Bauwerk

Kindergarten Rohrmayrstraße
Christa Lepschi - Linz (A) - 2016
Kindergarten Rohrmayrstraße, Foto: Simon Bauer
Kindergarten Rohrmayrstraße, Foto: Simon Bauer

Dem unpersönlichen Charme der 60iger Jahre wurde ein offenes Foyer als Herz eingepflanzt und Räume der Wärme und Geborgenheit hinzugefügt, ergänzt durch schützend bedachte Terrassen und vielfältige Freiräume.

Der Standort
Die Kinderbetreuungseinrichtung Rohrmayrstraße stellt ein großes Ensemble aus Kindergarten, Hort, Krabbelstube und Eltern-Mutterberatung mit Erziehungshilfe dar. Das Hauptgebäude mit dem Kindergarten im Erdgeschoß und dem Hort im Obergeschoß wurde parallel mit einem großen Vorgarten zur Rohrmayrstraße angelegt, im Norden tangiert die Dauphinestraße das Grundstück, im Süden grenzen das Ensemble der Dr.-Karl-Renner-Schule und der Betriebspark Franzosenhausweg an.
Jenseits der Rohrmayrstraße erstreckt sich der Stadtteil Neue Heimat mit Wohnbauten aus unterschiedlichen Epochen.

Die Kinderbetreuungseinrichtung
Der Altbestand stammt aus dem Jahr 1966; er wurde 1974 um 2 Gruppen erweitert.
Die gesamte Einrichtung beherbergt 6 Kindergartengruppen, 3 Krabbelstubengruppen sowie 5 Hortgruppen und eine Eltern-Mutterberatung. Da für diesen Stadtteil die städtischen Bedarfsanalysen einen zusätzlichen Bedarf an Krabbelstuben- und Kindergartenplätzen auswiesen, wurde ein Zubau mit 4 Gruppen und einem Schlaf- und Bewegungsraum geschaffen.
Der Baubeginn erfolgte im Herbst 2015, Fertigstellung war im Herbst 2016.

Die Umsetzung
Der zweihüftige Altbestand, in dem sich Gruppenräume mit ihren Sanitärbereichen auf der Gartenseite aneinanderreihten und der Erschließungsbereich als Garderobe diente, wurde aufgebrochen, entkernt und eine großzügige Aula geschaffen, die in den Neubau weiterführt. Die neuen Sanitäranlagen wurden als gemeinsame Gruppe in den Neubau verlegt. Je zwei Gruppenräume im Erd- und Obergeschoß sind zweiseitig belichtet und teilen sich eine gemeinsame, überdachte Terrasse. Im Zuge der Ausführung wurden die Bestandsräume saniert und den neuen Gegebenheiten angepasst.
Im Verbindungsbau über der Aula wurde ein großzügiger Raum für Bewegung und Ruhezeiten eingerichtet. Gleichzeitig erfolgte eine Entflechtung von Kindergarten und Krabbelstubenbereich.

Die Bauweise
Der Zubau wurde als Hybridbau aus massiven Holzelementen und einem Betonkern errichtet. Diese sind im Innenbereich als Holzoberfläche sicht- und spürbar, im Außenbereich mit Wärmedämmung und einer hinterlüfteten, vorvergrauten Holzschalung verkleidet. Dem Konzept entsprechend wurden Holzfenster auf der Nord- und Südseite gewählt, die wie Bilder an der Wand hängen und für einen möglichst geringen Wärme- bzw. Kälteeintrag sorgen. Zur Terrasse und zum Garten hin öffnen sich die Räume über eine gut beschattete Pfosten-Riegelkonstruktion aus Stahl-Aluminium. Während die Erschließungszone mit Garderoben und der Kommunikationsbereich mit einem Kunststoffboden ausgestattet sind, wurde in allen Aufenthaltsbereichen ein Parkettboden verlegt, der als Holzrost auf den Terrassen weitergeführt wurde. Das Obergeschoß ist sowohl über eine Holztreppe als auch barrierefrei über einen Lift erschlossen.
Eine wesentliche Maßnahme im Akustikbereich ist das Einziehen einer abgehängten Akustikdecke, die zusammen mit dem neuen Beleuchtungskonzept gestalterisch Alt- und Neubau verbindet.

Der Freiraum
Im Außenbereich wurde mit neuen Spielgeräten und getrennten Bereichen für Kindergarten, Hort und Krabbelstube nachgerüstet. Ein bepflanzter Erdwall schützt den Spielplatz vor den Emissionen der Dauphinestraße, neue Wege und Holzhäuschen für Stauraum wurden in dem weitläufigen Parkgelände angelegt. (Text: Architektin)

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Für den Beitrag verantwortlich: afo architekturforum oberösterreich

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