Bauwerk

Ausstellungsgebäude Wohlgenannt
Wolfgang Ritsch Architekten - Dornbirn (A) - 2003
Ausstellungsgebäude Wohlgenannt, Foto: Bruno Klomfar
Ausstellungsgebäude Wohlgenannt, Foto: Bruno Klomfar
Ausstellungsgebäude Wohlgenannt, Foto: Bruno Klomfar

Ausstellungsgebäude Wohlgenannt

12. Juni 2004 - Az W

Nicht nur die 3.000 Kubikmeter Naturholz des “Klangkörper Schweiz”, die Peter Zumthor für die EXPO 2000 in Hannover zum Pavillon aufschichten ließ, fanden nach Abschluss der Messe in fünf verschiedenen Ländern als Baustoff eine sinnvolle Nachnutzung, auch die drei spiralförmigen Versorgungsinseln inmitten des Klangkörpers sollten ihren Daseinszweck nicht auf dem Expogelände beschließen.

Für die Dornbirner Firma Raumgestaltung Wohlgenannt schuf Wolfgang Ritsch ein transparentes Ausstellungsgebäude, gewissermaßen eine große Vitrine rund um die einstige “Versorgunsgeinheit A” – eine neun Meter hohe Raum-Spirale aus gefrästem Brettschicht-Massivholz, das mit schwarzer Acrylfarbe beschichtet und mit 9 cm dicken Glasbullaugen durchsetzt ist. Der spiralförmige Grundriss des Zumthor-Objektes besteht (übrigens eine geometrische Manipulation, die von Jürg Conzett entwickelt wurde) aus zwei verschiedenen Ellipsen mit gemeinsamen Tangenten. Dank computergesteuerter Fräsmaschine konnten die 50 cm breiten Teilwerkstücke mit unterschiedlichen Innen- und Außenradien präzise gefertigt und nahtlos zusammengefügt werden.

Die rektanguläre bauliche Fassung (Holzkonstruktion mit raumhoher Verglasung an drei Seiten und kontrollierter Belüftung) umschließt die dreigeschossige Ellipse ohne unmittelbare Berührung, stellt sie als eigenständigen Raumkörper aus, definiert und bespielt dessen “Umraum” als Übergangszone zwischen Innen und Außen. Auch im neuen Funktionszusammenhang fungiert der Pavillon als Versorgungseinheit, birgt Büros und Nassräume und zieht sich gegenüber der klaren Außenwelt stimmungsvoll in sich selbst zurück. (Text: Gabriele Kaiser)

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Für den Beitrag verantwortlich: Architekturzentrum Wien

AnsprechpartnerIn für diese Seite: Martina Frühwirthfruehwirth[at]azw.at