Museum am Judenplatz
Kernbereich des Museums Judenplatz Wien, das als Aussenstelle vom Jüdischen Museum der Stadt Wien betrieben wird, sind die drei Schauräume zum mittelalterlichen Judentum in Wien und die Ausgrabungen der mittelalterlichen Synagoge. Inhalt des musealen Bereichs ist die Darstellung der religiösen, kulturellen und sozialen Lebensumstände der Wiener Juden im Mittelalter bis zu deren Vertreibung und Vernichtung 1420 / 1421, der sogenannten „Wiener Gesera“.
Der Entwurf von Rachel Whiteread schloß für das Holocaust-Mahnmal offensichtliche Analogien zwischen Ihrer Arbeit und den archäologischen Grabungsfunden aus. Ihr Beitrag wurde somit von zwei getrennten Planungsbereichen ergänzt, der Platzgestaltung und dem Museum Judenplatz im Misrachihaus, das eine Ausstellung über das Leben der jüdischen Gemeinde im Mittelalter zum Inhalt hat.
Über neue Ausstellungsräume im Erdgeschoss und Keller des Misrachihauses wird entlang eines unterirdischen Verbindungsganges die archäologische Ausgrabung erreicht. Der Zugang ist, unter Rücksicht auf die Grabungsergebnisse, der Schauraummitte zugeordnet und ermöglicht so den Besuchern nach Eintritt einen räumlichen Gesamtüberblick.
Der freigelegte Umriss der 1421 zerstörten Synagoge legt Lage und Größe des Schauraumes fest. Den neuen Raumwänden vorgesetzt, beschreibt eine Vorsatzschale aus galvanisiertem Messingblech exakt die Ausgrabungsgrenze. Sie blendet die Haustechnik aus und wird zum Hintergrund für die Materialvielfalt der Grabungsteile ohne Kunstlicht störend zu reflektieren.
Für den Beitrag verantwortlich: Architekturzentrum Wien, 26.11.2000
AnsprechpartnerIn für diese Seite: Martina Frühwirth, Gabriele Kaiser
Bauherrschaft
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