Vernissage sagte jemand, die Schau in Zürich sei wie eine Einladungskarte in 3-D für die Einweihung der Parklandschaft in Mailand. Schlecht ist der Vergleich nicht. In weissen Tüten wächst sogar ein wenig Gras und weisse Bürstenborsten in Kreisen stehen offenbar für die Bäume.

Urban Farming

Viele Jahre liessen die italienischen Behörden und der Entwickler überhaupt nichts von sich hören. Bis Petra Blaisse 2008 zum Telefon griff und sich nach der Entschädigung erkundigte, die laut Vertrag dem Sieger ausbezahlt werden würde, sollte das Projekt nicht realisiert werden. Schliesslich durfte sie doch noch die Bibliothek mit Rot-Ahorn, Zierapfel, Weiss-Esche, Tulpenbäumen und Babylonischen Trauerweiden ausstatten – die Liste der Baum-Auswahl, die sie der Redaktion netterweise zur Verfügung gestellt hat, ist sehr lang und exotisch. Fast könnte man meinen, Blaisse wolle hier dem botanischen Garten, der Bildungsreise durch die Kontinente in Italien noch ein letztes Denkmal setzen.

In den umliegenden Ländern überzeugt ja längst ein anderer landschaftsarchitektonischer Kunstgriff. Urban Farming heisst die grosse Zukunftsvision für unsere Städte, wie nicht zuletzt der Masterplan von Herzog & de Meuron für das Dreispitzareal in Basel beweist. Auch dort sollen Hochhäuser, genau genommen drei Wohntürme, entstehen. Anders als in Mailand werden ihnen die weitläufigen Grünflächen jedoch kaum exotisches Flair, sondern eher so etwas wie dörfliche Bodenständigkeit verleihen: Auf den Bildern, die die Jury überzeugten, kann man natürlich nicht erkennen, ob die «didaktische Lebensmittelproduktion» Stadtkindern wieder beibringen soll, Kartoffeln anzupflanzen und Karotten zu ernten; aber die Pferde, die vor einem Kirchturm galoppieren, sollen die Basler definitiv wieder zurück zum Glauben an das idyllische, behütete Landleben führen. Landschaftsarchitektur will eben nicht nur eine ökologische, sondern auch eine pädagogische, wenn nicht sogar gesellschaftspolitische Funktion übernehmen. Ob sie diese allerdings erfüllen kann, hängt von anderen Mitspielern ab.

Verstecken verboten

Die sicherheitsverliebte und durchbürokratisierte Gegenwart verlangte von Petra Blaisse und ihren Partnern, wie sie erzählt, dass die Bäume einen Mindestabstand von neun Metern haben und die Gräser, aus denen bereits hübsche bunte Blumen herausragen, nicht höher als fünfzig Zentimeter in die Höhe spriessen. Solche Auflagen sind der Albtraum für jeden Designer und verdeutlichen vielleicht zum ersten Mal, wie die furchtbare Metapher der «gesellschaftlichen Auswüchse» eigentlich entstehen kann: Je undurchsichtiger ein Park werde, desto grösser würden die Verstecke für Roma, Geflüchtete, Drogendealer, gibt Blaisse in Zürich zu verstehen. So werden Freiräume buchstäblich beschnitten. Es könnte leider sogar sein, dass diese grosszügigen Giardini di Porta Nuova umzäunt werden müssten.

Aber die Gestaltungs- und Bauvorschriften für Bäume, Gräser und Zäune kündigen noch eine weitere bizarre Entwicklung an: Anders als im Hochhaus, in Stefano Boeris Balkonien, scheint es unten in der Stadt nicht mehr möglich zu sein, einen dichten Wald zu pflanzen. Und wenn man die Symbolik solch einer Verlagerung der Natur von der Erde in die Höhe ernst nimmt, werden in Zukunft nur noch wenige Menschen Zugang zum literarisch so viel beschriebenen Unterschlupf haben. Dave Eggers liess eine Figur aus seiner dystopischen Erzählung «The Circle» zu guter Letzt ja nicht umsonst in den Wald fliehen. Nur dort, dachte Mercer Medeiros, könne er sich vor der Datensammelwut und der Überwachungstechnologie retten. Auch wenn der Romanheld sich geirrt hat – was in einem vertikalen Wald, hinter all den Pflanzen und Bäumen in über hundert Metern Höhe vor sich geht, kann man zumindest von der Strasse aus nicht mehr sehen.

14. September 2018 Neue Zürcher Zeitung

Architekten unter sich: Caminadas Heimatliebe trifft Olgiatis Metaphysik

Zwei Architekten aus Graubünden – Gion A. Caminada und Valerio Olgiati – geben neue Einblicke in ihr Denken. Eine Gegenüberstellung zeigt, wie unterschiedlich ästhetische Positionen sein können.

Sobald es um die geografische Verortung geht, sollte es keine Probleme geben – zwischen den Dörfern Vrin und Flims liegen nur etwas über dreissig Kilometer. Mit dem Auto legt man so eine Strecke locker innert einer Stunde zurück. Etwas anders sieht es mit der sogenannten geistigen Verortung aus – da...

5. September 2018 Neue Zürcher Zeitung

An Fonteyne: «Es ist kein architektonisches, sondern ein politisches Versäumnis, dass sich Subkulturen entwickelt haben»

An Fonteyne, Professorin an der ETH Zürich, ist die Architektin der Stunde: Sie engagiert sich für die Zukunft Europas und seiner historischen Bausubstanz.

An Fonteyne, Europa werde nurmehr als eine Währungsunion wahrgenommen, die die Souveränität und Sicherheit der Länder bedrohe, sagten Sie genauvor einem Jahr zu Beginn Ihrer Lehrtätigkeit an der ETH und forderten Ihre Studenten auf, dieses Bild zu korrigieren. Was genau hat das mit Ihrer Professur für...

15. August 2018 Neue Zürcher Zeitung

Das Erbe des Ingenieurs Riccardo Morandi, des Architekten der «Todesbrücke» von Genua

Fast dreissig Jahre nach seinem Tod wird das Erbe des italienischen Ingenieurs Riccardo Morandi umgeschrieben. Gibt man seinen Namen in einer der vielen digitalen Suchmaschinen ein, lernt man ihn als Architekten der «Todesbrücke» kennen, die vielen Menschen am Dienstagmittag in Genua das Leben kostete....

7. August 2018 Neue Zürcher Zeitung

Die neue Samenbank der Zivilisation

Die amerikanische Weltraumbehörde Nasa gibt die Sieger eines Wettbewerbs für Habitate auf dem Planeten Mars bekannt. Zeit für eine Psychoanalyse der Entwürfe.

Es ist sehr unwahrscheinlich, dass einer von uns Normalos jemals eine Reise zum Mars antreten wird. Trotzdem müssen wir uns mit dem, was da oben im Universum passieren soll, beschäftigen. Es erzählt uns etwas über den mentalen Zustand einiger Menschen und darüber, was aus ihren Mitmenschen hier auf Erden...

31. Juli 2018 Neue Zürcher Zeitung

Die Kartografierung der helvetischen Landschaft ist nicht immer eine gute Idee

Ein Künstler wandert durch die Schweiz. Sein Videotagebuch führt durch die Banalität des Schweizer Alltags und fördert mitunter Depressionen.

Ein Land liegt einem selten zu Füssen, vor allem nicht eines, das über so hohe Berge verfügt wie die Schweiz. Insofern darf man sich über die Platzierung der vielen Bildschirme auf dem Fussboden des Schweizerischen Architekturmuseums freuen.

In Reih und Glied lehnen sie an den vier Wänden des Ausstellungsraums,...

25. Juli 2018 Neue Zürcher Zeitung

Der herrlichste Ort auf Erden

Hinterm Landesmuseum, an der Limmat, macht die Stadt alles richtig: Architektur, Gastronomie und Kulturprogramm sorgen für friedliche Anarchie.

Es gibt sicher viele Zürcher, die mir widersprechen würden, wenn ich behaupte, diese eine Ecke da neben dem Drahtschmidlisteg, hinterm Landesmuseum, an der Limmat mit Blick auf die Sihl, diese eine Ecke in der Stadt sei der herrlichste Ort auf Erden. Zu viel Lärm, würden sie sagen, weil oben auf der...

19. Juli 2018 Neue Zürcher Zeitung

Christian Menn, der bedeutendste Schweizer Brückenbauer, ist gestorben

Über Täler und Seen kann man dank diesem Ingenieur fahren. Das Biaschina-Viadukt und die Sunnibergbrücke sind darüber hinaus auch atemberaubende Architektur.

Die Brücke ist eine der vielleicht am meisten geliebten und wohl auch am meisten strapazierten Metaphern, die es gibt. Die Atlantik-Brücke kennt man aus dem Schulunterricht, ganz abgesehen von der Luftbrücke. Wenn jemand eine Rede schwingt und von «Brücken bauen» oder schlimmer «Brücken schlagen» spricht,...

11. Juli 2018 Neue Zürcher Zeitung

Auf Wiedersehen, White Cube

Das Stapferhaus Lenzburg erhält eine neue Architektur – ein Holzhaus mit schwarzem Anstrich.

Da steht es – das neue Ausstellungshaus aus Holz, direkt gegenüber dem etwas verschlafenen Bahnhof Lenzburg, oder sollte man sagen, da steht sie – die neue Scheune? Ein wenig lachen muss der Mitarbeiter des Stapferhauses schon, als man diesen Vergleich später oben im ersten Stock mit Blick auf das viele...

26. Mai 2018 Neue Zürcher Zeitung

Weshalb die Schweiz an der Biennale in Venedig eine leere Wohnung zeigt

Die Architekturbiennale von Venedig hat ihre Tore geöffnet. Der Schweizer Pavillon gehört zu den interessantesten Beiträgen in diesem Jahr – und hat prompt den Goldenen Löwen gewonnen.

Eine leere Wohnung ist wirklich das Letzte, was man im Schweizer Pavillon erwartet, aber es ist genau der Architekturbeitrag, den vier wissenschaftliche Mitarbeiter der ETH Zürich Venedig vorsetzen: brauner Parkettboden, weisse Sockelleisten, weisse Steckdosen, weisse Wände, weisse Türen, verchromte...

12. Mai 2018 Neue Zürcher Zeitung

Hol den Vorschlaghammer! Nein, bewahre diese Schweizer Architektur

Welche Schweizer Architektur sollte abgerissen – und welche unter Denkmalschutz gestellt werden? Über diese Fragen streiten sich Heimatschützer und Bauherrn heftig. In der NZZ beziehen Architektinnen und Architekten Stellung.

Der Wille zur Zerstörung ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Architektur in Europa, sofern sie denn auf dem Bau von neuen Gebäuden oder gar einer neuen Stadt besteht. Allein in Zürich müsste man den See trockenlegen, um ein Baufeld für neuartige Wohnhäuser in aufregenden Quartieren zu schaffen....

24. April 2018 Neue Zürcher Zeitung

Wollen wir so leben?

Im Süden Zürichs wird ein Quartier für die 2000-Watt-Gesellschaft gebaut. Hoffentlich sieht unser aller grüne Zukunft anders aus.

Das ambitionierteste Bauprojekt Zürichs erreicht man in nur wenigen Minuten mit der S-Bahn vom Hauptbahnhof, aber wenn man dort aussteigt, fühlt man sich wie auf einem anderen, etwas befremdlichen Planeten. Direkt neben der Haltestelle Manegg liegt zwar das schönste Gebäude dieses neuen Quartiers, das...

8. März 2018 Neue Zürcher Zeitung

Zurück zu den alten Meistern

Der indische Architekt Balkrishna Doshi gewinnt den renommierten Pritzkerpreis für Architektur.

Es ist, als habe die Jury des Pritzkerpreises auch noch einmal an die Väter der architektonischen Moderne, Le Corbusier und Louis Kahn, erinnern wollen: Der diesjährige Preisträger Balkrishna Doshi sass sowohl mit dem Schweizer als auch mit dem Amerikaner in den fünfziger und sechziger Jahren zusammen...

7. März 2018 Neue Zürcher Zeitung

Diese Architekten dokumentieren Verbrechen gegen die Menschlichkeit

Eyal Weizman gründete die Forschungsgruppe Forensic Architecture, die Kriegs- und Folterschauplätze rekonstruiert. 3-D-Modelle und Landkarten erreichen damit den Status von forensischen Beweisen, die vor Gericht eingesetzt werden können, um Verbrechen gegen die Menschlichkeit anzuklagen.

Der Präsident Bashar al-Asad behauptet, Katar würde Eyal Weizman bezahlen, damit er Lügen über den Krieg in Syrien verbreite. Die israelische Regierung hält ihn für einen Pollywood-Produzenten, der propalästinensische Propagandavideos drehe. Und Holger Bellino, Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU-Fraktion...