Bauwerk

Ferienhaus Kaltenbrunnen
Architektur-Schweighofer - Vorarlberg - 2019
Ferienhaus Kaltenbrunnen, Foto: Marc Lins
Ferienhaus Kaltenbrunnen, Foto: Marc Lins
30. Dezember 2021 - vai
Das Ferienhaus liegt in der Siedlung Kaltenbrunnen oberhalb von Egg und ist nur über die 70 Stufen einer Erschließungstreppe erreichbar. Errichtet wurde es auf den Streifenfundamenten eines alten Containerbaus aus den 1980er Jahren, lediglich 1,5 Meter Richtung Tal verschoben. So entstand ein attraktiver Vorplatz mit einem Brunnen aus gestocktem Beton. Form, Proportionen und Ausrichtung des Gebäudes wurden mit Bezug zur umliegenden Häuserstruktur entwickelt. Das dreigeschoßige Massivholzhaus fügt sich stimmig ins Ensemble der umliegenden Gebäude ein. Der schwarze, reduzierte Baukörper mit Satteldach passt sich der Hanglage und der Landschaft an, wirkt dennoch architektonisch selbstbewusst und wirkungsvoll positioniert.

Die Ausführung in Massivholz macht das statische Gerüst des Gebäudes sichtbar und ist vor allem im Innenbereich direkt erlebbar. Die Fensteröffnungen gliedern den Baukörper von außen, innen bilden sie ausgesuchte Sichtachsen in die Umgebung. Die abgetreppte Gebäudestruktur ermöglicht die optimale Anpassung des Baukörpers an das steile Gelände und sorgt innen für ein besonderes, dreidimensionales Raumerlebnis. Im Untergeschoß liegen die Rückzugsbereiche mit bewusst reduzierten und kleinen Schlafräumen. Im Erdgeschoß öffnet sich der über mehrere Ebenen gegliederte Wohnbereich Richtung Tal und Terrasse. Die großzügige Verglasung kann durch eine wandintegrierte Schiebetüre vollständig zum unmittelbar angrenzenden Wald geöffnet werden. Der Ofen bildet nicht nur optisch, sondern auch funktional das Zentrum des Wohnbereichs und wärmt fast das ganze Gebäude.

Die Bauweise wurde mit Rücksicht auf den labilen Untergrund und mögliche Hangrutschungen entwickelt. Auf dem bestehenden Fundament wurde eine abgetreppte Bodenplatte als Sockel errichtet. Darauf fußt die Massivholzkonstruktion des Gebäudes. Wände und Decke in Brettsperrholz blieben innen sichtbar. Gedämmt wurde mit 20 cm Holzfaserplatten, die von einer hinterlüfteten, geschlossenen Holzfassade (Falzschalung) mit mineralischem Anstrich bedeckt werden. Die Böden und ein Teil der Wandverkleidungen sind mit geseiften Massivholzdielen aus Kernesche ausgeführt, die Holzfenster geölt. Das Dach wurde mit Eternitschindeln eingedeckt. (Text: Architekt, bearbeitet)

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Für den Beitrag verantwortlich: Vorarlberger Architektur Institut

Ansprechpartner:in für diese Seite: Verena Konradvk[at]v-a-i.at

Akteure

Architektur

Bauherrschaft
Regine Kübler

Tragwerksplanung

Fotografie