Bauwerk

Headline
Henke Schreieck Architekten - Innsbruck (A) - 2012
Headline, Foto: Markus Bstieler
Headline, Foto: Markus Bstieler
Headline, Foto: Markus Bstieler

Multifunktionales Büro- und Geschäftsgebäude

Mit dem von henke schreieck Architekten für die PEMA-Holding realisierten „Headline“ entstand nahe dem Hauptbahnhof ein das Innsbrucker Stadtbild prägender Bau. Die Bebauung des Areals an diesem städtebaulich signifikanten Ort war lange Gegenstand einer kontroversen Diskussion. Ein erstes, 2008 von Johann Obermoser anstelle des früheren Postverteilerzentrum geplantes Turmprojekt, wurde sowohl von der Architektenschaft, als auch der Stadtplanung Innsbruck kritisiert. Zum einen, weil nicht der bei einer derartigen Größenordnung in Innsbruck übliche Weg der Projektfindung über einen Architekturwettbewerb gegangen wurde, zum anderen wegen der geplanten Höhe des Turms in Verbindung mit der angedachten Nutzung. Dies widersprach eindeutig der als Entscheidungsgrundlage für die zukünftige Stadtentwicklung 2002 erstellten „Hochhausstudie“, laut der Hochhäuser in Mitte des Talgrundes von Innsbruck nur dann errichtet werden sollten, wenn sie inhaltlich begründet und durch öffentliche Nutzungen legitimiert sind. In Folge wurde von der Stadt Innsbruck ein Fachbeirat eingesetzt, der sich gegen das Projekt aussprach, und in einem neuen Anlauf 2010 von der PEMA in Abstimmung mit der Stadtplanung ein geladener Wettbewerb ausgeschrieben. Der Entwurf von henke und schreieck Architekten wurde von der Jury zum eindeutigen Sieger gekürt. Das Projekt reagiere sowohl einfühlsam, als auch selbstbewusst auf den komplexen urbanen Kontext und verspräche eine unverwechselbare Bereicherung des Gefüges der Stadt Innsbruck, so die Begründung der Jury.

Ausgehend von der vorgefundenen städtebaulichen Situation definierten die ArchitektInnen eine Gebäudefigur aus einem fünfgeschossigen, leicht geknickten Sockelbau entlang der Bruneckerstraße, aus dem sich an der Ecke zur Museumstraße ein 13-geschossiger Turm entwickelt. Die Präganz des Baukörpers wird unterstrichen durch eine durchgehende horizontale Fassadengliederung, unterschiedlich breite Brüstungsbänder aus wellenförmig profilierten, gelb-orangen gefärbten Keramikelementen und durchgehende Fensterbänder umschließen sowohl den Sockelbau als auch den Turm. Speziell dessen dreieckige, abgerundete Form trägt dazu bei, dass das Gebäude je nach Standpunkt sehr unterschiedlich in Erscheinung tritt.

Zur Straße hin kragt das Gebäude bis zu 3 m aus und bildet damit einen witterungsgeschützten Gehsteigbereich vor den im Erdgeschoss angesiedelten Geschäftslokalen. Der in seiner Höhe an der umgebenden Bebauung orientierte Sockelbau bietet im Inneren mithilfe großzügiger Höfe und Atrien den MieterInnen Geschäfts- und Arbeitsflächen mit betont offener Atmosphäre. Unter anderem ist hier nun die Moser Holding mit ihrem „Flagschiff“ TT beheimatet, deren Büroflächen von Schlögl & Süß Architekten gestaltet wurden. Im Herzstück des Neubaus, dem 49 Meter hohen Turm, ist in den unteren Geschossen das Bezirksgericht Innsbruck untergebracht, darüber ein Hotel und im obersten Geschoss ein Restaurant. Ganz oben liegt eine frei zugängliche Dachterrasse, von der aus jeder ohne Konsumationszwang das 360° Panorama genießen kann. (Text: Claudia Wedekind)

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Für den Beitrag verantwortlich: aut. architektur und tirol

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