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Artikel

12. März 2015 Neue Zürcher Zeitung

Chinesische Raumskulpturen

Eine Schau in der Berliner Architekturgalerie Aedes beleuchtet die baukünstlerische Entwicklung von Zhang Ke. Mit innovativen Ziegelbauten in Peking und Tibet sorgt er seit zehn Jahren für Aufsehen.

Den Blick nach Asien, speziell nach China, pflegt die Berliner Architekturgalerie Aedes schon seit 15 Jahren. Als sich damals europäische Architekturbüros für den Aufbruch in das Reich der Mitte rüsteten, bemühte man sich bei Aedes mit der Gruppenausstellung «Tu Mu» um den Perspektivwechsel und stellte...

24. Februar 2015 Neue Zürcher Zeitung

Eine Kathedrale des 21. Jahrhunderts

Fünfzig Jahre nach ihrem Wiederaufbau durch den Architekten Hans Schwippert muss die St.-Hedwigs-Kathedrale in Berlin Mitte dringend saniert werden. Doch die Denkmalpflege wendet sich gegen die Pläne der Architekten Sichau und Walter und des Künstlers Leo Zogmayer für eine Neufassung des Sakralraums.

Ausgerechnet im einst vorwiegend protestantisch geprägten Berlin, das heute mit seinen weit gefächerten Bekenntnissen von atheistisch über christlich, jüdisch bis islamisch ein Abbild der pluralistischen Glaubensvielfalt abgibt, ist eine Diskussion um die künftige Gestalt der katholischen Hauptkirche...

29. Januar 2015 Neue Zürcher Zeitung

Rucker-Co in Berlin

ie Stadtinterventionen von Haus-Rucker-Co bildeten die Wiener Antwort auf die spacig-legendären Visionen der britischen Architektengruppe Archigram.

Die Stadtinterventionen von Haus-Rucker-Co bildeten die Wiener Antwort auf die spacig-legendären Visionen der britischen Architektengruppe Archigram. Mit ihren aufblasbaren – pneumatischen – Räumen, mit Raumanzügen oder bewusstseinserweiternden Maschinen haben die Architekten Günter Zamp Kelp und Laurids...

8. November 2014 Neue Zürcher Zeitung

Berlins baukünstlerische Bilanz

Mit dem Fall der Berliner Mauer 1989 startete ein einzigartiges städtebauliches Abenteuer: Die beiden Stadthälften konnten nach 28 Jahren der Trennung wieder zusammenwachsen. Bis heute drehen sich die Baukräne, doch nur wenige Neubauten aus der Nachwendezeit haben auch eine überregionale Bedeutung entfaltet.

Was war das für eine Zeit 1989 in Berlin! Chaotisch und völlig überraschend, ein bisschen unsicher, aber trunken vor Euphorie und endlich, endlich grenzenlos frei. Als am 9. November 1989 die Berliner Mauer fiel, strömten an den folgenden Tagen die Besuchermassen aus dem Ostteil der Stadt über den Kurfürstendamm,...

4. November 2014 Neue Zürcher Zeitung

Arenen für Zehntausende

Stadionbauten in aller Welt

Ob bei der Fussball-Weltmeisterschaft in Brasilien oder bei der Leichtathletik-Europameisterschaft im Zürcher Letzigrund – das Sportjahr 2014 hat Millionen von Zuschauern in seinen Bann und in die Stadien gezogen. Sport weckt Begeisterung und ist längst viel mehr als die schönste Nebensache der Welt. Er ist ein Milliardengeschäft und der Bau neuer Arenen im Idealfall eine Bauaufgabe mit architektonischem und städtebaulichem Mehrwert. Vom Vogelnest des Basler Büros Herzog & de Meuron für die Olympischen Spiele in Peking bis zum Estádio do Maracanã in Rio de Janeiro – Stadien sind Marken, die das Image der Städte prägen. Es sind emotionale Orte des Jubels und des Leidens bei Sieg und Niederlage. Sie stiften Unverwechselbarkeit, müssen aber auch störungsfrei funktionieren.

Von Athen bis Tokio

Stadien sind die «Kathedralen der Freizeitgesellschaft», meint Volkwin Marg in seinem Vorwort zur reich bebilderten Monografie «Stadionbauten» von Martin Wimmer, das jüngst bei Dom Publishers in Berlin erschienen ist. Marg ist ein Kenner der Materie. Denn er hat als Mitbegründer des Hamburger Architekturbüros von Gerkan Marg & Partner (GMP) unter anderem für die Fussball-Weltmeisterschaften mehrere Stadien in Südafrika und in Brasilien verwirklicht. Derzeit plant Volkwin Marg den Umbau des legendären Bernabeu-Stadions von Real Madrid.

In seiner Einführung macht Martin Wimmer die Leser mit der Entwicklung der Bauaufgabe Stadion seit der griechischen und römischen Antike vertraut, stellt auch frühe Beispiele aus Mittelamerika vor und schreitet fort bis zur Wiederbelebung der Olympischen Idee im späten 19. Jahrhundert. Präsentiert werden Meilensteine der olympischen Architektur, darunter die Stadien in Athen, Stockholm, Berlin, Helsinki oder München, aber auch der futuristische Entwurf von Zaha Hadid für die Olympischen Spiele von 2020 in Tokio. Hingegen werden Luigi Nervis epochale Konstruktionen für die Spiele in Rom 1960 nur am Rande erwähnt; und die Stadien, die Kenzo Tange für die Wettkämpfe von 1964 in Tokio realisierte, fehlen ganz.

Den Multifunktionsarenen folgen im Buch die monothematischen Fussballstadien, allen voran die Spielstätten der Europameisterschaften in der Schweiz und Österreich sowie in Polen und der Ukraine und der Fussball-Weltmeisterschaften in Deutschland, Südafrika und Brasilien. «Kleinere» Stadien- und Sportbauten, wie das formvollendete, von Bétrix & Consolascio zusammen mit Eric Maier und Frei & Ehrensperger ursprünglich als Leichtathletikstadion gebaute Letzigrund in Zürich oder das charmante «Bao An»-Stadion von GMP in Shenzhen, finden in dieser Stadion-Schau erstaunlicherweise nur am Rande oder keine Berücksichtigung. Doch wären nicht gerade diese Stadionformate besonders hilfreich für Architekten, die nach Vorbildern suchen? Zumal der Band aus der Reihe «Handbuch und Planungshilfe» ja einen expliziten Vorlagencharakter beansprucht. Stattdessen bietet der Autor seinen Lesern am Schluss noch etwas exotischen Kitzel und lässt sie unter dem Titel «Staatspropaganda im Stadion» einen Blick auf das Stadion von Pjongjang werfen.

Augenfutter

Wie im Fernsehen, wo die Fussballübertragungen längst andere sportliche Wettkämpfe an den Rand gedrängt haben, werden auch in Wimmers Buch Velodrome, Skisprungschanzen oder Schwimmstadien nur ganz am Rande abgehandelt, während Arenen für vermeintliche Randsportarten wie Pferderennen oder Tennis ganz fehlen. So erweist sich das Buch mit seinen vielen bunten Bildern und den ausgewählten Grundrissen, Schnitten und Ansichten vor allem als Augenfutter für all jene, die sich in erster Linie für Olympiastadien und Fussballarenen interessieren.

3. November 2014 Neue Zürcher Zeitung

Zurück zum Anfang

Lübeck ist berühmt für seine geschlossene mittelalterliche Stadtgestalt. Einzig das ehemalige Gründungsviertel wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. Zunächst im Duktus der Nachkriegsmoderne wiederaufgebaut, soll es nun nach umfangreicher archäologischer Untersuchung die historische Parzellenstruktur zurückerhalten.

Lübeck, das ist der Geschmack von Niederegger Marzipan und die malerische Wehrhaftigkeit des Holstentors. Das ist Thomas Mann und seine Buddenbrooks, von denen man meint, sie könnten jederzeit um die Ecke blicken, wenn man durch die pittoresken Altstadtgassen streift. Bis heute atmen die giebelständigen...

25. September 2014 Neue Zürcher Zeitung

Ethos und Ästhetik

Seoul setzt auf einen Wechsel in der Stadtplanung. Nachdem Verdichtung und Abrisswut Seouls Identität stark beeinträchtigt haben, sollen nun Geschichte und Natur in der Stadt wieder erlebbar werden.

Auf der Suche nach ihrer baukulturellen Identität, die beim rasanten Wachstum der zehn Millionen Einwohner zählenden Megacity verloren ging, setzt Seoul auf einen Wechsel in der Stadtplanung. Anstelle von urbanem Wildwuchs, von Verdichtung und Abrisswut hat man sich in der koreanischen Hauptstadt mit...

17. September 2014 Neue Zürcher Zeitung

Verdichtet und verloren

Zahlreiche Baudenkmale der Nachkriegsmoderne sind in Hamburg durch die bauliche Verdichtung bedroht. Ein Ausweg aus dem Teufelskreis von Verdichtung und Zerstörung des Bauerbes ist nicht in Sicht.

Auch wenn die Hamburger sich jüngst in einer Volksabstimmung gegen den Neubau einer Seilbahn über die Elbe entschieden haben, bleibt die Architekturszene der Hansestadt von der Hafencity (samt Elbphilharmonie) bis hin zur IBA in Wilhelmsburg mächtig in Bewegung. Hamburg boomt. Seit Jahren gewinnt das...

1. September 2014 deutsche bauzeitung

Mit Bedacht angepasst

Umnutzung des »Kaiserlichen Arbeitshauses Rummelsburg« in Berlin

Längst gehört die Umnutzung gründerzeitlicher Denkmale zum architektonischen Alltag. Für das »Kaiserliche Arbeitshaus« in Berlin-Rummelsburg haben AFF architekten jedoch eine gleichermaßen individuelle wie gestalterisch und funktional hochwertige Lösung gefunden, die sich deutlich vom Standard abhebt.

Malerisch war die Lage des Kaiserlichen Arbeitshauses Rummelsburg schon zu seiner Bauzeit im 19. Jahrhundert. Galt der nahe gelegene Rummelsburger See, zu dem sich die Spree hinter der Halbinsel Stralau auswächst, doch schon bei Theodor Fontane als ein gern besuchtes, weil innenstadtnahes Ausflugsziel. Doch trotz dieser bevorzugten Lage versprach das Arbeitshaus keineswegs einen romantischen Aufenthalt. Berlins emsiger Stadtbaumeister Hermann Blankenstein, dem die Stadt eine Vielzahl von Schulen, Markthallen und anderen öffentlichen Gebäuden verdankt, errichtete es 1877-79 als Verwaltungsgebäude der »Straf- und Arrestanstalt für männliche Corriganden«. In der Folge diente die streng geometrisch gegliederte Anlage über 100 Jahre als Gefängnis. Zu ihren letzten Häftlingen gehörte Erich Honecker, ehe sie1990 endgültig geschlossen wurde.

Zweites Leben

Nach 1990 hat sich die Rummelsburger Bucht zu einem beliebten Wohngebiet gewandelt; entsprechend umgenutzt sind inzwischen auch die einstigen Zellenzeilen der ehemaligen Arrestanstalt. Jetzt haben die AFF architekten aus Berlin in das dreigeschossige Verwaltungsgebäude sieben Wohnungen eingefügt. Dem Charme des Quartiers waren Martin und Sven Fröhlich von AFF freilich schon zuvor erlegen: nur fünf Gehminuten entfernt steht ihre 2011 fertiggestellte Reihenhaussiedlung »Elf Freunde«.

Eine ganz andere Herausforderung an die Architekten stellte die Umnutzung des repräsentativen Ziegelbaus des Kaiserlichen Arbeitshauses im Duktus der (ganz) späten Schinkelschule mit seinem aufwendigen Dekor. So war die Rückseite des lange leer stehenden Baudenkmals durch eine Turnhalle aus DDR-Zeiten gestört. Nach deren Abriss kam unter dem Zementputz die zart-schöne Ziegelfassade wieder zum Vorschein, die anschließend aufwendig instandgesetzt und ausgebessert wurde.

Doch um attraktiven Lebensraum zu schaffen, der derzeitigen Ansprüchen gerecht wird, galt es zudem, die neuen Wohnungen jeweils mit Balkonen oder Terrassen auszustatten. Der einzige historische Balkon befand sich an der Schauseite des Verwaltungsgebäudes im 1. OG. Allerdings war er ursprünglich nur als architektonisches Gliederungselement gedacht, ohne Zugang. Um ihn nutzbar zu machen, senkten AFF die Brüstungshöhe ab und verwandelten das Fenster in eine Tür. Die größten Veränderungen erfuhr der Baukörper jedoch an seiner nach Süd-Westen orientierten Rückseite, hinter der sich die ehemaligen Zellenzeilen anschließen: Mithilfe mehrerer Eingriffe gelang es den Architekten, sehr gut nutzbare und gestalterisch hochwertige Außenräume für die Bewohner zu schaffen.

Den beiden Einheiten im Hochparterre lagerten sie eine treppenartige Stahlkonstruktion vor. Sie dient als Terrasse und verbindet zugleich die höher gelegene Wohnebene mit dem anschließenden Gartenraum. Seitlich jeweils von Hecken eingefasst, werden die beiden Gärten zur Karl-Wilker-Straße hin schließlich durch zwei neue, langgestreckte Gartenhäuser abgeschlossen. Mit ihrem terrakottarot durchgefärbten Beton, der durch schmale Stege in der Schalung ein reizvolles Relief erhielt, und den großen Glasflächen zur Haus- und Straßenseite, erweisen sie sich als charakteristisch für die Arbeit von AFF. Eine verwandte Haltung zeigte schon ihre Beton-Schutzhütte am Fichtelberg (2010).

Die Rummelsburger Gartenhausriegel schaffen einerseits eine gewisse Privatheit des Gartens und bieten anderseits eine räumliche Fassung des Grundstücks zur Straße. Zur konventionellen Gartenmauer stellen sie eine kluge Alternative dar, die für die Bewohner zudem einen attraktiven Nutzraum als Mehrwert bietet.

Im 1. OG hängten die Architekten dem historischen Gebäude auf beiden Seiten des Treppenhausrisalits jeweils in der Mittelachse einen Balkon aus Stahl vor, der konstruktiv mit der Holzbalkendecke verbunden ist und mit seinem dunklen Braunton die farbliche Anbindung an den Backstein findet. Diese Balkone liegen vor vier Fensterachsen der Wohnungen und bieten mit rund 20 m² eine beinahe luxuriöse Größe. Für optimale Zugänglichkeit wurden die alten Fensteröffnungen zu -türen vergrößert. Neben der Erschließung des Balkons wird auf diese Weise außerdem die Belichtung der Wohnungen deutlich verbessert. Vom historischen Fensterbestand des Hauses konnten ohnehin lediglich zwei Kastenfenster als Belege erhalten werden, energetisch optimiert durch Isolierverglasungen.

Im 2. OG verbot es sich, die gleiche Lösung wie in der darunterliegenden Etage zu wählen. Zum einen wäre dadurch der umlaufende und historisch wertvolle Zierfries gestört worden, zum anderen wären die Proportionen des Hauses ins Ungleichgewicht geraten. Stattdessen fiel die unkonventionelle Entscheidung, die beiden Wohnungen als Maisonette bis ins DG weiterzuführen. Dadurch entstanden im komplett erneuerten Dachraum an der sonnigen Gebäuderückseite großzügige Terrassen, die über einen »Atelierraum« an die Wohnungen angebunden sind. Mit ihrem Holzbodenbelag und den grau gefassten Wänden bilden sie einen großzügigen Außenraum mit Blick über das Gelände der ehemaligen Arrestanstalt bis zum Rummelsburger See.

Einen beachtenswerten Ansatz hält schließlich die einzige reine Dachgeschosswohnung bereit: Sie ist um einen L- förmigen, nahezu komplett introvertierten, Außenraum organisiert. Lediglich ein schmaler Terrassenstreifen führt bis an die Dachkante heran, der in einer Achse mit dem historischen Wachturm liegt. Nur vom »Himmel über Berlin« aus einsehbar, ist eine noch privatere Dachterrasse kaum vorstellbar. Großzügige Glasflächen, grau verputzte Wände und der Holzboden vervollständigen den besonderen Charakter dieses patioartigen Außenraums.

Geschichtsfragmente

Nicht zuletzt aufgrund des langen Leerstands ist im Innern des Kaiserlichen Arbeitshauses heute nur noch wenig ursprüngliche Bausubstanz vorhanden. Am dauerhaftesten erwiesen sich die Granitstufen und Solnhofener Platten im Treppenhaus, die als Nutzungs- und Zeitzeugen mit ihren Gebrauchsspuren und Beschädigungen erhalten blieben. Original ist auch das Treppengeländer, zwischen dessen hölzerne Baluster allerdings – aufgrund allmählich ins Unsinnige ausufernder deutscher Sicherheitsvorschriften – zusätzliche Stäbe eingefügt werden mussten. Im EG ist es den Architekten gelungen, den bauzeitlichen Dielenboden zu bewahren und aufzuarbeiten.

Die Wohnungsgrundrisse des einstigen Verwaltungsgebäudes wurden in enger Abstimmung mit den Eigentümern ausgeführt. Wenn möglich, hinterließen die Architekten aber auch dort ihre Gestaltungspuren, etwa durch die Zweitverwendung alter Zimmertüren aus anderen Gebäuden.

Mit der Umnutzung des Kaiserlichen Arbeitshauses haben AFF ein denkmalgerechtes Konzept verwirklicht, das die sieben neuen Wohnungen um qualitätvolle und bemerkenswert differenziert gestaltete Außenräume ergänzt – deutlich jenseits der üblicherweise lieblos »vorgeknallten« Balkonkonstruktionen aus Stahl. Die sich besonders aus der Fernsicht abzeichnende Dachskulptur mit den beiden negativen Ecken und dem mittigen Einschnitt ist allerdings gewöhnungsbedürftig. Und auch wenn man sich vielleicht wünschen würde, das Dach hinterließe einen einheitlicheren – monolithischeren – optischen Gesamteindruck, so überzeugt die gefundene Lösung sowohl in ihrer Nutzung als auch in der zugrunde liegenden Idee. Den »AFF-Clou« aber liefern die beiden neu eingefügten Gartenhausriegel, die einen reizvollen Kontrapart zum Altbau bilden und sich als ästhetischer und räumlicher Gewinn für das Kaiserliche Arbeitshaus erweisen.

30. Juli 2014 Neue Zürcher Zeitung

Reiche Kargheit

International bekannt wurden die Vorarlberger Architekten Cukrowicz Nachbaur durch das vor einem Jahr eröffnete Vorarlbergmuseum in Bregenz. Nun präsentiert die Architektur Galerie Berlin ihr Werk.

Seit der Eröffnung ihres Vorarlberg-Museums in Bregenz haben Andreas Cukrowicz und Anton Nachbaur internationale Aufmerksamkeit erfahren. Dabei bilden die beiden Bregenzer bereits seit 1992 eine erfolgreiche Architektengemeinschaft, mit der sie das baukünstlerische Wunder Vorarlbergs in der dritten Generation...

30. Juli 2014 Neue Zürcher Zeitung

Vom Klang der Alhambra

Der portugiesische Architekt Alvaro Siza setzt sich immer wieder mit dem gebauten Bestand auseinander. Davon zeugt auch sein Entwurf für die Alhambra in Granada, der anlässlich der Eröffnung der Siza-Promenade in Weil am Rhein in der Vitra Design Gallery vorgestellt wird.

Selbstverständlich gebe es Konflikte, wenn regionale Architekturtraditionen und die Moderne aufeinandertreffen, erklärt Alvaro Siza Vieira mit einem verschmitzten Lächeln. «Aber gerade durch diese Konflikte entstehen überhaupt erst die richtigen architektonischen Antworten.» Während unseres Gesprächs...

18. Juli 2014 Neue Zürcher Zeitung

Archäologie im Warenhaus

Mit dem dynamisch geformten Kaufhaus Schocken brachte Erich Mendelsohn 1930 einen Hauch von Weltstadt nach Chemnitz. Nun wurde diese Ikone der Moderne zum Staatlichen Museum für Archäologie umgebaut.

Es grenzt schon fast an ein Wunder, dass das legendäre Kaufhaus Schocken in Chemnitz von Erich Mendelsohn die Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs überstanden hat, während die angrenzende Altstadt zum grössten Teil in Schutt und Asche versank. Mit Folgen, die bis heute sichtbar sind. Noch immer hinterlässt...

8. Juli 2014 Neue Zürcher Zeitung

Stadtlektüren

Seit über drei Jahrzehnten befasst sich der ETH-Professor Vittorio Magnago Lampugnani mit dem Städtebau. Nun ist der letzte Band seiner grossartigen «Anthologie zum Städtebau» erschienen.

Weltweit wachsen die Städte unaufhaltsam weiter. Vor allem ausserhalb Europas entstehen immer grössere Agglomerationen. Angesichts dieser Dominanz des Urbanen verwundert es nicht, dass das Thema Stadt in seinen historischen, politischen, sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Aspekten seit Lewis...

26. Juni 2014 Neue Zürcher Zeitung

Eine Schweizer Architekturzeitschrift jubiliert

Vor 100 Jahren wurde die Architekturzeitschrift «Werk» gegründet. Seither bestimmt sie den schweizerischen Architekturdiskurs. Grund genug, in der Jubiläumsausgabe zurück und nach vorn zu blicken.

Mit ihrer Jubiläumsausgabe zum 100. Geburtstag wirft die Zeitschrift «Werk, Bauen + Wohnen» des Bundes Schweizer Architekten (BSA) einen beherzten Blick zurück nach vorne, zwischen Selbstvergewisserung und Standortbestimmung. Unter der Überschrift «Genau hinsehen!» leitet Bernadette Fülscher die Leser...

15. Juni 2014 Neue Zürcher Zeitung

Barocke Prachtentfaltung

Mit seinem Entwurf für das Berliner Schloss hat Andreas Schlüter Preussen einen Platz auf der Landkarte des Barocks gesichert. Eine nicht in allen Belangen überzeugende Ausstellung im Bode-Museum widmet sich nun seinem Werk.

Nur wenig ist bekannt über das Leben von Andreas Schlüter, der im jungen Königreich Preussen sowohl als Bildhauer wie auch als Architekt für Furore sorgte. Geboren 1659 (oder 1660) wahrscheinlich in Danzig, starb er 1714 bereits kurz nach seiner Ankunft in St. Petersburg, wohin ihn Zar Peter I. berufen...

5. Juni 2014 Neue Zürcher Zeitung

Raumerfahrungen

Der Titel ist Programm. Mit der Überschrift «Sinnliche Dichte» beschreiben Marianne Burkhalter und Christian Sumi nicht nur die Gestaltung ihrer Ausstellung in der Architektur-Galerie Berlin. Zugleich geben sie den Besuchern eine Definition ihrer architektonischen Haltung mit auf den Weg. So wird die...

14. Mai 2014 Neue Zürcher Zeitung

Neue Zeitschicht

Lange wurde um die Wiederherstellung der fragmentierten Meisterhäuser des Bauhauses in Dessau gestritten. Nun konnten die fehlenden Kubaturen durch eine skulpturale Architektur ergänzt werden.

Lange dauerte der Streit darüber, wie mit den im Zweiten Weltkrieg zerstörten Wohnhäusern der Bauhausmeister Walter Gropius und Laszlo Moholy-Nagy in Dessau zu verfahren sei (NZZ 30. 4. 11). Sollte ein an der Stelle des Direktorenwohnhauses von Gropius in den fünfziger Jahren errichtetes Satteldachhaus...

25. April 2014 Neue Zürcher Zeitung

Kompromisslos im Kontext

Bekannt wurde der 1957 in Heidelberg geborene Volker Staab, einer der wichtigsten deutschen Architekten, vor allem durch Museumsbauten. Jürgen Tietz sprach mit ihm in seinem Berliner Büro.

Herr Staab, wie entwerfen Sie Ihre Gebäude, und welche Rolle spielt beispielsweise der Ort, für den Sie ein Gebäude planen?

Am Anfang unserer Projekte steht immer eine Materialsammlung. Wir legen sie mit dem Ziel an, die spezifische Eigenschaft einer Bauaufgabe herauszufinden. Das Spezifische kann...

11. April 2014 Neue Zürcher Zeitung

Vergessene Moderne

Die klassisch moderne Architektur in Deutschland umfasste mehr als nur das Bauhaus. Den vielfältigen Strömungen der Zeit widmet sich eine Ausstellung im Berliner Bauhaus-Archiv.

Die Architektur des Neuen Bauens umfasst weit mehr als «nur» das Bauhaus. Das ist zwar keine neue Erkenntnis, gleichwohl bestimmt der Mythos der weissen Moderne die öffentliche Wahrnehmung bis heute. Dagegen ist eine Vielzahl regionaler Strömungen und innovativer Architekten längst in Vergessenheit geraten....

11. März 2014 Neue Zürcher Zeitung

Schwelgen in Raum und Illusion

Vor 500 Jahren starb der grosse Renaissancearchitekt Donato Bramante. Sein Tempietto in Rom gilt als ein absolutes Meisterwerk der Renaissance. Er war aber auch der erste Architekt des neuen Petersdoms.

Wer heute darüber Klage führt, architektonische Grossprojekte dauerten stets länger und verursachten zudem immer höhere Kosten als zunächst geplant, der findet in der Architekturgeschichte ein einzigartiges Beispiel für diese Entwicklung: den Bau des Petersdoms in Rom. Gleichwohl war es für Donato Bramante...

5. Februar 2014 Neue Zürcher Zeitung

Neue Höhendominante

Ein 150 Meter hoher Wohnturm am Alexanderplatz soll zum neuen Wahrzeichen von Berlin werden. Das nicht unumstrittene Projekt stammt von Frank O. Gehry, der in der deutschen Hauptstadt bereits mit der DZ-Bank am Pariser Platz ein Zeichen gesetzt hat.

Jetzt also doch! Rund zwanzig Jahre nachdem Hans Kollhoff in seinem Masterplan für den Berliner Alexanderplatz einen Kranz von Hochhäusern vorgeschlagen hatte, soll dort tatsächlich ein neues Wohnhochhaus entstehen. Die Wettbewerbsjury um den Hamburger Architekten Peter P. Schweger und Berlins Schweizer...

6. Januar 2014 Neue Zürcher Zeitung

Elegant in die Lücke eingepasst

Der Brite David Chipperfield gehört mit seinen Museumsbauten zu den international umworbenen Architekten. Immer wieder setzt er sich dabei auch mit dem gebauten Bestand auseinander. Jetzt hat er den Altbau seines Berliner Architekturbüros ergänzt und dabei ein eindrucksvolles Statement in Sichtbeton formuliert.

Mit seiner meisterhaften Instandsetzung des Neuen Museums auf der Berliner Musuemsinsel und dem Neubau des Galeriehauses am Kupfergraben hat sich David Chipperfield längst seinen Platz in der Architekturgeschichte der deutschen Hauptstadt gesichert. Derzeit entsteht der Neubau für die James-Simon-Galerie,...

12. Dezember 2013 Neue Zürcher Zeitung

Bauarchäologie

Der Berlin-Architekturführer des Reimer-Verlags ist ein Dauerbrenner. In der siebten überarbeiteten und erweiterten Auflage fehlen wichtige Bauten der Nachkriegszeit, weil sie inzwischen abgerissen wurden. Nun widmet sich eine weitere Publikation aus demselben Verlag ausschliesslich der Berliner Nachkriegsarchitektur.

Im Jahr der Wende 1989 gab der Reimer-Verlag seinen ersten nach Stadtbezirken geordneten Berlin-Architekturführer heraus, der noch ausschliesslich den Bauten im Westteil der Stadt vorbehalten war. Die grossen Themen der Wiedervereinigung und des Hauptstadtumzugs lagen erst in der Zukunft. Gleichwohl...

15. Oktober 2013 Neue Zürcher Zeitung

Magischer Raum

Die Philharmonie in Berlin ist nicht nur ein herausragender Konzertsaal, sondern auch ein bedeutendes Baudenkmal des 20. Jahrhunderts. Der heute vor 50 Jahren eröffnete Bau gilt als Hauptwerk von Hans Scharoun. Mit seiner neuartigen Saalgestaltung setzt er bis heute Massstäbe für Konzerthäuser in aller Welt.

Wer diesen Raum einmal erlebt hat, der vergisst ihn nicht mehr. Noch bevor der erste Ton erklingt, hat die Berliner Philharmonie die Besucher schon in ihren Bann gezogen. Auch nach 50 Jahren entfaltet das von Hans Scharoun (1893–1972) entworfene Konzerthaus einen beglückenden Zauber. Scharoun war ein...

25. September 2013 Neue Zürcher Zeitung

Ikone aus Haut und Knochen

Das Seagram Building in New York gilt als gebauter Mythos, als Architekturikone und als Gesamtkunstwerk. In einem neuen Buch schildert Phyllis Lambert, wie die Welt nicht zuletzt dank ihrem Einsatz zu einem ihrer schönsten Hochhäuser kam.

Es ist weder das höchste noch das älteste Hochhaus New Yorks. Doch noch immer nimmt das Seagram Building eine Sonderstellung in Manhattan ein. Es gilt als ein gebauter Mythos des 20. Jahrhunderts, als Architekturikone, ja als Gesamtkunstwerk. Wer die Park Avenue entlanggeht, kann sich der Faszination...

Publikationen

2021

Münchner Volkstheater
Lederer Ragnarsdóttir Oei

Wie baut man eigentlich ein Volkstheater? So einfach wie nötig, um beim Publikum keine Schwellenangst aufkommen zu lassen, und so schick wie möglich, weil Theater nicht nur auf der Bühne Inszenierung bedeutet. So lautet die Antwort des Architekturbüros Lederer, Ragnarsdóttir, Oei (Stuttgart) und des
Hrsg: Hans-Jörg Reisch, Andreas Reisch
Autor: Jürgen Tietz
Verlag: avedition GmbH

2021

Essenz
Winking · Froh Architekten

Seit 20 Jahren bearbeiten Bernhard Winking und Martin Froh in Europa und China das gesamte Spektrum architektonischer und städtebaulicher Aufgaben. Mit ihrer preisgekrönten Sanierung der Spiegel-Insel sowie der Ergänzung der Esplanade in Hamburg zeigen Winking · Froh Architekten vorbildlich, wie es gelingt,
Hrsg: Jürgen Tietz
Verlag: Birkhäuser Verlag

2020

TXL. Berlin Tegel Airport

Berlin-Tegel TXL ist der Flughafen der kurzen Wege, eine Ikone der modernen Architektur. Mit seiner markanten sechseckigen Form und dem Prinzip des Gate-Check-in hat Tegel Luftfahrtgeschichte geschrieben. Tegel, das war das heiss geliebte Fenster der ummauerten Inselstadt Berlin (West) in die weite Welt.
Hrsg: Jürgen Tietz, Detlef Jessen-Klingenberg
Verlag: Park Books

2015

Meinhard von Gerkan – Biografie in Bauten 1965–2015
Die autorisierte Biografie

Über 200 Projekte hat Meinhard von Gerkan als Mitgründer des Architekturbüros gmp – von Gerkan, Marg und Partner realisiert, angefangen vom berühmten Drive-to-your-gate-Flughafen Berlin-Tegel über den Berliner Hauptbahnhof bis hin zum Chinesischen Nationalmuseum in Peking. Weniger bekannt, doch nicht
Autor: Jürgen Tietz
Verlag: JOVIS

2015

Meinhard von Gerkan - Vielfalt in der Einheit
Die autorisierte Biografie

Die Biografie Meinhard von Gerkans beschreibt eine beeindruckende deutsche Nachkriegskarriere, die vom Flüchtlingswaisen bis zum internationalen Stararchitekten geführt hat. Zusammen mit seinem Partner Volkwin Marg, mit dem er 1965 in Hamburg das Architekturbüro gmp gründete, zählt Meinhard von Gerkan
Autor: Jürgen Tietz
Verlag: JOVIS

2004

Botschaften in Berlin

Die zweite, aktualisierte Auflage präsentiert auch die jüngst fertiggestellten Gebäude des Oman und der Vereinigten Arabischen Emirate sowie die Botschaft der Niederlande von Rem Kohlhaas. Mit dem Umzug von Bundesregierung und Parlament nach Berlin verlegten die meisten ausländischen Vertretungen ihre
Hrsg: Jürgen Tietz, Kerstin Englert
Verlag: Gebr. Mann Verlag