Bauwerk

Thurner Fashion Concept Store
Martin Mostböck - Eisenstadt (A) - 2005
Thurner Fashion Concept Store, Foto: Udo Titz
Thurner Fashion Concept Store, Foto: Udo Titz
Thurner Fashion Concept Store, Foto: Udo Titz
Thurner Fashion Concept Store, Foto: Udo Titz

Unpretentiöse Hülle für Damenmode - Thurner Moden, Eisenstadt: Ein weiteres von Architektenhand gestaltetes Geschäft im Meer der Kultläden? Schon, doch ohne Trend, Kult und Ritus zu strapazieren. Der Ladenumbau von Architekt und Designer Martin Mostböck in der Fussgängerzone Eisenstadts überzeugt durch seine gestalterische Zurückhaltung, die zunächst im feinabgestimmten Farb- und Materialmix (rot geäderter Marmor, weiss gebleichtes Sperrholz, Aluminium) merkbar wird. Eine Haltung, die jedoch nichts gemein hat mit der strategisch-asketischen Strenge, die man von anderen High-End Läden kennt. Spürbar ist vielmehr das unaufhörliche Tüfteln des Pragmatikers, der in beiden Disziplinen beheimatet ist. Bildhafte Inhalte verwehren sich diesem Zugang, der auch den konzeptuellen Ansatz des Umbaus bestimmte, nicht: Die fliessende, gewellte Form der Wandverkleidung, die sich aus Fertigteilen einer der Serienproduktionen (halbierte Doppelrückenlehnen) der burgenländischen Firma Braun-Lockenhaus zusammensetzt, „fällt ähnlich wie Stoff auf weiblicher Haut“ (Mostböck). Die Paneelwand dient dazu, die Ware hängend oder liegend zu präsentieren. In diese „zweite Haut“ sind die Verkaufs- und Vorlagepulte aus gebogenem und gefaltetem Aluminium gesetzt. Frei beweglich und vielfältig kombinierbar bringen sie dem Verkaufsraum funktionsbedingte Abwechslung. Die dichten Stoffbahnen der Umkleidekabinen sind bewusstes Stilmittel, das die Metaphorik des fallenden Stoffes anschaulich zur Darstellung bringt. Um die Ware optimal zu inszenieren, erzeugt ein digitales Lichtsystem je nach Saison und Kollektion unterschiedliche Stimmungen.
Für Eisenstadt bedeutet dieser Umbau ein klares Signal, das auf die wachsende Bedeutung architektonischer Qualität hinweist, die Thurner Moden (ein seit 1958 im nördlichen Burgenland führender Familienbetrieb) in Hinblick auf die zunehmende Konkurrenz der Einkaufszentren erkannt hat. Die stimmige unpretentiöse Neugestaltung von Thurner Moden begründet sicherlich auch deren Nominierung für den Loos Preis 2005. (Text: Gudrun Hausegger)

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Für den Beitrag verantwortlich: ARCHITEKTUR RAUMBURGENLAND

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