Bauwerk

TANNO meets GEMINI, Ökologisches Plusenergie-Doppelhaus
Erwin Kaltenegger - Weiz (A) - 2004
TANNO meets GEMINI, Ökologisches Plusenergie-Doppelhaus, Foto: Harald Eisenberger
TANNO meets GEMINI, Ökologisches Plusenergie-Doppelhaus, Foto: Harald Eisenberger
TANNO meets GEMINI, Ökologisches Plusenergie-Doppelhaus, Foto: Harald Eisenberger

TANNO meets GEMINI, Ökologisches Plusenergie-Doppelhaus

27. Juli 2005 - GAT

TANNO meets GEMINI - Tanne trifft Zwilling - steht für die Kooperation von Architekt DI Erwin Kaltenegger, der sich mit dem Projekt GEMINI als Prototyp eines Plusenergiehauses einen Namen als Spezialist für Passivhausplanung erwerben konnte und der in Ratten beheimateten Holzbaufirma Herbitschek. Diese entwickelte zusammen mit einem Netzwerk von regionalen Betrieben unter dem Markennamen TANNO eine Fertighauslinie, die neben der nachhaltigen Vermarktung der Tanne ("Innovationen mit Tanne im Joglland") Passiv- und Plusenergietechnik forcieren soll.

Unter Einbeziehung weiterer Experten wie etwa des Holzbauinstituts der TU-Graz und des Instituts für Energieforschung am Joanneum Research führte Tanno meets Gemini zu zwei Versuchsbauten neben dem Elin-Areal. Für die beiden Reihenhäuser kamen zwei Holzbausysteme zum Test: Einerseits eine Massivkonstruktion, die von United Buildings in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Graz entwickelt wurde. Hierbei handelt es sich um ein Bausystem, das aus zwei großformatigen Platten in Form von OSB8000 besteht, die mit Distanzrippen in Abstand gehalten werden. Nach der Zielsetzung „one element“ soll bei höchstem Vorfertigungsgrad eine Konstruktionseinheit im modularen Raster für Dach, Wand und Decke ausreichen. Das zweite System ist ein von Tanno-Häuser forcierter Holzleichtbau mit einschaligem Aufbau und außenseitiger Beplankung. Eine Kombination aus Holzwerkstoffplatte und Naturgipspaneel bildet den inneren Abschluss, dazwischen liegen 36 cm Dämmung aus Zellulose von recyceltem Papier.
In die einstöckigen Gebäude integriert Erwin Kaltenegger eine umfassende energietechnische Konzeption. Neben der Thermohülle mit großen, nach der Sonne ausgerichteten Fensterflächen finden sich eine mechanische Be- und Entlüftung mit Energierückgewinnung aus der Abluft, ein Erdwärmetauscher zur Vorwärmung der Zuluft, sowie eine Kleinstwärmepumpe und eine kleine elektrische Zusatzheizung für die verbleibende Spitzenlast an kalten Wintertagen.
Dies stellt bereits ein Passivhaus mit einem Raumheizungs-Energiebedarf von rund 15 kWh pro m2 und Jahr in Aussicht; ausgestattet mit einer Photovoltaikanlage, die sich über die gesamte Südfront erstreckt und gleichzeitig als Beschattungselement dient, wird es überhaupt zum Energielieferanten (1200 kWh / Jahr). Die Erkenntnisse aus den zwei Versuchshäusern werden in das Projekt „Plusenergiewohnen“ der SG Elin münden, das an der grünen Peripherie ihres Firmenstandortes in Weiz vorbereitet wird. Derzeit lassen die Kosten das Leichtbausystem für die 22 Elin-Objekte bei gleicher Leistungsfähigkeit als das Geeignetere erscheinen. Die Photovoltaikanlage, die sich mit rund 25.000 Euro Mehraufwand pro Haus niederschlägt, könnte an der veränderten Lage der steirischen Investitionsförderung und an der drastischen Senkung der Einspeisungstarife scheitern. Als wahrscheinlichste Lösung zeichnet sich ab, dass für eine Nachrüstung zumindest Vorsorge getragen wird.

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Für den Beitrag verantwortlich: GAT

AnsprechpartnerIn für diese Seite: Wolfgang Feyferlikwolfgang[at]feyferlikfritzer.at