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Elke Delugan-Meissl – Die Charakteristik des Bestands weiterentwickeln

DMAA Delugan Meissl Associated Architects stellten 2024 zwei große Umbauprojekte fertig: Gemeinsam mit Josef Weichenberger Architects verwandelten sie den Franz-Josefs-Bahnhof in Wien, einen Bau von Karl Schwanzer, in ein modernes Bürogebäude, das Francis. In Bremen transferierten sie ehemalige Silotürme der Firma Kellogg’s in ein Hotel.
Im Gespräch erzählt Elke Delugan-Meissl, warum gerade das Francis Vorbild für viele Bestandsobjekte sein kann und warum ihr bei der Beurteilung eines Gebäudes auch immer die Qualität des Städtebaus wichtig ist. Sie betont, dass nicht jede Struktur für eine Konversion geeignet ist, sondern nur solche, deren Umbau einen architektonischen, funktionalen, ökologischen, sozialen sowie städtebaulichen Mehrwert bietet.

Anne Isopp, nextroom fragt:, 03.03.2026

Josef Weichenberger – Lesen, verstehen und Potenziale erkennen

Josef Weichenberger ist Architekt in Wien. Gemeinsam mit Delugan Meissl Associated Architects transformierte er das ehemalige Bankgebäude über dem Franz-Josefs-Bahnhof, 1978 von Karl Schwanzer errichtet, in ein modernes Bürogebäude, das Francis. Zuvor hatte er bereits ein weiteres Bauwerk von Karl Schwanzer, das Philips Haus in Wien, in enger Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt saniert. Bei beiden Bauten blieb die charakteristische äußere Erscheinung erhalten, während das Gebäude an eine neue Nutzung und an moderne Anforderungen wie Energieeffizienz, Schall- und Brandschutz angepasst wurde. Im Gespräch erzählt Josef Weichenberger, wie er sich diesen Gebäuden annäherte, deren Potenziale erkannte und warum es ihm so wichtig ist, ihnen nicht nur ein zweites, sondern im besten Fall auch ein drittes Leben zu ermöglichen.

Anne Isopp, nextroom fragt:, 03.02.2026

Habitat 2030 – Bauen radikal transformieren

Habitat 2030 ist ein Zusammenschluss von Vertreter:innen aus Architektur, Bauträgerschaft, Bauunternehmen, Klimaaktivismus, Medien, Verwaltung, Wissenschaft und Forschung. Gemeinsam setzen sie sich für eine grundlegende Transformation der Bauwirtschaft zur Klimaneutralität bis 2030 ein sowie für die Schaffung zukunftsfähiger Lebensräume innerhalb der planetaren Grenzen.
Drei Mitglieder von Habitat 2030, Architektin Katharina Kothmiller, Architekt Markus Zilker und Elfriede Mörtl von der gemeinnützigen Wohnbaugenossenschaft Alpenland erzählen im Gespräch, was ihnen Hoffnung gibt und warum der wöchentliche fachliche Austausch im sogenannten Klimafrühstück und die intensive Beschäftigung mit der vergleichenden Ökobilanzierung für ihre Arbeit zentral ist. Das Gespräch ist in voller Länge im Podcast Morgenbau anzuhören.

Anne Isopp, nextroom fragt:, 13.01.2026

Katja Fischer – Ländliche Räume stärken

Von 2012 bis 2023 stand die Internationale Bauausstellung (IBA) Thüringen unter dem Motto „StadtLand“. Im Gegensatz zu früheren IBAs, die oft in Großstädten stattfanden, konzentrierte sich die IBA Thüringen auf den ländlichen Raum und die Kleinstädte. Die Projekte, Netzwerke und Kooperationen, die während dieser Zeit entstanden, zeigen, wie durch Umbau und gemeinschaftliches Handeln wieder Orte der Gemeinschaft und Begegnungen entstehen können. Katja Fischer war Projekt- und Programmleiterin der IBA Thüringen und ist heute Vorständin der Stiftung Baukultur Thüringen. Sie erzählt im Gespräch, wie sich ihr Blick auf die ländlichen Regionen im Zuge der IBA verändert hat und welche Zukunftsfähigkeit in diesen Räumen steckt. Das Gespräch ist in voller Länge im Podcast Morgenbau anzuhören.

Anne Isopp, nextroom fragt:, 02.12.2025

Renowave.at – Mehr Bestand sanieren

Derzeit liegt die Sanierungsrate beim österreichischen Wohnungsbestand bei ca. 1,7 Prozent. Zur Erreichung der Klimaziele sind mindestens 3 Prozent nötig. Doch statt zu steigen, ist die Sanierungsrate in den letzten Jahren eher gesunken. Mit ein Grund dafür sind die gestiegenen Preise. Renowave.at ist ein Innovationslabor für klimaneutrale Gebäudesanierung und Quartierentwicklung. Es wurde gegründet, um die Sanierungsrate in Österreich zu erhöhen und den Gebäudebestand Schritt für Schritt klimaneutral zu gestalten. Die Genossenschaft vernetzt Forschung, Wirtschaft, Verwaltung und Gesellschaft, um neue Lösungen für nachhaltige Sanierungen zu entwickeln, zu testen und in die Praxis zu bringen.
Ulla Unzeitig und Susanne Formanek, im Vorstand von Renowave.at, erzählen, wie sie die Sanierung voranbringen wollen und warum sie sich jetzt zusätzlich zu Innovation und Technologie auf die Finanzierung als einen von drei Schwerpunkten konzentrieren wollen.

Anne Isopp, nextroom fragt:, 04.11.2025

materialnomaden – Bauteile ernten statt entsorgen

Andrea Kessler und Peter Kneidinger von den materialnomaden sind Pioniere der Wiederverwendung von Bauteilen. Im Mittelpunkt ihres Interesses steht stets die Optimierung von Lebenszyklen von Objekten, Bauteilen und Materialien. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, diese wertvollen Ressourcen in bestehenden Bauten zu ernten und neue Anwendungen dafür zu suchen.
Ihnen geht es dabei nicht nur um den Kreislaufgedanken, sondern auch um die Bewahrung der Identität. In Oberösterreich erproben sie gerade an einem konkreten Bauvorhaben, wie die Wiederverwendung bei Sanierung und Neubau ökonomisch und ökologisch am besten funktionieren kann, damit die Kreislaufwirtschaft auch bei größeren Bauvorhaben zur Normalität wird.
Andrea Kessler und Peter Kneidinger von den materialnomaden erzählen im Gespräch, wie sie den Rückbau und die Weiterverwendung von Bauteilen effizienter gestalten wollen und wie mithilfe des parametrischen Designs eine neue Architekturästhetik entsteht. Das Gespräch ist in voller Länge im Podcast Morgenbau anzuhören.

Anne Isopp, nextroom fragt:, 07.10.2025

Breathe Earth Collective – Natürlich kühlen

Karlheinz Boiger ist Architekt, Partner bei Hohensinn Architektur und Teil des interdisziplinären Breathe Earth Collective, das 2015 den österreichischen Pavillon auf der Expo in Mailand gestaltete. Im Mittelpunkt stand die Klimaleistung des Waldes. Um diese für die Besucher:innen spürbar zu machen, konnte man in dem Expo-Pavillon durch einen echten Wald flanieren.
Es folgten kleinere Pavillons, die das Kollektiv für die Österreich Werbung entwickelte: der Klima Kultur Pavillon für das Kulturjahr in Graz 2020 und kürzlich für Sankt Pölten eine Brunnenskulptur, der sogenannte Windfänger. Im Mittelpunkt seiner Bemühungen steht immer das Interesse, den Hitzeinseln in der Stadt und damit auch dem Klimawandel etwas entgegenzusetzen. Karlheinz Boiger erzählt im Gespräch, warum ihn die Klimaleistung des Waldes so fasziniert und wie das Kollektiv eine neue Klimakultur formen und dazu Menschen zum Gespräch und Informationsaustausch zusammenbringen will.
Das Gespräch ist in voller Länge im Podcast Morgenbau anzuhören.

Anne Isopp, nextroom fragt:, 02.09.2025

AbbrechenAbbrechen – Umbau statt Abriss

Das Strafjustizzentrum in München ist ein brutalistisches Gebäude-Ensemble aus den 1970er-Jahren. Seit bekannt wurde, dass die Strafjustiz 2026 von ihrem jetzigen Standort an der Nymphenburger Straße in einen Neubau umziehen wird, herrscht Unklarheit über die Zukunft des bestehenden Gebäudes – auch ein Abriss steht im Raum. Als Reaktion auf diese Pläne formierte sich im Oktober 2022 die Initiative JustizzentrumErhalten/AbbrechenAbbrechen. Ihr zentrales Anliegen ist der Erhalt des Bestandsbaus. In einem offenen Diskussionsprozess will sie alternative Nutzungsmöglichkeiten aufzeigen und eine breitere Debatte anstoßen. Jan Fries und Laura Höpfner, Aktivist:innen der Initiative, erklären im Gespräch, warum man anhand des Strafjustizzentrums viele Themen rund um die Bauwende aushandeln kann, warum für den Erhalt solcher Gebäude breite Allianzen gefunden werden müssen und welchen Zweck Kartierungsspaziergänge in diesem Kontext haben. Das Gespräch ist in voller Länge im Podcast Morgenbau anzuhören.

Anne Isopp, nextroom fragt:, 05.08.2025

Robert Temel – Die Lösung liegt in guter Baukultur

Die Plattform Baukulturpolitik wurde 2002 gegründet mit dem Ziel, die Rahmenbedingungen für Baukultur zu verbessern. In den ersten Jahren wurden ein Beirat für Baukultur und der regelmäßige Baukulturreport erreicht. Heute bemüht sich die Plattform um die Einrichtung einer österreichischen Agentur für Baukultur und um ein jährliches Förderbudget zur Initiierung und Unterstützung von Baukulturprojekten in Städten und Gemeinden. Robert Temel, der gemeinsam mit Caren Ohrhallinger und Rupert Halbartschlager Sprecher der Plattform Baukulturpolitik ist, erzählt hier, warum diese Baukulturförderung sich am Vorbild der deutschen Städtebauförderung orientiert und warum sie so wichtig wäre für die weitere Entwicklung von Österreichs Städten und Gemeinden.

Anne Isopp, nextroom fragt:, 01.07.2025

Mario Abl und Erich Biberich – Ortskerne stärken

Wenn Stadt- und Dorfzentren veröden, ist das ein schleichender Prozess, der schwer aufzuhalten ist. Längst sind es nicht mehr nur die Einkaufszentren an den Stadträndern, sondern auch der Onlinehandel, der zu Leerständen im Zentrum führt. Wer dem etwas entgegensetzen will, braucht einen langen Atem. Die Stadt Trofaiach in der Steiermark begann vor genau zehn Jahren, sich aktiv um die Belebung ihrer Stadtmitte zu kümmern, und schuf dafür eine eigene Stelle. Bürgermeister Mario Abl erzählt, warum die Gemeinde aktiv und als Vorbild vorangehen muss. Innenstadtkoordinator Erich Biberich, der den Prozess vom ersten Bürgerbeteiligungsprozess an begleitet, berichtet, wie er konkret gegen den Leerstand vorgeht. Das Gespräch ist in voller Länge im Podcast Morgenbau anzuhören.

Anne Isopp, nextroom fragt:, 03.06.2025

Daniel Baur – Zu 100 % Reuse

Daniel Baur ist Landschaftsarchitekt in Basel. Mit seinem Büro Bryum hat er für den Energieanbieter Primeo Energie in Münchenstein bei Basel einen Vorplatz gestaltet aus 100 % wiederverwendetem Material. Da sie nicht wussten, mit welchen Materialien sie bauen würden, erstellten sie anstelle einer Visualisierung Regeln: Alle benötigten Materialien sollten aus einem Umkreis von maximal 10 km kommen oder das Material sollte zu 100 % verwendet werden und nicht teilweise wieder weggeworfen werden, nur weil es nicht in das Gestaltungskonzept passt oder einen kleinen Makel hat. Reuse-Konzepte erfordern einen flexiblen Entwurfs- und Planungsprozess. In diesem Fall ermöglichte das flexible Konzept der Streifen Änderungen im Materialbezug und im Bauprozess. Daniel Baur erzählt im Gespräch, warum bei Reuse-Projekten neue Kompetenzen von Planenden und Ausführenden gefordert sind, warum sich das Verhältnis von Entwurf und Planung radikal verändert und warum die schöne Visualisierung kontraproduktiv für Reuse-Projekte ist. Das Gespräch ist in voller Länge im Podcast Morgenbau anzuhören.

Anne Isopp, nextroom fragt:, 06.05.2025

Ulrike Schartner – Leistbarer Wohnraum für alle

Vor etwa zwei Jahren gründeten Mitglieder der Kammer der ZiviltechnikerInnen für Wien, Niederösterreich und Burgenland den Ausschuss für Wohnbau und Leistbarkeit. Das Angebot an leistbarem Wohnraum geht seit Jahren zurück – auch wegen der hohen Baukosten und der geringeren Neubauproduktion. Rechtzeitig zur Landtagswahl in Wien hat der Ausschuss ein Schreiben an PolitikerInnen initiiert, um aufzuzeigen, wie es gelingen kann, günstigen Wohnraum für alle zu schaffen und zugleich die Klimaschutzziele einzuhalten. Architektin Ulrike Schartner, Vorsitzende des Ausschusses Wohnbau und Leistbarkeit, erklärt, warum im Stadtumbau eine Chance liegt, mehr leistbaren Wohnraum zu schaffen, und warum es dafür eine Umbauordnung braucht. Denn der Umbau bestehender Bauten muss konkurrenzfähig zum Neubau sein.

Anne Isopp, nextroom fragt:, 01.04.2025

Martin Mackowitz – Bauen mit Lehm

Der Vorarlberger Architekt Martin Mackowitz arbeitet bei Lehm Ton Erde, einem Unternehmen, das der Lehmbaupionier Martin Rauch in den 1980er Jahren in Vorarlberg gründete. Das Unternehmen errichtet weltweit Stampflehmbauten und arbeitet dabei mit renommierten Architekturbüros zusammen. Martin Mackowitz, der hier für Architektur und Marketing zuständig ist, ist zudem Mitbegründer von Erden Studio, einem auf Lehmbau spezialisierten Entwurfsstudio und von der Lehmit GmbH, einem Unternehmen, das die Entwicklung von Holz- und Lehmbausystemen fokussiert. Im Gespräch erzählt er, was ihn am Werkstoff Lehm so fasziniert und wie er die Industrialisierung dieser Bauweise vorantreiben und Lehmbau für alle leistbar machen will. Das Gespräch ist in voller Länge im Podcast Morgenbau anzuhören.

Anne Isopp, nextroom fragt:, 04.03.2025

Barbara Pampe – Bildung verbindet

Acht Bildungseinrichtungen mitten in Köln hatten Sanierungs- oder Neubaubedarf: Anstatt jede Einrichtung für sich zu betrachten, entschied sich die Stadt Köln gemeinsam mit den Montag Stiftungen, diese zur Bildungslandschaft Altstadt Nord zusammenzufassen.
In zahlreichen partizipativen Workshops, auch mit dem Stadtteil und vor allem den Kindern und Jugendlichen, wurden die Bedarfe ermittelt. Heute teilen sich die Einrichtungen räumliche, personelle und inhaltliche Ressourcen. Dank der kristallinen, kleinteiligeren Gestaltung durch das Architekturbüro gernot schulz : architektur fügen sich die Neubauten sehr gut in die bestehende Stadtstruktur ein.
Barbara Pampe ist Vorständin der Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft und begleitete den Prozess über viele Jahre. Sie erzählt hier, wie es gelang, dass sich hier acht Bildungseinrichtungen räumliche und personelle Ressourcen miteinander teilen und inwiefern Stadt und Schule von den offenen Strukturen profitieren. Das Gespräch ist in voller Länge im Podcast Morgenbau anzuhören.

Anne Isopp, nextroom fragt:, 04.02.2025

Maßarbeit an der Lamelle. nextroom fragt Jennifer Neumann

Glasscheiben mit seitlichen Drehgelenken in einem Metallrahmen: Lamellenfenster sind so einfach wie vielseitig und komplex. Der Familienbetrieb HAHN Lamellenfenster GmbH führte diese Art von Fenster 1953 in den deutschen Markt ein. Seither wird das Produkt laufend weiterentwickelt, auf Kundenwunsch maßgefertigt und geforscht. Für die Kepler Universität in Linz entwickelte man sogar einen Prototypen aus Keramiklamellen.

Isabella Marboe, nextroom fragt:, 13.01.2025

ALLIANZ FÜR SUBSTANZ – Verbindlicher Substanzschutz

ALLIANZ FÜR SUBSTANZ ist eine österreichische Initiative, die sich für einen verbindlichen Substanzschutz einsetzt. In einem offenen Brief an das Klimaschutzministerium hat sie ihre Forderungen formuliert. Damit knüpfen die Initiator:innen an die Initiativen aus den Nachbarländern an wie das Abrissmoratorium Deutschland, Countdown 2030 oder architects4future Deutschland. Anne Isopp trifft Carina Sacher, Martin Hess und Georg Scherer, drei Vertreter:innen der Allianz für Substanz, in einem der Hörsäle der Alten WU in Wien. Hier erzählen sie über ihre Motivation, Ziele und Aktionen und warum es neben Änderungen auf struktureller Ebene auch immer wieder konkrete Anlassfälle braucht.

Anne Isopp, nextroom fragt:, 31.12.2024