Bauwerk

Stadterweiterung Kufstein
Architekt Daniel Fügenschuh ZT GmbH - Kufstein (A) - 2012
Stadterweiterung Kufstein, Foto: Christian Flatscher
Stadterweiterung Kufstein, Foto: Christian Flatscher
Stadterweiterung Kufstein, Plan: Daniel Fügenschuh

Neubebauung Unterer Stadtplatz – Fischergries

21. September 2012 - aut. architektur und tirol

Mit dem Ziel, einen bis dato verwaisten Innenstadtteil von Kufstein neu zu beleben, wurde 2006 von privaten und städtischen Eigentümern ein Architekturwettbewerb zur Neubebauung des Areals zwischen Unterem Stadtplatz und dem „Fischergries“ ausgeschrieben. Das von Daniel Fügenschuh konzipierte Siegerprojekt besteht aus zwei, anstelle von Bestandsbauten errichteten Baukörpern und einem neuen Marktplatz.

Statt des Auracherhofs und des Karghauses entstand eine mit Cafés und Restaurants durchsetzte Shopping-Mall (KISS – Kufsteiner Innenstadt Shopping) mit Büroflächen und Wohnungen in den oberen Geschossen. Zum Unteren Stadtplatz hin wurde die historische Fassade des Auracherhofs erhalten und in die neue Bebauung integriert, eine Passage in der Mall – mit Blick auf die Festung Kufstein – verbindet den Unteren Stadtplatz mit der Marktgasse und leitet im Norden weiter zu dem 2009 eröffneten Shopping-Center „Kufstein Galerien“.

Ein zweiter, L-förmiger Baukörper mit zum Inn hin orientierten Wohnungen und einem auch extern nutzbaren Veranstaltungssaal für die Evangelikale Freikirche ersetzt das ehemalige Kolpinghaus. Im Erdgeschoss sind Lokale und Geschäfte angesiedelt, eine große Terrasse mit Café öffnet sich zu dem zwischen den Neubaukörpern, der Bastei und dem Innufer aufgespannten, klar definierten Marktplatz und der zu einer attraktiven Verweilzone umgestalteten Innpromenade.

Der ca. 3.000 m2 große Platz wurde als „Shared Space“ konzipiert, auf dem sich Fußgänger, Rad- und Autofahrer ohne eigens abgegrenzte Verkehrsflächen gleichberechtigt nebeneinander bewegen können. Es gibt weder Fahrspuren noch Gehsteige, einzig die durch Baumgruppen definierten Verkehrsinseln schaffen eine gewisse Verkehrsleitung. Der gesamte Platz ist in einheitlicher Materialität gestaltet, der Bodenbelag besteht aus Betonplatten in unterschiedlichen Größen, die Möblierung (z.B. Bänke und Tische) aus hellem Zirbenholz.

Mitten am Platz spritzt aus sieben Düsen Wasser in die Höhe – und zwar jenes Wasser, das vorher zur Kühlung des KISS aus einem Tiefbrunnen gepumpt wurde. Vor es in den Inn abgeleitet wird, wird es in der Fontänenanlage wiederverwendet und veranschaulicht dabei zugleich den Kühlbedarf des Gebäudes: an heißen Tagen sind die Fontänen bis zu 8 m hoch, an kühlen dagegen nur an die 50 cm. (Text: Claudia Wedekind)

teilen auf

Für den Beitrag verantwortlich: aut. architektur und tirol

AnsprechpartnerIn für diese Seite: Claudia Wedekindclaudia.wedekind[at]aut.cc