Bauwerk

Haus ad2
ad2 architekten - Weiden am See (A) - 2008
Haus ad2, Foto: Andreas Doser
Haus ad2, Foto: Andreas Doser
01. Februar 2010 - ARCHITEKTUR RAUMBURGENLAND

Das Wohngebäude in der Weinbauregion Neusiedlersee zeigt eine zeitgemäße Umsetzung, in Formensprache und Materialeinsatz modifizierte Ausformulierung eines regionalen traditionellen Typusus, entsprechend des "Jahrganges" neu interpretiert.

- Großflächig verglaste Raumbegrenzungen mit fließenden Übergängen von innen nach außen anstatt kleinen Fensteröffnungen, um die Wohnräume zur Umgebung hin zu orientieren - zu jener Landschaft, wofür die Bewohner des Hauses die Stadt verlassen haben,
- Offenes Wohnen anstatt Aneinanderreihung von abgeschlossenen Funktionsräumen;
Der Gebäudekomplex, ein schwarze, dynamische Wohnskulptur steht uneingezäunt an der Baufluchtlinie. An dieser Flucht entspringt der Gebäudefassade eine horizontale Lamellenkonstruktion, welche sich schützend vor den Hof stellt. Auf diese Weise werden die Einflüsse der Straßenkreuzung abgehalten, Ein- und Ausblicke aber durch die mit horizontalem Abstand zueinander angeordneten Alulamellen ermöglicht.
Der Hof ist Bindeglied zwischen mit dem am rechten Nachbarn gekoppelten Garagengebäude und dem Wohngebäude. Er ist die Geste der Begrüßung für Bewohner und Besucher gleichermaßen. Der Bewohner verzichtet auf einen direkten Nebeneingang von der Garage ins Haus, denn auch er will das Gebäude über den Haupteingang stets auf´s Neue entdecken.
Kein Dreh- sondern ein automatisches Schiebetor fand hier seinen funktionellen Einsatz. Optisch kaum erkennbar verblüfft es, wenn ohne Vorahnung ein Teil des Hofabschlusses auffährt und Einblick und Einlass gewährt wird.
Bereits beim Betreten des Hauses lässt man sich auf ein großzügiges Raumvolumen (Zweigeschossigkeit) und dem Konzept der Materialtreue und der Nichtfarbigkeit des Gebäudes ein.
Betonbauweise in Kombination mit Spannbeton für das stützenlose Dachgeschoss ist das Charakteristikum dieses Gebäudes - im Bau- wie auch nun im Wohnprozess.
Beton in Form von Sichtbetonwänden und –decken, flügelgeglätteter Beton als Fußbodenoberfläche sorgen aufgrund der Speicherfähigkeit ganzjährig für Behaglichkeit.
Optische, haptische und akustische Ausgewogenheit bringt die Kombination mit textilen Wand- und Schrankfronten wie auch durch die Hochflorteppiche im Sitz- und Liegebereich.
Obwohl der Bewohner Seeblick genießt und dieses Erholungsgewässer sehr rasch und leicht erreichen kann, wurde ein Pool konzipiert. Dieses Wasserbecken ist nicht nur Teil der Gartenlandschaft, sondern durch seine prominente Lage am Haus zum Teil des Erdgeschosswohnbereiches geworden. (Text: Architekt)

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Für den Beitrag verantwortlich: ARCHITEKTUR RAUMBURGENLAND

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