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Übersicht

Das Institute of Building Research & Innovation ZT-GmbH, kurz IBRI, ist ein Forschungs- und Beratungsinstitut aus Wien, das sich mit unterschiedlichen Aspekten des Bauwesens vertieft auseinandersetzt. Im Zentrum seiner Arbeit steht die Verbindung von wissenschaftlicher Forschung mit praktischen Lösungen von der Klimawandelanpassung, Dekarbonisierung und Kreislauffähigkeit bis hin zu einer sozial gerecht gestalteten Umgebung. Renate Hammer und Peter Holzer gründeten 2013 miteinander das IBRI. Im Gespräch schildern sie, wie sie die Transformation im Bauwesen mitgestalten, warum gerade jetzt entschlossenes Handeln gefragt ist und wie wichtig es ist, sich gegenseitig Mut zu machen und voneinander zu lernen.

„Wir befinden uns im Anthropozän. Es wird sich alles verändern: von den ökologischen Rahmenbedingungen über das Soziale und Kulturelle bis hin zur Ökonomie. Im Bauwesen mit seiner hohen Ressourcenintensität einerseits und seiner Bedeutung für das Zusammenleben andererseits wird diese Transformation besonders wirksam.

Unsere Firma nennt sich Institute of Building Research & Innovation. Research bedeutet, dass wir Veränderungen erforschen. Und Innovation heißt, dass wir das Wissen in konkreten Projekten entwickeln und erproben. Es geht uns im Besonderen um diese Verbindung von Forschung und Praxis. Herausforderung und Faszination liegen dabei in der Vielschichtigkeit der Projekte. Entsprechend können wir Transformation nicht mit nur einer Art von Maßnahme oder einer Strategie unterstützen. Darüber hinaus kann man nicht alles wissen, was man wissen müsste, um die Veränderungen in all ihren Zusammenhängen zu begreifen. Es bleibt nicht mehr genügend Zeit, um zweifelsfreies Handeln durch Vorabwissen abzusichern. Wir müssen den Mut aufbringen, miteinander beim Tun zu lernen.

Wir verwenden dafür gerne das Modell der planetaren Belastungsgrenzen: Es besagt, dass wir in etlichen Bereichen bereits mit hohem Risiko agieren. Welche Maßnahmen erscheinen dennoch wirksam und damit sinnvoll, um dem Klimawandel oder dem Biodiversitätsverlust entgegenzuwirken? Oder wir stellen die Frage, welche Materialien verbaut werden. In den letzten 50 Jahren haben wir künstliche Materialien ins Bauen eingebracht, von denen wir nicht wissen, wie sie auf die Umwelt wirken oder was sie mit uns selbst machen. Im Modell der planetaren Grenzen spricht man von den „unknown unknowns“. Das bedeutet, dass wir einfach nicht wissen, was der Einsatz dieser Materialien für das Leben auf diesem Planeten bedeutet. Daher sagen wir ganz klar: Es gilt, Stoffe, deren Wirkungen wir nicht einschätzen können, nicht einzusetzen. Das macht deutlich, was klares Handeln abseits gesicherten Wissens, aber auf der Grundlage einsichtiger Erkenntnis bedeutet.
Die Transformation gelingt leichter und schneller, wenn man versteht, dass ein Wandel stattfindet und dass es erlaubt und notwendig ist, Dinge anders zu machen als bisher. Wir wünschen uns deshalb eine gesamtgesellschaftliche Wandelanpassung mit Wohlwollen und Anerkennung für das Bemühen, eine lebensfreundliche Umwelt zu gestalten.“

Das Institute of Building Research & Innovation ZT-GmbH (IBRI) mit Sitz in Wien befasst sich mit Forschungsfragen zum zukunftsfähigen Bauen und unterstützt konkrete Projekte als Planungs- und Beratungspartner. Renate Hammer und Peter Holzer haben es 2013 miteinander gegründet.
Renate Hammer, studierte Architektur und Philosophie in Wien sowie postgradual Urban Engineering in Tokio und Solararchitektur in Krems. Von 1998 bis 2013 war sie an der Donau-Universität Krems tätig, zuletzt als Dekanin der Fakultät für Bildung, Kunst und Architektur. Seit 1999 ist sie selbstständige Architektin. Ihr Arbeits- und Interessenschwerpunkt liegt in der Umsetzung umfassender Nachhaltigkeit im Bauwesen. Peter Holzer ist Ingenieur und Experte für nachhaltiges Bauen, Bauphysik und Gebäudetechnik. Er studierte Maschinenbau an der TU Wien.
Beide waren viele Jahre am Department für Bauen und Umwelt der Donau-Universität Krems tätig und verbinden Forschung mit praktischer Planungserfahrung. Gemeinsam promovierten sie zum Thema „Tageslicht in Innenräumen“.

»nextroom fragt« Architekt:innen, Bauherr:innen und Expert:innen. Die Gesprächsreihe zum nachhaltigen Bauen wird konzipiert und betreut von Anne Isopp. Im Gespräch werden unterschiedliche Dimensionen des nachhaltigen Bauens eingefangen, auf konkrete Bauten Bezug genommen und individuelle Sichtweisen abgefragt. Einige der Gespräche sind als Podcast auf morgenbau.at zu hören.