Bauwerk

Pfarrkirche Gallspach
Ernst Beneder, Anja Fischer - Gallspach (A) - 2005
Pfarrkirche Gallspach, Foto: Margherita Spiluttini
Pfarrkirche Gallspach, Foto: Margherita Spiluttini
Pfarrkirche Gallspach, Foto: Margherita Spiluttini
Pfarrkirche Gallspach, Foto: Margherita Spiluttini

Pfarrkirche Gallspach

In Gallspach (OÖ), ein Markt mit 2800 Einwohnern, wird die Kirche neu gebaut. Es ist ungewöhnlich eine historische Kirche (eigene Pfarre seit 1344 abzubrechen und im "dörflichem" Umfeld" nicht nur einen spirituellen Ort, sondern schlicht seine "Mitte" neu zu definieren. Die alte Substanz, in den Grundmauern aus dem Mittelalter stammend, bestand nach zahlreichen Umbauten zuletzt in einer Einwölbung mit flachem Stuck aus dem späten 19. Jh., war beengt und darüber hinaus auf einer steilen Anhöhe dem Ortsraum entrückt. Turm und Apsis waren ohnehin zu erhalten. In der extremen topografischen Lage gibt es für die neue Kirche daher kein typologisches Vorbild. Ein über elliptischem Grundriss errichteter ringförmiger Baukörper umschliesst den gesamten Kirchhügel, aufgebaut aus strahlenförmig angeordneten Lärchholzrahmen. Ansteigend, der steilen Hanglage folgend, durchdringt er die Apsis der alten Kirche und den Turm.

Die Mitte des Ortes ist dergestalt in einem stillen Innenhof gegeben, baumbestanden, und durch die einhüllende Holzkonstruktion mit den Strassen des Marktes atmosphärisch verbunden. Darunter erweitert sich der Kirchenraum aus dieser umschliessenden Kontur zum Hang in eine zylindrisch hoch aufragende Werktagskapelle. Ihr oberster Teil steht im Hof frei. Massiv und von schweren weit auskragenden Betonträgern durchdrungen verankert der Bauteil die Zwischenebene, die die aufgesetzte leichte und transparente Holzkonstruktion trägt.

Die Kirche bietet 280 Sitzplätze, in der Kapelle weitere 40. Dem gedeckten Umgang folgt über die Podeste der Stiegenanlagen gestaffelt ein in Bronzeguss gestalteter Kreuzweg. Das alte Presbyteriums wird als Aufbahrungshalle genutzt.

Der Kirchenraum und die Kapelle werden mit transluzenten Schiebeleementen zusammengefasst und geteilt. Tabernakel und Altar liegen im Angelpunkt dieser Durchdringung. Aus einem Guss mit den Materialien der Konstruktion – Naturstein wie Gollinger Konglomerat, Gussglas und Lärchenholz – treten abbildhafte Hinweise gegenüber der Licht – und Wegeführung im Raum zurück. Liturgischen Prinzipalien wie Altar und Ambo sind Teil der bauplastischen Topographie.
Text: Architekten

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Für den Beitrag verantwortlich: architekturforum oberösterreich

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