Bauwerk

Volksbank Klagenfurt
frediani-gasser architettura - Klagenfurt (A) - 2009
Volksbank Klagenfurt, Foto: Ferdinand Neumüller
Volksbank Klagenfurt, Foto: Ferdinand Neumüller
16. Februar 2012 - Architektur Haus Kärnten
Das Gebäude, in dem heute das neue Verwaltungs- und Kundenzentrum der Volksbank untergebracht ist, befindet sich im Zentrum der Stadt Klagenfurt. Seine Ursprünge reichen bis in die Mitte des 17. Jhdt zurück, als die Grafen Khevenhüller in der Nähe der alten Stadtmauer ein erstes Gebäude als „städtisches Lusthaus“ errichteten. Ab dem Ende des 18. Jahrhundert wurde das Gebäude als K.u.K. Hauptzollamt genutzt und in den Jahren 1888/89 zum zentralen Postamtsgebäude umgebaut. Die bedeutendste Veränderung erfuhr der Komplex 1930/31 mit Erweiterungen, die vom Wiener Architekten Leopold Hoheissl geplant wurden, Leiter der Planungsabteilung der Post- und Telegraphengebäudeverwaltung und Schüler von Otto Wagner. Die aus den unterschiedlichen Bauepochen stammenden Gebäudeteile erhielten dabei eine einheitliche Fassadengestaltung, die für diese Zeit charakteristisch war. Der Vorbau in der Dr.-Hermann-Gasse wurde mit reichen plastischen Details versehen und mit der Nord- und Ostfassaden 1993 unter Denkmalschutz gestellt.

Der strengen Fassade zur Pernhartgasse wird ein Bügel aus Stahl und Glas vorgestellt, der den neuen Eingang des Gebäudes kennzeichnet. Alle Einbauten und Zwischenwände der Nachkriegszeit wurden entfernt, die alte Bausubstanz herausgeschält. So konnte während der Abbrucharbeiten unerwartet ein Ziegelgewölbe im Obergeschoss freigelegt werden.
Durch die große Baukörpertiefe war das Gebäude ursprünglich innen nur schlecht belichtet. Daher wurde an der Innenhoffassade ein Schnitt über die gesamte Gebäudehöhe ausgeführt, um so das Tageslicht direkt in das Gebäude zu bringen. Das hat dazu geführt, dass die Positionierung und der Verlauf der Stiege entsprechend geändert werden musste. Die Stahltreppe als Haupterschließung verläuft nun parallel zur Eingangsfassade und öffnet sich zu einem freien Raum, in welchem die weißen, kugelförmigen Leuchten skulpturhaft angeordnet sind.
Flexible Trennwände in den oberen Stockwerken mit ihrem Zick-Zack-Verlauf unterbrechen die Gleichförmigkeit des ursprünglich verhandenen Ganges und schaffen dadurch kleine und größere Kommunikationsflächen in einer abwechslungsreich gestalteten Mittelzone. Diese Trennwände sind von den Wänden des historischen Gebäudes durch schmale Fixverglasungen getrennt, diese durchlaufende Fuge lässt eine durchgängige Sichtachse an den Außenwänden zu. Der Vorplatz außen wurde neu gepflastert und bietet nun Platz zum Verweilen im Außenraum. Text: Architekten

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Für den Beitrag verantwortlich: Architektur Haus Kärnten

Ansprechpartner:in für diese Seite: Nadine Thalerthaler[at]architektur-kaernten.at

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