Bauwerk

Kläranlage Niederhollabrunn
Irene Ott-Reinisch, Franz Sam - Senning (A) - 2008
Kläranlage Niederhollabrunn, Foto: Bruno Klomfar
Kläranlage Niederhollabrunn, Foto: Bruno Klomfar

Kläranlage Niederhollabrunn-Großmugl

17. April 2009 - ORTE
Das Projekt begann mit einer Studie, in der untersucht wurde, welche Formen für Bauten der technischen Infrastruktur, für welche es keine historischen Vorbilder gibt, aktuell verwendet werden und ob diese formal adäquat sind.

In verschiedenen Projektstadien wurde vorerst an den für Kläranlagen oft verwendeten harmlosen Einfamilienhausformen gezogen und gezerrt, in einem zeitlich versetzten weiteren Gestaltungsdurchgang wurde für die tatsächliche Umsetzung eine organische Form gefunden, die auf Wasserlebewesen anspielt.

Die einzelnen technisch, funktional vorgegebenen Gebäude wie Rechenwerk, Laborgebäude, Schlammpresse, in und unter denen im Pumpkreislauf die einzelnen Reinigungsstufen ablaufen, wurden so gestaltet, dass ein völlig neues Gesamterscheinungsbild entstand.

Das Labor- und Schlammtrocknungsgebäude erhielt eine walähnliche Form, die das Thema „Fressen und gefressen werden“ als Abbau der Schmutzstoffe im Abwasser durch die Bakterien entsprechend thematisiert und dem Vorgang eine bildliche Außenwirkung zuweist. Das Gebäude mit dem mechanischen Rechenwerk, vor dem das in Säcke verpackte Rechengut zum Abtransport trocken gelagert wird, erhielt ein großes auskragendes Vordach, das mit der ausgerundeten Form des Gebäudes verschmilzt.

Die Gesamtanlage erhielt durch die über die technischen Notwendigkeiten hinausreichende formale Überarbeitung im rein landwirtschaftlich genutzten sanften Hügelland des Weinviertels einen Landmarkcharakter.

Die Sonderfunktion der technischen Abwasserreinigung wurde letztendlich in ein deutlich erkennbares Gebäudekonvolut verwandelt, das mit einer Ansammlung von Häusern keinesfalls mehr zu verwechseln ist.
(Text nach Architekten)

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Für den Beitrag verantwortlich: ORTE architekturnetzwerk niederösterreich

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