Einfamilienhaus Rüscher
Der zweigeschossige Alterswohnsitz steht als schmaler Riegel rechtwinkelig zum dahinter aufsteigenden Waldhang. Das in Holzelementbauweise errichtete, mit einem schwach geneigten Satteldach gedeckte, Gebäude ist in einen filigranen Lärchenholzschirm gehüllt, aus dem – bandförmig und rückspringend verglast – grosse Öffnungen ausgestanzt wurden. Elemente regionaler Baukultur wie etwa der “Schopf” (ein loggienartig eingezogener Aussenraum, der häufig dem Eingang vorgeschalet ist) tauchen hier in säkularisierter Form wieder auf: Die Wohn- und Schlafräume im Obergeschoss öffnen sich mit raumhohen Schubtüren in Richtung “Schopf”, auf der gegenüberliegenden Seite betont ein dicht unter dem kleinen Dachvorsprung sitzendes Fensterband die Längsentwicklung des schlichten, überlegt proportionierten Volumens.
Die Ausgewogenheit zwischen geschlossenen und offenen Flächen wird durch die mattenartig leichte Lärchenschalung zusätzlich gesteigert. Das Haus fügt sich als sensibler Zeitgenosse fugenlos ins Dorfbild: solcherart ist weder das Wachstum noch das Aushöhlen der Dörfer zu fürchten. (Text: Gabriele Kaiser, 27.06.2002)
Für den Beitrag verantwortlich: Architekturzentrum Wien, 14.09.2003
AnsprechpartnerIn für diese Seite: Martina Frühwirth, Gabriele Kaiser
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