Bauwerk

Revitalisierung Dechantstall
DIN A4 Architektur - Brixen im Thale (A) - 2016
Revitalisierung Dechantstall, Foto: Norbert Freudenthaler
Revitalisierung Dechantstall, Foto: Norbert Freudenthaler
07. Oktober 2017 - aut. architektur und tirol

Im Dorfzentrum von Brixen im Thale bilden Kirche und Widum zusammen mit dem bis in die 1960er Jahre landwirtschaftlich genutzten und seither leerstehenden Dechantstall ein Ensemble. Nach mehreren Jahren der Verhandlung mit der Erzdiözese Salzburg, dem Besitzer des denkmalgeschützten Stalls, gelang es der Gemeinde eine Lösung zu finden, um den Leerstand für neue Zwecke zu nutzen. Ein Drittel – eine vermietbare Wohnung – bleibt im Bestand der Diözese, zwei Drittel können von der Gemeinde für 50 Jahre genutzt werden und bieten nun Raum für die ortsansässige Krabbelstube, die Bundesmusikkapelle Brixen und die Landesmusikschule Brixenthal.

Mit der Revitalisierung beauftragt wurde DIN A4 Architektur, die den vorderen, komplett in Massivbauweise errichteten und als Wohnung genutzten Gebäudeteil in seiner Gesamtstruktur innen und außen erhielten. Den mittleren Teil des Erdgeschosses adaptierten sie für die Krabbelstube, die einen eigens erschlossenen Bereich aus Gruppenraum, Ruheraum, Büro/Küche, Garderobe und Nebenräume erhielt. Im Norden des Bestandsgebäudes wurden Räume für die Musikkapelle und die Musikschule geschaffen, an die sich ein unterirdischer Anbau für Technik- und Sanitärräume anschließt. Das Herzstück des Dechantstalls, die ehemalige Tenne im Obergeschoss, wurde in einen großen Probe- und Aufführungsraum transformiert, in dem die gebäudetypische Fachwerkstruktur weitgehend erhalten geblieben ist. Zusätzlich wurde für die Musiker ein Aufenthaltsraum eingerichtet und darüber als offene Galerie das Notenarchiv und das Büro des Kapellmeisters.

Während sich das Gebäudeinnere somit weitgehend verändert hat, wurde außen der Gesamtcharakter des schlichten Stallgebäudes kaum angegriffen und z. B. die zusätzlich notwendig gewordenen Fenster mit Holzlamellen verblendet. (Text: Claudia Wedekind)

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Für den Beitrag verantwortlich: aut. architektur und tirol

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