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Habitat 2030 ist ein Zusammenschluss von Vertreter:innen aus Architektur, Bauträgerschaft, Bauunternehmen, Klimaaktivismus, Medien, Verwaltung, Wissenschaft und Forschung. Gemeinsam setzen sie sich für eine grundlegende Transformation der Bauwirtschaft zur Klimaneutralität bis 2030 ein sowie für die Schaffung zukunftsfähiger Lebensräume innerhalb der planetaren Grenzen.
Drei Mitglieder von Habitat 2030, Architektin Katharina Kothmiller, Architekt Markus Zilker und Elfriede Mörtl von der gemeinnützigen Wohnbaugenossenschaft Alpenland erzählen im Gespräch, was ihnen Hoffnung gibt und warum der wöchentliche fachliche Austausch im sogenannten Klimafrühstück und die intensive Beschäftigung mit der vergleichenden Ökobilanzierung für ihre Arbeit zentral ist. Das Gespräch ist in voller Länge im Podcast Morgenbau anzuhören.

„Habitat ist eine Genossenschaft mit mehr als 52 Mitgliedern über viele Bereiche der Baubranche hinweg. Das ist ein Netzwerk und mittlerweile auch eine Genossenschaft aus engagierten Menschen und Unternehmen, die Emissionen reduzieren wollen, die Antworten finden wollen auf die Klimakrise. Eines der Ziele von Habitat 2030 war immer, kein Othering mehr zuzulassen, nicht mehr die Schuld anderen Teilen der Branche zu zuweisen. Die Größe der Frage ist viel zu relevant und zu dramatisch, als dass wir uns ständig nur auf andere ausreden können. Wir wollen wirklich einen Unterschied machen, Dinge auf den Boden bringen und einen Impact generieren, zum Beispiel die Emissionen so schnell wie möglich reduzieren.

Es reicht nicht mehr aus, dass wir uns irgendwo drei, vier Stunden zu einem Workshop treffen oder uns erzählen, was wir alles ohnehin schon wissen und schon geschafft haben. Es geht wirklich darum, sich auf dieses Nichtwissen, auf diese irgendwie unbewältigbare Herausforderung einzulassen, mit allem, was wir können, wissen und fühlen.
Aus dem heraus ist die Idee der Zukunftswerkstatt entstanden. Das ist eine partizipative Methode, die auf Robert Jungk zurückgeht. Im Herbst fand die dritte Zukunftswerkstatt statt. Dabei haben wir uns mit der Frage beschäftigt: Wie gelingt uns eine radikale Transformation der Bauwirtschaft zur Klimaneutralität bis 2030? Warum radikal? Es geht nicht mehr darum, in Projekten ein bisschen was besser zu machen. Das reicht nicht mehr ansatzweise aus. Es braucht ein radikales, an die Wurzel gehendes Vorgehen. Es geht nicht mehr um Einzelmaßnahmen, sondern wirklich um eine radikale Transformation.

Unser Ziel ist die Klimaneutralität bis 2030. Vor zwei Jahren haben wir das noch für unmöglich gehalten. Jetzt wissen wir durch Forschungsprojekte und durch ganz konkrete Gebäude, dass es möglich ist, zumindest eine Netto-Null auf CO₂-Äquivalent-Ebene in Herstellung und Errichtung zu erreichen, und das im Rahmen des geförderten Wohnbaus.

Durch die Beschäftigung mit der vergleichenden Ökobilanzierung ist deutlich geworden, dass vor allem die materielle Ebene und die grauen Emissionen im Zentrum stehen. Die grauen Emissionen machen heutzutage in Neubauten 50 bis 80 Prozent der Emissionen über den ganzen Lebenszyklus eines Gebäudes aus. Im Bestand ist es anders. Das heißt, die materialbezogenen Emissionen sind der Gamechanger. Wir müssen mit Stoffen bauen, die Kohlenstoff speichern wie Holz und Stroh – das sogar einjährig nachwachsend ist.

Habitat 2030 ist inzwischen eine Genossenschaft. Wer Mitglied werden will, findet auf der Homepage den Antrag. Es gibt aber auch ohne Mitgliedschaft zahlreiche Möglichkeiten, sich bei Habitat 2030 zu engagieren. Uns macht es Mut, in diesem Netzwerk Unterstützung zu erfahren. Es bereitet uns Freude, gemeinsam zu lernen, und es stärkt unsere Handlungsfähigkeit. So können wir aktiv mitgestalten und aus der passiven Rolle heraustreten. Wir laden alle herzlich ein, hier mitzumachen.“

Habitat 2030 ist ein Zusammenschluss von Vertreter:innen aus Architektur, Bauträgerschaft, Bauunternehmen, Klimaaktivismus, Medien, Verwaltung, Wissenschaft und Forschung. Sie setzen sich für eine grundlegende Transformation der Bauwirtschaft zur Klimaneutralität bis 2030 ein. Ihr Ziel ist die Schaffung zukunftsfähiger Lebensräume innerhalb der planetaren Grenzen. Seit 2025 ist Habitat 2030 eine Genossenschaft, bei der jede:r Mitglied werden kann.
Habitat 2030 hat das Format „Klimafrühstück“ etabliert – ein regelmäßiges Onlinetreffen, bei dem neue Erkenntnisse und Fachwissen zu unterschiedlichen Aspekten der Klimaneutralität ausgetauscht werden – und hat große Fortschritte im Bereich der Ökobilanzierung gemacht. Dazu wurde ein Leitfaden entwickelt, der Rahmenbedingungen für die Vergleichbarkeit schafft.

»nextroom fragt« Architekt:innen, Bauherr:innen und Expert:innen. Die Gesprächsreihe zum nachhaltigen Bauen wird konzipiert und betreut von Anne Isopp. Im Gespräch werden unterschiedliche Dimensionen des nachhaltigen Bauens eingefangen, auf konkrete Bauten Bezug genommen und individuelle Sichtweisen abgefragt. Einige der Gespräche sind als Podcast auf morgenbau.at zu hören.